12. Juni 2024

Klinik am Opernplatz: Krankenkassen sollten die Kosten einer Lipödem-Behandlung übernehmen

Das Lipödem ist eine häufige Erkrankung der Gefäße, die fast ausschließlich Frauen trifft und für die Betroffenen sehr belastend sein kann. Die Krankheit äußert sich in geschwollenen Extremitäten, vornehmlich der Beine. Betroffenen wird oft zunächst eine falsche Ernährung unterstellt. Diese hat allerdings mit der Krankheit wenig tun. Einschlägige Fachärzte plädieren nun dafür, dass die Krankenkassen die Kosten für eine Behandlung übernehmen sollten.

Was ist ein Lipödem und wie kann es behandelt werden?

Das Lipödem ist eine chronische und in der Regel fortschreitende (progrediente) Erkrankung, bei der die Fettzellen vermehrt Wasser aufnehmen. Dadurch kommt es zu Schwellungen, die von einem leichten bis schweren Übergewicht (Adipositas) kaum zu unterscheiden sind. Beim Lipödem sind vor allem die Beine, Hände und Füße betroffen – die Körpermitte kann im Einzelfall regelrecht schlank ausfallen.

Oft wird das Lipödem nicht richtig erkannt und erst spät wirkungsvoll behandelt, obwohl die Betroffenen stark darunter leiden, etwa weil sie sich als zu dick empfinden und/oder keine passende Kleidung finden. Experten wie Dr. Stephan Vogt, Schönheitschirurg an der Klinik am Opernplatz in Hannover, plädieren deswegen dafür, dass die Kosten für eine Behandlung von der Krankenkasse übernommen werden sollten.

Zwar gibt es zur Behandlung von Lipödemen einige konservative Methoden, wie beispielsweise die Lymphdrainage oder das Tragen von Kompressionswäsche, eine echte Abhilfe schaffen aber nur operative Methoden wie die Fettabsaugung oder Liposuktion: „Die Liposuktion ist dagegen eine Therapie, die in vielen Fällen zu einer deutlichen Verbesserung führt, da die Fettzellen dauerhaft reduziert werden“, sagt Dr. Vogt.

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Die Behandlung eines Lipödems ist keine rein kosmetische Korrektur

Dass es sich bei der Behandlung eines Lipödems nicht um eine reine Schönheitsoperation handelt, zeigt der zuweilen drastische und für die Betroffenen sehr belastende Krankheitsverlauf. Dazu Dr. Vogt: „Das Lipödem ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Natürlich sind vor allem übergewichtige Patienten betroffen, allerdings können auch normalgewichtige oder gar schlanke Patienten unter einem Lipödem leiden.

Das oft spannende und schmerzende Fettgewebe ist bei den Betroffenen äußerst druckempfindlich. Schon kleinste Außeneinwirkungen können dazu führen, dass die Betroffenen blaue Flecken bekommen. Das macht für sie vor allem auch das Tragen von Schuhen und Strümpfen äußerst unangenehm. Im höheren Alter schreitet der Krankheitsverlauf voran. Je zeitiger die Krankheit richtig diagnostiziert und behandelt wird, desto besser lässt sich der Krankheitsverlauf eindämmen oder sogar aufhalten.

Dazu noch einmal Dr. Vogt: „Eine Behandlung erst ab dem Stadium 3 ist nicht sinnvoll, weil man schon frühzeitig, also im Stadium 1, die Patienten behandeln sollte. Zum einen sollte den Patienten geholfen werden und zum anderen ist es auch wirtschaftlicher, weil folgende Operationen, wie zum Beispiel Straffungen, nicht erforderlich sind.“ Experten wie Dr. Vogt sprechen sich deshalb dafür aus, dass das Lipödem als ernsthafte Erkrankung mit Behandlungsbedarf wahrgenommen wird und die Patienten eine Behandlung bei den Kassen absetzen können.

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