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Was kann Frau nicht alles machen lassen: Botox spritzen, Brüste vergrößern, Schlupflider straffen, Fett absaugen. Das alles ist Routine und Thema in Beautysalons. Eine andere kosmetische Operation ist jedoch ein Tabu. Niemand spricht gern drüber. Dennoch entscheiden sich mehrere Tausend Frauen im Jahr für eine Schamlippenkorrektur. Warum?

Scham statt Charme

Der Intimbereich ist einerseits ein Tabubereich. Andererseits drückt sich hier die gesamte Weiblichkeit aus. Hier entsteht Lust, reift das Kind und ist die Frau ganz Frau. Optisch stehen die Schamlippen im Fokus. Nicht immer sind die Damen glücklich mit ihrem Aussehen. Das gilt speziell dann, wenn die inneren Lippen aus den äußeren herausragen. Noch schlimmer kann ein ungleiches Paar sein. War es in vergangenen Jahrzehnten die Schamhaarbedeckung, die den Blick auf diese Besonderheiten etwas kaschiert hat, fällt eben diese inzwischen häufig weg. Die Intimrasur in all ihren Facetten legt diesen Bereich frei und lässt einen intensiven (An-) Blick zu.

Viele Frauen fühlen sich durch diese von ihnen als unschön empfundene Gestaltung unwohl, einige entwickeln sogar eine Abneigung gegen die eigene intimste Stelle. Die Folge können psychische Belastungen sein, die bis zu einer Belastung in der Partnerschaft führen können. Liebt sich die Frau nicht selbst, ist intime Nähe schwer zu verwirklichen. Neben einem gestörten Selbstwertgefühl kann es jedoch auch ganz handfeste Probleme geben. Denn sind die inneren Lippen zu lang, kommt es immer wieder zu Reibung mit teilweise schmerzhaften Folgen. So wird aus dem Schambereich eine Region, die zwischen dem Trend der Intimrasur und der Scham für den eigenen Körper pendelt.

Schamlippenkorrekturen für mehr Zufriedenheit

Seit den 1990er-Jahren ist ein Trend in der Schönheitschirurgie festzustellen: Schamlippenkorrekturen erleben eine wachsende Nachfrage. Aus der Scham geboren möchten Frauen eine Verschönerung ihrer Intimzone erreichen. Die Angleichung der äußeren Schamlippen spielt eine untergeordnete Rolle, obwohl ein solcher Eingriff auch gegen zu groß empfundene innere Schamlippen zielführend sein kann. Der klassische Eingriff ist jedoch ein Kürzen der inneren Lippen. Das Ziel: Die herausragenden Hautpartien sollen nach der Operation von den äußeren Lippen verdeckt bleiben.

Mehrere Wege führen zum Ziel

Welcher Eingriff überhaupt möglich ist, kann von der Anatomie der Frau abhängen. Zwischen kompletter Entfernung der inneren Schamlippen bis zum vorsichtigen Angleichen sind mehrere Schnittformen möglich. Es kommt nicht zudem auf die bestehenden Probleme und den gewünschten Effekt an. Während bei der einen Frau nur eine etwas längere Seite gekürzt wird, wünscht die nächste eine radikale Entfernung oder eine schönere Form. So individuell wie die Probleme können auch die Lösungen sein. Dabei kommen verschiedene Schnitttechniken, Geräte oder Techniken zum Einsatz. Besonders schonend ist ein Eingriff mit dem Laser. Denn dieser kann Wunden bereits wieder verkleben und reduziert so möglichen Blutungen, die an dieser Stelle häufig auftreten können.

Beraten lassen!

Jede Frau sollte sich intensiv von mehreren Ärzten beraten lassen, welcher Eingriff sinnvoll ist und welche Risiken bestehen. Zwar ist eine Schamlippenkorrektur bei Spezialisten wie der Wallenstein Klinik Routine. Es gibt aber dennoch durchaus ernst zu nehmende Risiken und einige Besonderheiten bis zur Terminierung des Eingriffs in Abhängigkeit vom Zyklus zu beachten. Umso wichtiger ist es, dass jede betroffene Frau sich an einen Experten wendet.

Der Preis ist wie das neue Aussehen: heiß!

So schön das Ergebnis ist. Es gibt einen Wermutstropfen. Denn je nach Anbieter und Umfang des Eingriffs kostet die Korrektur einen vierstelligen Betrag. Die Kassen kommen nur dann auf, wenn es eine Indikation gibt. Das heißt: Entweder leidet die Frau unter psychischen Problemen durch ihre Körpermerkmale oder es kommt zu Wunden, Rissen oder Entzündungen durch Reibung. Deutlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Patientinnen diese Kosten selbst übernehmen müssen. Das ist kein billiges Vergnügen. Aber es hält ein Leben lang.