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Die Haut ist fahl und faltig, in Wohnung und Kleidung hängt Rauchgeruch und um die Fitness war es auch schon mal besser bestellt: Viele Raucher wollen das Rauchen des Wohlgefühls und der Gesundheit zuliebe aufgeben, schaffen es aber nicht oder werden rückfällig. Raucherentwöhnung ist ein langwieriges Unterfangen, das viel Disziplin erfordert. Vier Methoden sind recht erfolgversprechend.

Rauchen: Für viele ist es ein Ausdruck von Coolness und Freiheit, Zigarrenraucher sehen es als Genuss. Dabei gilt es als das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Und es hat tödliche Folgen: Pro Jahr sterben in Deutschland mehr als 120.000 Menschen direkt oder indirekt am Tabakkonsum, schätzt das Bundesgesundheitsministerium. Obwohl viele Raucher um die gesundheitlichen Risiken wissen, fällt es ihnen schwer, von Zigaretten, Zigarren und Co. loszukommen. Warum das so ist und wie der Schritt in ein rauchfreies Leben gelingt, erklären wir im Artikel.

Was passiert beim Rauchen?

Wer an einer Zigarette zieht, inhaliert bis zu 4.000 Stoffe, von denen Nikotin und Teer die bekanntesten sind. Nikotin bewirkt, dass sich der Herzschlag beschleunigt, die Blutgefäße zusammenziehen und der Blutdruck steigt. Außerdem regt es die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin an, bringt den Stoffwechsel auf Touren und wirkt energetisierend. Allerdings macht der Stoff auch abhängig. Nikotin gelangt in wenigen Sekunden über die Lunge ins Gehirn und regt die Ausschüttung des Hormons Dopamin an, das ein Wohlgefühl auslöst. Teer hingegen setzt der Lunge zu, schädigt beispielsweise die Flimmerhärchen in den Bronchien, die die Atemwege von Fremdkörpern reinigen.

Die gesundheitlichen Folgen, die langfristig auftreten können, sind chronisch-obstruktive Bronchitis (COPD), Verengung der Atemwege, Lungenkrebs, Gefäßverkalkung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schlechte Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und andere Krebserkrankungen. Wer sich dies vor Augen führt, wird zum Schluss kommen, dass es mehr als angeraten ist, das Rauchen aufzugeben. Zumal man nicht nur sich selbst gefährdet, sondern auch andere Menschen im Umfeld, denn auch Passivrauchen kann zu schweren Erkrankungen führen. Trotzdem fällt es vielen Rauchern schwer, nicht zur Zigarette zu greifen. Wer davon loskommen will, kann verschiedene Methoden der Raucherentwöhnung ausprobieren.

Formen der Raucherentwöhnung

Die radikalste Form der Raucherentwöhnung ist die Schlusspunkt-Methode: Der Raucher stellt hierbei sein Laster in dem Moment ein, in dem er beschließt, damit aufzuhören. Es ist erfolgsentscheidend, den Entschluss sofort und konsequent umzusetzen und sich nicht etwa einige Tage Aufschub zu gewähren. Die Methode erfordert viel Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen. Hilfreich ist es, Familie, Freunde und Kollegen über den Schritt zu informieren. Das hat zwei Gründe: Im besten Fall bietet nun niemand dem Raucher auf Entzug eine Zigarette an und bringt ihn dadurch in Versuchung. Außerdem wirkt so die soziale Kontrolle, was es dem frischgebackenen Ex-Raucher erleichtert, die kritischen ersten sieben Tage zu überstehen – erfahrungsgemäß ist diese Phase der Entwöhnung die schwierigste, weil Entzugserscheinungen auftreten.

Eine andere Möglichkeit sind spezielle Raucherentwöhnungskurse mit mehreren Teilnehmern. Bei den Gruppenveranstaltungen handelt es sich um eine verhaltenstherapeutische Maßnahme. Darin lernen Raucher, sich in Bezug auf ihr Laster besser selbst zu kontrollieren. Dazu analysieren sie zunächst ihr Rauchverhalten und beleuchten insbesondere die Situationen, in denen sie zum Glimmstengel greifen. Dann erstellen die Teilnehmer ein Programm mit verhaltenstherapeutischen Regeln zur Selbstkontrolle. Es soll ihnen helfen, besser mit dem Drang zu Rauchen, der in solchen Situationen gerne auftritt, umzugehen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Teilnehmer Verhaltensalternativen kennenlernen: Wer sich früher zum Beispiel bei Stress eine Zigarette angesteckt hat, wird nun vielleicht lieber eine Runde laufen oder meditieren.

