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Es ranken sich vielerlei Mythen um den gesunden Schlaf. Die einen sagen, nur mit einer guten Routine lässt es sich entspannt schlafen. Die anderen wiederum schwören auf gute Matratzen und Kissen. Es gibt viele Wahrheiten bezüglich gesunder Schlafhygiene. Am besten ruht man aber, wenn man alle Komponenten gut im Hinblick auf seine persönlichen Vorlieben eingestellt hat.

Wie beeinflusst das Kissen den Schlaf?

Warum überhaupt ein Kissen? Die Wissenschaft ist sich einig: Die Menschen schliefen schon vor tausenden Jahren mit einer zusätzlichen Stütze für den Nacken. Schon im alten Ägypten und in China hatten die Menschen nachgewiesenermaßen Kopfstützen zum Schlafen. Die ersten richtigen Daunenkissen gab es aber erst später im Mittelalter. Es muss also ein grundlegendes menschliches Bedürfnis sein, Kopf und Nacken beim Schlafen extra zu polstern. Man ist sich bis heute nicht einig, woher das Bedürfnis nach einem Kissen genau stammt. Es gibt allerdings Vermutungen, dass die anatomische Anordnung unseres Körpers mit dem im Gegensatz zur restlichen Wirbelsäule recht fragilen Halswirbelsäule etwas damit zu tun haben könnte.

Fakt ist: Wer ohne Kopfkissen schläft, schläft schlecht und riskiert allzu schnell Nackenverspannungen, Kopfschmerzen und andere Symptome. Selbst wer mit einem Kissen schläft, das nicht gut zu seiner Kopf- oder Körperform passt, kann unter einem schlechten Schlaf leiden. Wir merken dies, wenn wir uns allzu oft drehen und wenden müssen, um eine bequeme Schlafposition zu erreichen. Was man beim Kissenkauf beachten sollte ist also primär der individuelle Schlafkomfort. Die Optik ist zwar nicht ganz zu vernachlässigen, sollte aber mindestens nachrangig sein.

Brauche ich ein anderes Kissen?

Wer morgens regelmäßig mit Kopf- oder Nackenschmerzen bzw. -verspannungen aufwacht, sollte über den Kauf eines neuen Kopfkissens nachdenken. Aber auch wer unruhig schläft oder schlecht einschläft sollte darüber nachdenken, es mit einem anderen Modell wenigstens zu probieren. Dabei sollte man nicht wahllos zum nächstbesten Polsterladen gehen und sich mit Kissen eindecken. Vielmehr gilt es zunächst, sich Gedanken über das eigene Schlafverhalten und die Körperform zu machen. Menschen mit einem kräftigen, muskulösen Nacken brauchen beispielsweise oftmals ein weniger hartes Kissen, da die eigene Muskulatur den Kopf bereits gut stützt.

Wer eher zierlich ist, sollte ein entsprechend großes und stabiles Polsterkissen kaufen. Außerdem spielen auch die Eigenheiten beim Schlaf eine entscheidende Rolle: Schwitze ich viel beim Schlafen? Ist mir öfter kalt oder warm? Schlafe ich lieber auf dem Rücken, auf der Seite oder auf dem Bauch? Das Kissen ist für einen gesunden Schlaf bei weitem nicht so nebensächlich, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte. Wer jahrelang mit dem falschen Kissen schläft, riskiert chronische Nackenschmerzen durch eine dauerhafte Verzerrung oder Verrenkung in der Hals- und Rückenmuskulatur. Diese können sich zunächst versteckt äußern.

Viele Menschen klagen beispielsweise über mysteriöse Kopfschmerzen, die sich im Alter eingeschlichen haben. Es dauert meist sehr lange, ehe ein findiger Orthopäde die Ursache in einer falschen Schlafposition dank einem ungeeigneten Kissen findet. Daher lohnt es sich, das eigene Schlafverhalten gründlich zu analysieren und das passende Kissen dafür zu kaufen.

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Worauf sollte man beim Kissenkauf achten?

Es gibt mehrere Dinge, die bei einem Kissen ausschlaggebend sind. Zunächst wäre da die Füllung. Klassische Füllungen wie Baumwolle, Daunen oder Federn sind eine gute Wahl für Bauchschläfer, weil sie sehr leicht nachgeben und sich der Körperform gut anpassen. Kräftigere Materialien wie Schafschurwolle, Naturlatex oder Hirsespreu können besser für Rücken- oder Seitenschläfer geeignet sein. Wichtig ist hierbei auch, dass das Kissen atmungsaktiv ist und Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wir verlieren alle sehr viel Wasser während des Schlafens, im Einzelnen sogar bis zu zwei Liter. Die Bettwäsche und insbesondere auch das Kissen sollten in der Lage sein, diese Feuchtigkeit gleichmäßig zu absorbieren, damit sich darin keine Keime bilden können.

Wie groß sollte ein Kissen sein?

Wir alle kennen die Bilder von traumhaften Himmelbetten mit übergroßen Kissen. Das erinnert uns an Überfülle und Luxus, wie wir sie gern auch zu Hause haben würden. Aber große Kissen sind in der Regel schlecht für den Schlaf. Das Kissen sollte beim Schlafen nicht die Schultern, sondern wirklich nur Hals und Nacken abstützen. Für die Polsterung der Schulter verfügt eine gute Matratze über eine entsprechende Zone. Hier erkennt man auch gut, dass ein gutes Kissen und eine gute Matratze Hand in Hand gehen und miteinander gedacht werden sollten. Selbst das beste Kissen kann nur eine minimale Verbesserung des Schlafes bewirken, wenn die Matratze dazu schlecht ist. Dann schmerzt es vielleicht nicht mehr im Nacken beim Aufwachen, dafür aber womöglich in der Lendenwirbelsäule.

Es lohnt sich, beide Komponenten aufeinander abzustimmen, auch wenn die Investition hierfür etwas teurer werden wird. Im Idealfall behält man ein qualitativ hochwertiges Kissen ohnehin viele Jahre – im Gegensatz zu billigen Dekorationskissen, die meist schon nach wenigen Nächten durchgelegen, Beschädigungen aufweisen oder kaum einen intensiven Waschgang überstehen, der für die Hygiene wichtig ist. Ein guter und gesunder Schlaf ist die Investition auf jeden Fall wert.