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Mit Erfindung und Zulassung der Antibabypille in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts war es für Frauen selbstverständlich, dass sie jeden Monat eine Pillenpause einlegen und in dieser Zeit ihre Periode einsetzt. Inzwischen fragen sich jedoch viele Frauen, ob diese Pause wirklich notwendig ist, oder ob die Pille nicht einfach ohne Pause eingenommen werden kann. Auch Mediziner und Wissenschaftler haben sich mit dieser Frage befasst.

Warum gibt es die Pillenpause?

Als Ende der 50er Jahre die Antibabypille auf dem Markt zugelassen werden sollte, gab es zunächst deutlichen Protest von verschiedenen Seiten. Die Kirche meldete ihre Bedenken an und auch einige Mediziner sahen das Verhütungsmittel mit Skepsis. Um die Akzeptanz zu erhöhen und dadurch für eine Zulassung und einen Absatz zu sorgen, wurde eine Pillenpause berücksichtigt. Hierbei sollten Frauen wir gewohnt ihre Periode bekommen und sich sicher fühlen, nicht schwanger zu sein. Interessierte Leserinnen erfahren hier noch mehr Wissenswertes über die Pillenpause und ihre Folgen. Inzwischen ist die Pille jedoch ein absolut akzeptiertes und als sehr sicher geltendes Verhütungsmittel, das von vielen Frauen genutzt wird. Ist die Pillenpause daher heute noch zeitgemäß?

Gibt es Gründe für eine Pillenpause?

Ob die Pillenpause noch zeitgemäß ist, lässt sich durch einen Blick auf die medizinischen und psychologischen Fakten beantworten. Psychologisch sollte die Pause den Effekt haben, dass Frauen Sicherheit gewinnen, nicht schwanger zu sein. Allerdings ist die Periode kein Beweis gegen eine Schwangerschaft. Gerade in den ersten Schwangerschaftsmonaten kann es durchaus zu Blutungen kommen. Daher sorgt – egal ob mit oder ohne Pillenpause – nur ein Schwangerschaftstest für Sicherheit. Wird die Antibabypille korrekt eingenommen, gilt sie als eines der sichersten Verhütungsmittel. Übrigens weist die Anfangs- und Endzeit der Pilleneinnahme das größte Risiko für fehlerhafte Einnahmen und damit ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko auf.

Aus medizinischer Sicht kommt häufig die Frage auf, ob die Hormonpause in der Pillenpause für den Körper nicht notwendig sei. Da jedoch vor allem Frauen ab 40 in dieser Hormonpause vermehrt Beschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen bekommen, lässt sich kein positiver Effekt auf die Gesundheit ableiten. Hier tritt durch die Pillenpause eher ein negativer Effekt ein. Auch die britische FSRH (Faculty of the Royal College of the Obstetricians and Gynaecologists) kam bei Forschungen zu dem Ergebnis, dass eine Pillenpause keinen medizinischen Vorteil bietet.

Was tun, wenn keine Pillenpause mehr gewünscht ist?

Wer sich selbst gegen eine Pillenpause entscheidet, der kann die Pille durchgängig nehmen. Dazu ist es jedoch wichtig zu wissen, dass in einer Monatspackung zunächst 21 Hormonpillen und anschließend sieben inaktive Pillen enthalten sind. Letztere werden ausgelassen, wenn die Pille durchgängig genommen werden soll. Stattdessen beginnen Frauen am 22. Tag mit der nächsten Monatspackung. Mediziner raten dazu, einmal im Jahr eine Pillenpause einzulegen. Frauen können sich dazu mit ihrem behandelnden Gynäkologen beraten.