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Es ist eine fatale Annahme zu glauben, dass Schmerzen im Rücken auch immer dort entstehen, wo sie spürbar sind. Rückenschmerzen beschäftigen seit Jahren die medizinische Forschung, weil sie so viele Menschen betreffen.

Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass deutlich mehr als eine schlechte Sitzhaltung früher oder später zu Schmerzen im Rücken führen kann. Das hat auch Konsequenzen für die Behandlung und die Prophylaxe.

Von Kopf bis Fuß: Rückenschmerzen können beinahe überall entstehen

Eine für Laien eher ungewöhnliche Quelle für Rückenschmerzen stellt der Kiefer dar. Die CMD, die sogenannte Craniomandubuläre Dysfunktion, bezeichnet aber genau das. Diese Fehlfunktion im Kiefergelenk kann dazu führen, dass früher oder später Schmerzen im Rücken entstehen. Genau so wie der Ausgangspunkt also im Kopf liegen kann, steckt die Ursache für Rückenschmerzen manchmal in den Füßen.

Eine leichte Fußfehlstellung ist häufiger als man denkt und wird nur in seltenen Fällen erkannt, nämlich dann, wenn sie zu sichtbaren Abweichung beim Laufen führen. Viele Menschen mit einer Fußfehlstellung bemerken höchstens, dass ihnen gewöhnliche Schuhe öfter zu drücken scheinen als bei anderen Menschen, und machen sich darüber weniger Gedanken.

Dabei kann eine über Jahre unbehandelte Fußfehlstellung dazu führen, dass sich die Haltung langfristig verändert und später schwer lokalisierbare Schmerzen im Rückenbereich auftreten. Mit passenden Einlegesohlen, die am Besten schon während der Kindheit regelmäßig getragen werden, kann Haltungsschäden durch eine Fußfehlstellung effektiv entgegengewirkt werden.

Wie kann man Rückenschmerzen langfristig vorbeugen?

Bei vielen Menschen ist nicht die Frage ob, sondern wann Rückenschmerzen auftreten. Gerade in Berufen, die zu einem Großteil sitzend ausgeführt werden, kann es sinnvoll sein, bereits in jungen Jahren aktiv gegen eventuell später auftretende Rückenschmerzen vorgehen. Das A und O ist hier natürlich eine regelmäßige Bewegung. Laufen ist jedoch nur sinnvoll, wenn nicht, wie oben genannt, eine eventuelle Fehlstellung vorliegt.

Auch die richtigen Schuhe müssen davor schützen, dass der Rücken beim Auftreten unnötig belastet wird. Eine rückenschonende Aktivität ist beispielsweise Schwimmen. Schwimmen ist auch gut für ältere oder nicht ganz so sportliche Menschen geeignet, da der Auftrieb im Wasser die Gelenke schont und die Bewegung einfacher macht. Fortgeschrittene gehen über zu Wassergymnastik, die ziemlich anstrengend werden kann.

Eine sinnvolle prophylaktische Maßnahme gegen Rückenschmerzen ist auch der anlasslose Gang zum Orthopäden. Die meisten Ärzte in diesem Fachgebiet wissen um die vielseitigen Ursachen von Rückenschmerzen und kennen die Problematik von Bürojobs. Sie können sowohl Stand als auch Gang genauestens analysieren und frühzeitig erkennen, ob eine Fußfehlstellung oder eine andere Prädisposition für Rückenschmerzen vorliegt.

Wer zeitig erkennt, dass er beispielsweise orthopädische Einlagen benötigt, kann sich diese regelmäßig für sein normales Schuhwerk anfertigen lassen und so aktiv etwas für seinen Rücken tun, bevor diese oft ausgesprochen nervigen Schmerzen eintreten.