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Der Skandinavien-Trend ist in vielen Branchen kaum noch aufzuhalten. Nun hat er auch die Modebranche erreicht und begeistert dort vor allem die Frauen. Aber was genau ist es, das uns an Mode aus dem hohen Norden so fasziniert? Dieser Artikel versucht eine Annäherung.

Was zeichnet skandinavische Damenmode aus?

Zunächst: Skandinavische Mode ist keine Erfindung der Jetztzeit. Es gibt sie schon lange. Sie entstammt den Kulturtraditionen der skandinavischen Länder, also Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland. Dort wurden spezielle Materialien und Schnitte verwendet, die vor allem gut für die kalte Witterung geeignet waren. Nun ist skandinavische Mode bei Frauen aktuell sehr gefragt – aber warum eigentlich genau? Das hat unter anderem etwas mit einem veränderten Modebewusstsein zu tun. Hierzu muss man sich zunächst fragen, was skandinavische Damenmode von „unserer“ klassischen Damenmode unterscheidet. Zunächst wären da die Materialien: In der skandinavischen Modewelt dominiert die Natürlichkeit.

Schuhe werden aus Holz gefertigt – Pullover, Schals und Mützen aus Wolle. Und auch die Pragmatik spielt eine große Rolle: Regenmäntel von skandinavischen Marken sind einfach gehalten, häufig einfarbig und absolut wasserdicht. Das ist auch sinnvoll, schließlich müssen sie nicht primär laufstegtauglich sein, sondern vor allem höchst unwirtliche, nasskalte Temperaturen vom Körper fern halten.

Skandinavische Damenmode stellt die Industrie auf den Kopf

Der Trend hat einen recht einfachen Grund: Frauen sind heute sehr viel selbstbewusster als noch vor wenigen Jahren. Sie trauen sich etwas, was sonst nur den Männern erlaubt war: pragmatische, einfache, schöne Kleidung tragen. Das Einfache war bislang Sache der Männer. Sie verzichteten auf Verzierungen. Schnitte, die zwar den Körper betonen, dafür aber eher unbequem anliegen, sind Männern bis heute fremd. Sich in Klamotten „reinquälen“ ist Frauensache. Skandinavische Damenmode macht Schluss damit: Hier sind die Schnitte weit, die Materialien sanft und angenehm und der Nutzen eines jeden Stücks ist unmittelbar ersichtlich.

Frauen, die gern skandinavische Damenmode tragen, kümmern sich nicht um Konventionen. Sie tragen lange Mäntel, weite Wollpullis und grob gestrickte Mützen mit einer Selbstverständlichkeit, die anderen den Atem raubt. Es hat eine Weile gedauert, bis dieser Stil so angekommen ist. Jetzt ist er aber nicht mehr wegzudenken. Natürlich spielt auch das Umweltbewusstsein eine Rolle bei dem Hype: Skandinavische Mode wird seltener aus Synthetikfasern gefertigt und gilt gemeinhin als umweltfreundlicher, da deutlich nachhaltiger. Auch das schätzen Frauen sehr – und allgemein mehr als Männer. Sie sorgen sich um das Klima und wollen auch mit ihrer Konsumentscheidung bei der Mode ein Zeichen setzen.

Dieser Aspekt könnte zusätzlich dazu beigetragen haben, dass skandinavische Damenmode gerade durch die Decke geht. Fakt ist: Dieser Modetrend ist aktuell nicht zu stoppen und wird uns noch viele Jahre begleiten – gut so!