aloe vera
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Aloe ist eine jahrhundertealte Pflanzengattung. Schon im alten Ägypten soll sie angeblich von der Schönheitskönigin Kleopatra genutzt worden sein. Wenn wir hierzulande von Aloe sprechen, meinen wir in der Regel die „Echte Aloe“, die auch deswegen den Beinamen „vera“ (lateinisch für „wahr“) trägt.

Nur die Aloe Vera beinhaltet das wertvolle Gel, das zu zahlreichen kosmetischen Zwecken eingesetzt werden kann. Welche das sind und warum die Aloe wirkt, möchte dieser Artikel beantworten.

Welche Wirkstoffe sind in Aloe Vera enthalten?

Der Milchsaft der Pflanze besteht hauptsächlich aus Aloin, das üblicherweise abführend wirkt. Bei sorgfältiger Gewinnung kann das Aloe-Gel allerdings auch ohne Aloin gewonnen werden. Dann enthält es viele langkettige Zuckermoleküle (Polysaccharide) sowie Glucosylchromonen. Die Wissenschaft hat heute mehr als 200 verschiedene Inhaltsstoffe in den Blättern der Aloe-Vera-Pflanze nachweisen können.

Dem Aloe-Gel wird nachgesagt, einen sowohl äußerlichen als auch innerlichen Reinigungseffekt auf den menschlichen Organismus haben. Es kann die Darmflora stabilisieren und entschlacken sowie den Abtransport von Schadstoffen über die Haut beschleunigen. Außerdem hat das Gel eine kühlende Wirkung auf der Haut und wirkt beruhigend, antibakteriell und schmerzstillend, vor allem bei akuten Entzündungen und entzündlichen Hautkrankheiten wie beispielsweise der Neurodermitis.

Aloe Vera für die äußere Anwendung

Bei der äußerlichen Anwendung wird das aus der Pflanze gewonnene Gel in der Regel direkt aufgetragen. Die frischen Blätter der Pflanze werden dafür geerntet und gegebenenfalls im Kühlschrank aufbewahrt. Aus den dicken Sukkulenten-Blättern quillt der Saft der Pflanze bereits heraus, wenn man sie aufschneidet. So kann es bereits für kleinere Entzündungen, Mückenstiche oder Sonnenbrände verwendet werden.

Für andere äußerliche Anwendungen, beispielsweise im Gesicht oder in den Haare, empfiehlt es sich, auf kosmetische Produkte mit Aloe Vera zurückzugreifen. Oftmals ist der Direktsaft der Pflanze für besondere Körperpartien nicht unbedingt geeignet, wenngleich auch nicht schädlich. Das Aloe Vera Nutri Repair Shampoo ist beispielsweise eine Möglichkeit, die pflegenden Inhaltsstoffe der Pflanze für Haare und Kopfhaut zu nutzen.

Wegen seiner beruhigenden Wirkung wird Aloe Vera besonders gern bei Sonnenbränden eingesetzt. Hier haben Studien ergeben, dass die Behandlung mit dem Pflanzengel nicht nur schonender, sondern auch wirksamer ist als eine vergleichbare Behandlung mit Kortisol.

Darüber hinaus beschleunigt das Gel die Zellvermehrung, was bei einer gesunden Wundheilung dazu führen kann, dass die natürlichen Selbstheilungskräfte des Körpers besser genutzt werden können. Aloe Vera ist in diesem Sinne kein klassisches Medikament, aber durchaus ein Beschleuniger für Heilprozesse, die in unserem Körper von sich aus angelegt sind.

Aloe Vera zur Einnahme

Aloe Vera ist darüber hinaus auch zur Einnahme geeignet. Doch auch hier sollte darauf verzichtet werden, den Direktsaft aus der Pflanze zu sich zu nehmen, da er, wie weiter oben bereits beschrieben, stark abführende wirken kann, wenn er nicht professionell gewonnen oder mit anderen  Substanzen verdünnt wurde. Aloe Vera Trinkgel ist heute ein beliebtes Hilfsmittel zur gelegentlichen Entschlackung des Körpers oder zur Stabilisierung des Stoffwechsels.

Dafür wird das Gel der Pflanze üblicherweise mit anderen Inhaltsstoffen kombiniert, die eine bestimmte Zielfunktion erfüllen, etwa die Förderung der Durchblutung oder die Unterstützung der Verdauung. Außerdem werden Aloe Vera Trinkgels oftmals natürliche Geschmacksaromen beigesetzt, um den sonst leicht bitterem Geschmack des Pflanzengels ein wenig entgegenzuwirken.

Wegen der beruhigenden Wirkung ist der Aloe-Saft auch für die Anwendung in der Mundhöhle, etwa bei Zahnfleischentzündungen, geeignet. Hier kann man das flüssige Präparat beispielsweise nutzen, um ausgiebig damit zu gurgeln.

Kann man Aloe auch zu Hause züchten?

Natürlich ist Aloe Vera auch eine geeignete Zimmerpflanze, die dauerhafte Gewinnung von Kosmetikprodukten aus der Pflanze dürfte sich jedoch für Einzelpersonen schwierig gestalten. Die Sukkulente stammt aus der Wüste und kommt daher traditionell ohne viel Wasser zurecht. Darüber hinaus braucht die Pflanze einen sonnigen und gleichmäßig warmen Platz.

Typisch für Sukkulenten ist aber auch, dass sie eher langsam wachsen. Eine Aloe Vera wird als Zimmerpflanze also nur wenige ihrer Blätter zur Verfügung stellen können, bevor man sie so stark abgeerntet hat, dass sie sich kaum noch aus eigener Kraft regenerieren kann. Auch die Menge an Gel in den Blättern sollte nicht überschätzt werden, da die Pflanze ihre Flüssigkeitsreserven durch eine große, harte Blattschicht schützt.

Worauf sollte man beim Kauf von Aloe-Vera-Produkten achten?

Wichtig bei Aloe-Vera-Produkten ist eine hohe Konzentration des reinen Blattgels der Pflanze. Nur so kann der Verbraucher sicher sein, dass die heilsamen Kräfte der Pflanze auch zur Geltung kommen und nicht mit synthetischen Zusatzstoffen erzielt werden. Oftmals ist Aloe Vera nämlich auch nur ‚beigemischt‘. Darüber hinaus lassen einige Anbieter ihre Produkte von verschiedenen wissenschaftlichen Instituten testen, um die Haut- und/oder Einnahmeunverträglichkeit ihres Produktes nachzuweisen.

Hierauf sollte besonders geachtet werden. Eine allergische Reaktion auf Aloe Vera ist äußerst selten, kann aber dennoch auftreten. Deswegen empfiehlt es sich, das Produkt der Wahl vor einer großflächigen Anwendung im kleinen Umfang zu testen. Treten dabei bereits Hautrötungen auf, sollte von einer Behandlung mit Aloe Vera lieber abgesehen werden.