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Sport bzw. jede Form von körperlicher Aktivität sowie Entspannungsübungen sind nämlich gut geeignet, um der Verlockung zu begegnen. Falls das einmal nicht gelingt und die entwöhnten Raucher rückfällig werden, können sie auf Bewältigungsstrategien zurückgreifen, die ihnen in dem Kurs ebenfalls vermittelt wurden. Das Ziel der Entwöhnungskurse ist übrigens nicht, das Rauchen schlagartig aufzugeben, sondern den Tabakkonsum allmählich zurückzufahren. Auf diese Weise fällt den meisten der Schritt in ein rauchfreies Leben leichter. Eine gute Ergänzung zu den Raucherentwöhnungskursen ist die Nikotinersatztherapie. Hierbei nehmen Raucher zwar nach wie vor Nikotin auf, aber über medizinische Produkte wie Pflaster, Sprays, Kaugummis oder Tabletten.

Die Nikotinmenge wird langsam reduziert, Entzugserscheinungen werden gemildert. Ein Vorteil der Ersatzpräparate ist, dass Raucher nicht zur Zigarette greifen müssen und dadurch weder Teer noch andere gesundheitsschädliche Stoffe aufnehmen. Und noch einen Vorteil haben Produkte zur Raucherentwöhnung, zum Beispiel Pflaster: Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Je stärker ausgeprägt die Abhängigkeit ist, umso schwerer fällt es Rauchern, der Zigarette, Zigarre oder Pfeife zu entsagen. In diesen Fällen haben Raucherentwöhnungskurse und Nikotinersatztherapie häufig nicht den gewünschten Erfolg. Als Möglichkeit bleiben dann noch Medikamente, die ein Arzt verordnen muss. Hier kommen Präparate mit den Wirkstoffen Bupropion und Vareniclin infrage.

Bupropion wird normalerweise zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, doch Wissenschaftler fanden heraus, dass es auch das Verlangen nach einer Zigarette und Entzugserscheinungen mildert. Vareniclin hat eine ähnliche Wirkung. Die Therapie dauert mehrere Wochen und muss ärztlich begleitet werden. Da Präparate mit diesen Wirkstoffen schwere Nebenwirkungen haben, sollte die medikamentös unterstützte Raucherentwöhnung allerdings das letzte Mittel sein. Zudem muss der behandelnde Arzt vorher genau abwägen, ob die Behandlung für einen Patienten überhaupt infrage kommt.

Das passiert, wenn man mit dem Rauchen aufhört

Wer es geschafft hat, vom blauen Dunst loszukommen, kann sich freuen, denn eine jahrelange Sucht zu überwinden ist ein großer Erfolg. Und das Beste ist: Der Körper profitiert unmittelbar vom Rauchstopp. Schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette sinken Blutdruck und Puls und nach 12 Stunden hat der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sein ursprüngliches Niveau erreicht, die Organe werden wieder normal mit Sauerstoff versorgt. Weitere gesundheitliche Verbesserungen zeigen sich nach Wochen, Monaten oder Jahren: Bis die Durchblutung und Lungenfunktion sich verbessern, vergehen bis zu 3 Monate.

Im weiteren Verlauf lassen Raucherhusten und Kurzatmigkeit nach, die Flimmerhärchen in den Bronchien arbeiten wieder besser, wodurch das Risiko für Erkrankungen der unteren Atemwege sinkt. Wer es schafft, rauchfrei zu bleiben, senkt das Risiko, an Koronarer Herzkrankheit, Kehlkopf-, Bauchspeicheldrüsen- oder Lungenkrebs zu erkranken, drastisch. Es lohnt sich also, das Rauchen aufzugeben.