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Etwa 300.000 Studierende in Deutschland empfangen das sogenannte Berufsausbildungsförderungsentgelt oder kurz: BAföG. Es ermöglicht vielen ein Studium, die sich  den Lebensunterhalt neben dem Studium ohne Unterstützung nur schwer finanzieren könnten. Schon das Beantragen ist nicht leicht, aber auch bei der Rückzahlung gibt es unzählige Optionen. Dieser Artikel zeigt, wie man am besten vorgeht.

Wann kann man sein BAföG zurückzahlen?

Das BAföG wird am Ende einer finanzierten Berufsausbildung zurückgezahlt. Schüler erhalten dabei einen Zuschuss, den sie nicht zurückzahlen müssen. Studierende und Auszubildende hingegen müssen zumindest einen Teil der Summe wieder begleichen – in der Regel die Hälfte. Der BAföG-Höchstsatz beträgt aktuell 735 Euro pro Monat. Ein Bachelorstudium dauert in der Regelstudienzeit sechs Semester, also drei Jahre. Es geht also um nicht wenig Geld. Hat der Student  für die Dauer eines Bachelorstudiengangs den Höchstsatz an Förderungsentgelt erhalten, müsste er am Ende die Hälfte von knapp 26.000 Euro, also etwa 13.000 Euro zurückzahlen. Das BAföG-Amt hat hierfür allerdings eine Obergrenze eingerichtet.

Wer die Höchstsätze erhalten hat, muss am Ende insgesamt nicht mehr als 10.000 Euro zurückzahlen. Fünf Jahre nach Ende der Ausbildung muss der BAföG-Empfänger zurückzahlen. In welchen Raten das geschieht, das kann er in Kooperation mit dem Amt selbst bestimmen. Kleine Raten sollen es ermöglichen, selbst während des oft gering bezahlten Berufseinstiegs das Geld zurückzuerstatten. Für den Staat ist es aber allein aus Gründen des Zinses angenehmer, wenn er das Geld als Ganzes zurückerstattet bekommt. Er gewährt also gewisse Rabatte, wenn die ehemaligen BAföG-Empfänger ihr Geld möglichst schnell und möglichst in einem Stück zurückzahlen.

Bei den bereits genannten 10.000 Euro Höchstsatz gewährt das Amt derzeit satte 28,5 Prozent Nachlass, das sind  2.850 Euro! Leider kann es sich nicht jeder leisten, eine solche Summe bereits fünf Jahre nach Abschluss der Berufsausbildung am Stück zurückzuzahlen. Es kann sich unter diesen Bedingungen aber lohnen, die Summe mit einem Kredit umzuschulden und dabei insgesamt von den Rabatten zu profitieren.

BAföG umschulden mit einem Kredit?

Ob sich die Rückzahlung des BAföGs mit einem Kredit wirklich lohnt, kann man ganz einfach ausrechnen. Dazu muss man zunächst die insgesamt zurückzuzahlende Summe kennen, genau wie die stufenweise festgelegten Rabatte, die der Staat bei einer Einmalrückzahlung gewährt. Ergibt sich aus dem Rabatt unter Berücksichtigung der Kosten für den Kredit (also die Kreditzinsen) noch immer ein Gesamtvorteil, lohnt sich die Aufnahme eines Kredites. Wer das Maximum an Ersparnis herausholen möchte, sollte sich verschiedene Kredite mitsamt ihren Konditionen anschauen und ein paar Rechnungen anstellen – somit lassen sich mit einem Kreditvergleich hohe Ersparnisse erzielen.

Wichtig ist dabei auch ein nüchterner Blick auf die eigenen Finanzen: Wie viel Geld kann ich pro Monat problemlos (!) zurückzahlen? Problemlos heißt hierbei, dass das Geld nicht anderweitig in die Budgetplanung eingeflossen wäre, sondern am Ende von einem Monat wirklich übrig ist. Daran sollte sich die Höhe der Kreditrate und somit auch die Laufzeit des Kredites orientieren. Im Laufe eines Berufslebens ist es die Regel, dass die Einkünfte steigen – gerade Berufseinsteiger mit akademischen Abschluss dürfen darauf hoffen, dass ihr Verdienst von Jahr zu Jahr wachsen wird.

Für viele ehemalige Studierende ist die Rückzahlung des BAföGs mittels eines Kredits also eine wirklich lukrative Alternative zum langsamen Abstottern der Beträge. Wie das obige Beispiel zeigt, entstehen dabei keinerlei zusätzliche Kosten und auch die Risiken bleiben vergleichsweise gering.

Worauf sollte man bei der Rückzahlung des BAföGs mit einem Kredit achten?

Bleibt der Staat der Gläubiger bei der Rückzahlung, verfügt der Rückzahler über etwas flexiblere Konditionen. Sollte es zu Zahlungsengpässen kommen, lässt sich der Rückzahlungszeitraum nämlich insgesamt auf bis zu zwanzig Jahre (mit entsprechend kleinen Raten) ausdehnen. Das ist bei einem Kredit nicht ohne weiteres realisierbar. Das BAföG per Umschuldung zurückzahlen sollten also nur diejenigen, die sich wirklich sicher sind, dass die vereinbarten Kreditraten für sie während der gesamten Laufzeit absolut machbar sind. Dann hat die Rückzahlung per Kredit allerdings viele Vorteile.

Im bestmöglichen Fall hat der Absolvent einer Berufsausbildung bereits fünf Jahre nach seinem Studium oder seiner Ausbildung einen festen Job gefunden und kann die Kreditraten vom monatlichen Einkommen problemlos tilgen. Dann gibt es auch keinerlei Schwierigkeiten bei der Beantragung eines Kredits. Lassen sich ein regelmäßiges Einkommen und ein fester Arbeitgeber nachweisen, sind die Banken häufig bereit, Kredite zu sehr guten Konditionen zu gewähren. Aber auch Selbstständige und Freiberufler können von der günstigen Rückzahlungsoption per Kredit durchaus Gebrauch machen. Hier kann es helfen, wenn man seine Einkommensteuerbescheide der letzten Jahre griffbereit hat und der Bank nachweisen kann, dass Jahr für Jahr eine gewisse Summe an Eingängen zu verzeichnen ist.

Die allermeisten Studenten stehen fünf Jahre nach ihrem Studium finanziell auf festem Boden. Die Rückzahlung des BAföG am Stück ist für sie oftmals dennoch eine riskante finanzielle Belastung. Genau hier ist das Modell „BaföG-Rückzahlung mit Kredit“ äußerst sinnvoll. Leider ist diese Option bislang kaum bekannt und die Ämter weisen von selbst nicht immer auf diese Möglichkeit hin. Jahr für Jahr gehen somit vielen ehemaligen Studierenden mehrere Tausend Euro an Ersparnis verloren.