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Frauen sind um genau 0,61 Prozentpunkte besser als Männer. An der Börse. Das zeigen Zahlen der Direktbank ING. Diese hat das Anlegeverhalten ihrer Kunden untersucht. Demnach haben Frauen ein glücklicheres Händchen. Sie erzielen eine leicht höhere Rendite. Das ist erstaunlich, denn nach anderen Quellen weichen bis zu vier von fünf Frauen einer Investition in Wertpapieren aus. Damit entgeht ihnen jedoch eine schöne Rendite. In Zeiten der Niedrigzinsen kommt eine solche Abwehrhaltung einem realen Wertverlust gleich. Denn wo, außer an der Börse, lässt sich derzeit denn überhaupt noch Ertrag auf Kapital generieren?

Günstige Anbieter erleichtern den Einstieg

Auf den Weg zum eigenen Depot gibt es eigentlich nur eine Hürde: Die Wahl des passenden Anbieters. Die Hausbank ist meistens sehr teuer und berechnet Depotgebühren sowie Gebühren für jeden Handel. Das reduziert den Ertrag. Viele Direktbanken bieten ein kostenloses Depot, verlangen jedoch ebenfalls relativ hohe Tradinggebühren. Eine kluge Frau sucht sich also einen Anbieter, der mit günstigen Gebühren auffällt. Bei Direktbrokern wie zum Beispiel Flatex und Co. ist nicht nur das Depot kostenlos, sondern auch die Handelsgebühren sind niedrig. Das bietet einen günstigen Einstieg in den Wertpapierhandel. Der einzige Nachteil: Eine persönliche Beratung gibt es nicht.

Allerdings gibt es dafür sehr viele Text- und Video-Hilfen, Informationen und aktuelle Kurse, auf die jede Depotinhaberin zugreifen kann. Das ist ausreichend, um eine fundierte unabhängige Entscheidungen ohne langes Einarbeiten zu treffen.

Sparpläne: Reduziertes Risiko, geringe Kosten

Der beste Weg, um an der Börse überhaupt den ersten Schritt zu gehen, sind Sparpläne. Dabei investiert die Frau monatlich eine feste Summe in ein Wertpapier. So steigt nach und nach das investierte Kapital und mit jedem neuen Anteil wächst die Renditechance. Sparpläne sind sehr pflegeleicht. Denn die monatliche Zahlung läuft automatisch und das Risiko ist bei einem Sparplan gering. Dennoch partizipiert die Anlage am Kursverlauf. Das geringe Risiko ist so zu erklären: Da die Investitionssumme immer gleich groß ist, sinkt bei steigenden Kursen die Zahl der gekauften Anteile. Es wird weniger teurer eingekauft. Bei sinkenden Kursen steigt die Zahl der Anteile überdurchschnittlich. Es wird mehr günstig eingekauft.

Verläuft der Kurs später dann gegenläufig, reduziert die Investorin durch weniger Anteile entweder ihren Verlust oder partizipiert durch mehr Anteile überdurchschnittlich von steigenden Kursen. Daher eignen sich Sparpläne besonders für Einsteigerinnen, zumal die Tradinggebühren bei vielen Anbietern wegfallen oder extrem reduziert sind.

Frauen setzten auf ETFs: Die günstigen, „automatisierten“ Fonds

Anders als Männer setzen die Anlegerinnen bei der Wahl der Wertpapiere eher auf Fonds und dabei speziell auf ETFs. Das mag das kleine Geheimnis sein, warum Frauen an der Börse mehr Rendite als Männer erzielen. Denn ETFs haben Vorteile. Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund. Das bedeutet: Es handelt sich vereinfacht gesagt um ein Wertpapier, das einen Index wie den DAX oder Dow Jones nachbildet. Die Fondsgesellschaft gibt dabei Anteile an Investoren aus. Sie investiert das eingenommene Geld in Aktien. Dabei sind zwei Besonderheiten zu beachten:

  • Der An- und Verkauf der Aktien läuft voll automatisch. Der Fond ist nicht aktiv gemanagt. Das spart Kosten und hält die Gebühren für Anleger gering.
  • Die gekauften Aktien bilden den jeweiligen Index nach. Die Zukäufe der einzelnen Wertpapiere entsprechen also stets so viel, dass ihr prozentualer Anteil im Fond ihrem Anteil im nachgebauten Index entspricht.

Darum lohnen sich ETFs

ETFs bieten viele Vorteile. Zum einen sind dies die genannten niedrigen Kosten. Da der Fond automatisch einen Index abbildet, sind die Verwaltungskosten extrem gering. Das spiegelt sich sowohl in den Ausgabegebühren als auch in Verwaltungskosten ab. Somit kann die Rendite schneller ansteigen. Der zweite Vorteil kann aber speziell für die Anlegerin noch entscheidender sein, die sich noch nicht gut mit Börsen auskennen. Denn sie muss sich nicht mit der Bewertung von Aktien herumschlagen. Sie partizipiert an der Entwicklung des gewählten Teilbereichs der Börse. Risikowerte und konservative Aktien gleichen sich dabei aus. Es zählt die Bewegung des Gesamtindex.

Genau deshalb eignen sich Fonds und speziell die ETF auf DAX, S&P 500, Nasdaq, Euro Stoxx oder MSCI World Index hervorragend für Einsteigerinnen. Es gibt natürlich wie bei jeder Anlageform Kritik an den ETFs, diese lassen sich jedoch widerlegen. Tipp: Bei vielen Anbietern, speziell Direktbrokern sind ETFs sparplanfähig. Das bedeutet: Jede Anlegerin kann mit einem Sparplan auf ETFs an der Börse starten. Mit geringen Gebühren und großen Chancen ergibt sich eine Investition, die schon bei einer moderaten Aufwärtsbewegung einen deutlichen Gewinn beschert.

Keine Angst, einfach mal ganz Frau sein!

Es gibt für Frauen überhaupt keinen Grund, sich von der Börse fernzuhalten. Denn zum einen sind sie die besseren Anlegerinnen, zum anderen gibt es einsteigerfreundliche Produkte. Ein ETF als Sparplan ist ein guter Anfang. Wer sich Schritt für Schritt etwas herantasten möchte, kann sich dann mit aktiv betreuten Fonds oder Einzelwerten beschäftigen. Wichtig ist nur, dass sich Frau eins bewusst ist: Auch unter Berücksichtigung des Risikos zahlt sich eine Investition an der Börse langfristig in den meisten Fällen aus. Das Niedrigzinsumfeld lässt fast alle anderen Anlageformen unattraktiver werden. Daher: Einfach wagen. Die Daten sprechen dafür, dass Frauen es können – sogar besser als Männer.