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Obwohl sehr viele Menschen im Lauf ihres Lebens irgendwann einmal pflegebedürftig werden, denken wir ungern darüber nach und werden manchmal regelrecht davon überrascht. Durch einen Unfall oder das Alter kann es mehr oder weniger plötzlich passieren, dass ein Familienmitglied Pflege braucht. Dieser Text gibt Tipps, was dann zu tun ist.

Ist eine Pflege zu Hause realisierbar?

In vielen Fällen fragen sich die Angehörigen zunächst, ob sich ein Pflegedienst vermeiden lässt. Die zu pflegende Person möchte höchstwahrscheinlich nur ungern umziehen sondern lieber an ihrem gewohnten Ort bleiben. Besonders nach einem Unfall oder einer plötzlichen Krankheit kann aber eine 24 Stunden Pflege unvermeidbar werden. Das betrifft insbesondere Angehörige, die nebenbei noch arbeiten gehen (müssen) und keine Zeit für eine umfassende Pflege zu Hause aufbringen können.

Dann müssen sich die Angehörigen entscheiden, ob sie ihren Angehörigen in ein Pflegeheim überweisen möchten oder eine Rundum-Pflege zu Hause organisieren. Eine der häufigsten Fragen zur 24 Stunden Pflege ist die nach den Kosten. Eine 24 Stunden Pflege bedeutet, dass eine Pflegefachkraft dauerhaft bei dem zu Pflegenden einzieht und sich um ihn kümmert. Solche Pflegefachkräfte werden von professionellen Dienstleistungsunternehmen vermittelt. Die Kosten können dabei je nach Pflegefall sehr unterschiedlich ausfallen und fangen bei etwa 3.000 Euro an.

Unter Umständen können von diesem Betrag noch verschiedene Pflegesachleistungen und Zuschüsse abgezogen werden. Anbieter, die eine 24 Stunden Pflege zu deutlich günstigeren Preisen vermitteln wollen, sind nicht seriös. Oft handelt es sich dabei um dubiose Dienstleistungsunternehmen, die günstige Fachkräfte aus deutschen Nachbarstaaten vermitteln und diese zu prekären und fragwürdigen Konditionen anstellen. Nicht nur aus Sorgen um den Angehörigen sollte man deswegen lieber auf professionelle Fachkräfte aus Deutschland vertrauen. Für unseriöse Unternehmen dürfen keine Anreize geschaffen werden.

Wann die Pflege in Eigenregie zu viel wird

Nicht jeder Pflegefall tritt plötzlich ein. Manchmal verläuft eine Krankheit auch langsam und der Pflegeaufwand steigt Monat für Monat, Jahr für Jahr. Oft fällt es den pflegenden Angehörigen dann schwer, einen richtigen Zeitpunkt abzupassen, an dem die Pflege ausgelagert werden sollte. Wenn dann ein kritischer Notfall eintritt, bemerken sie meist: Es geht nicht mehr. Das kann schon bei vermeintlich harmlosen Krankheiten wie einer Altersdiabetes der Fall sein.

Wenn der Betroffene sich nur noch schwer selbst helfen kann, werden auch kleinere Krankheiten schnell sehr gefährlich.  Dem kann man zuvor kommen. Ärzte weisen in der Regel schon bei Routineuntersuchungen darauf hin, ab wann ein Gesundheitszustand kritisch wird und eine dauerhafte Pflege, die schnell auf Notfälle reagieren kann, unerlässlich ist. Wenn Angehörige im respektvollen Dialog mit den behandelnden Ärzten stehen, lassen sich kritische Situationen vermeiden. Auch dem Betroffenen lässt sich das in der Regel verständlich machen.