Bärentee
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Der Bärentee wird auch als Wolfstraube oder echte Bärentraube bezeichnet. Die zu den Heidekrautgewächsen gehörende Pflanze wächst in Nord- und Mitteleuropa und Nordamerika oberhalb der Baumgrenze. Da die Verbreitung des Bärentees immer stärker zurückgeht, steht die Pflanze in einigen Ländern unter Naturschutz.

Die Zwergsträucher wachsen in dichten Matten mit kleinen, lederartigen, grünen Blättern und in Trauben hängenden, glockenförmigen, roten Blüten. Im Spätherbst bildet der Bärentee rote Früchte mit harten Kernen. Für Teezubereitungen werden ausschließlich die Blätter der Bärentraube verwendet. Sie werden bei Wildsammlungen in Spanien und Italien geerntet. Die Ernte erfolgt von Dezember bis Jänner. Damit der Gehalt an Arbutin möglichst hoch ist, werden die Blätter in einem Trocknungsverfahren schnell getrocknet.

Bärentee: Welche Inhaltsstoffe sind in den Blättern enthalten?

Für die Wirkung von Bärentraubentee sind vor allem Arbutin und Methylarbutin verantwortlich. Bei beiden Inhaltsstoffen handelt es sich um Prodrugs, das heißt sie müssen vor der Resorption im Verdauungstrakt aufgespalten werden. Dabei entsteht Hydrochinon, das mit dem Harn ausgeschieden wird. Weiters enthalten die Blätter des Bärentees Vitamin C, Mineralstoffe, Salizylsäure, Gerbstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, wie Flavonoide, Iridoidglykoside und Phenylglykoside.

Wie macht sich die Wirkung bemerkbar?

In der Blase wird durch Enzyme, die von den Bakterien abgesondert werden, das aktiv wirkende Hydrochinon freigesetzt. Hydrochinon hemmt das Wachstum der Bakterien, es wirkt bakteriostatisch. Das an Schwefelsäure und Glucuronsäure gebundene Hydrochinon wird über die Nieren ausgeschieden. In der Harnblase setzen die Bakterien Hydrochinon in seiner wirksamen Form frei. Die antibakterielle Wirkung entfaltet sich vor allem in der Harnblase und der Harnröhre. Durch die Gerbstoffe zieht sich die Schleimhaut der Harnblase und der ableitenden Harnwege zusammen. Die Bakterien können sich nicht mehr so gut ansiedeln. Die Flavonoide unterstützen das Immunsystem bei der Bekämpfung der Krankheitserreger und stärken die Abwehrkraft der Schleimhäute in den Harnwegen.

Bei welchen Erkrankungen wird Bärentee verwendet?

Die medizinischen Wirkungen des Bärentees waren schon im Mittelalter bekannt. Die Blätter wurden als Wundauflagen genutzt, um Entzündungen zu vermeiden und die Wundheilung zu beschleunigen. Außerdem wurde Bärentee zur Behandlung von Gallenstau, Gallensteinen und Verdauungsproblemen verwendet. Bekannt war auch bereits die Wirkung der Heilpflanze bei Harnwegerkrankungen. Auch heute werden die Blätter des Bärentees zur unterstützenden Behandlung von nicht fieberhaften Infektionen der Harnwege und der Harnblase eingesetzt. Am besten erfolgt die Behandlung schon am Beginn der Erkrankung. Sobald erste Symptome, wie Brennen beim Harnabsatz und Harndrang auftreten kann Bärentee verwendet werden.

tee aus der bärentraube
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Bärentee findet auch Anwendung bei der Behandlung der unspezifischen Reizblase. Die immer wieder durch Stress und andere Belastungen auftretenden Entzündungen, können mit dem pflanzlichen Mittel gut therapiert werden. Damit die bakteriostatische Wirkung voll zur Geltung kommt, muss Hydrochinon in genügender Menge in der Harnblase und der Harnröhre vorhanden sein (400 bis 700 Milligramm Arbutin). Es ist bei der Therapie daher sonders wichtig, auf eine korrekte Dosierung des Bärentees zu achten.

Wie kann die Wirkung der großen Bärentraube noch verbessert werden?

Bärentee entfaltet in alkalischem Harn eine stärkere Wirkung. Deshalb sollte in der Anwendungszeit viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen. Fleisch, Wurst und Käse lassen den pH-Wert des Urins in den sauren Bereich absinken und sollten während der Behandlung eher vermieden werden.

Wie kann Bärentee eingenommen werden?

Aus den zerkleinerten Bärentraubenblättern wird ein Tee zubereitet. Dafür werden 2,5 Gramm der Blätter mit 150 Milliliter heißem Wasser aufgegossen. Nach 15 Minuten Ziehzeit werden die Blätter mit einem Sieb entfernt. Da der Tee eine hohe Menge an Gerbstoffen enthält, schmeckt er bitter und adstringierend. Um den bitteren Geschmack zu mildern, wird ein Kaltauszug durchgeführt. Die geschnittenen Blätter werden mit kaltem Wasser aufgegossen. Nach einer Ziehzeit von 12 Stunden können die Blätter entfernt werden. Der Tee wird nach der Erwärmung getrunken. Bärentee kann auch in Form von Tabletten und standardisierten wässrigen Auszügen eingenommen werden.

Die richtige Dosierung

6 bis 12 Gramm der Blätter werden als Dosis pro Tag empfohlen. das entspricht 400 bis 840 Milligramm Arbutin pro Tag. Durch eine Kombination mit Hauhechelwurzel, Birkenblättern und Orthosiphonblättern wird die Wirkung des Bärentees verstärkt. Die Kombination dieser Pflanzen ist häufig in Harntees zu finden.

Sind Nebenwirkungen zu erwarten?

Durch die enthaltenen Gerbstoffe können Reizungen des Magens und des Darms auftreten. Übelkeit, Erbrechen und Bauchscherzen treten auf. Manchmal können auch leichte Durchfälle beobachtet werden. Auch allergische Reaktionen der Haut mit Rötungen und Juckreiz können vorkommen. Nach der Einnahme verfärbt sich der Harn meistens grünlich und braun durch die Ausscheidung der Pflanzenfarbstoffe. Da noch nicht genau abgeklärt ist, ob Hydrochinon nicht auch das Erbgut der Zellen verändert und Krebs verursachen kann, sollte die Einnahme nicht zu lange erfolgen. Es wird empfohlen, die Einnahme des Bärentees nur fünfmal jährlich über je eine Woche durchzuführen.

Wann sollte Bärentee nicht eingenommen werden?

Die Einnahme von Bärentee sollte nicht erfolgen, wenn bereits eine Überempfindlichkeit auf Arbutin und Methylarbutin bekannt ist. Auch während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollt eine Therapie mit Bärentee vermieden werden. Ebenso ist bei Kindern unter 12 Jahren Vorsicht bei der Anwendung geboten. Bei Funktionsstörungen von Leber und Niere sollte Bärentee nicht eingenommen werden.

Können mit anderen Arzneimitteln Wechselwirkungen auftreten?

Derzeit ist nicht bekannt, dass bei der Einnahme von Bärentee Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten.