Brennen im Unterbauch
Paisit Teeraphatsakool/shutterstock.com

Der Unterleib beschreibt eine anatomische Körperregion, die sich abwärts ab dem Bauchnabel befindet. Im unteren Bauchbereich befinden sich einige Organe der des Verdauungstraktes, Geschlechtsorgane und Organe der Harnwege. Brennende Schmerzen sind in diesem Körperbereich ein häufig vorkommendes Symptom.

Das Brennen deutet auf viele Grunderkrankungen hin, steht allerdings mit Entzündungen an den Bauchorganen in primärer Verbindung. Die meisten der Ursachen sind harmlos und benötigen keine ärztliche Behandlung. In seltenen Fällen können dahinter auch Erkrankungen mit lebensbedrohlichen Verläufen stecken. Selbst bei sehr heftigem oder ständigem Brennen, einhergehend mit weiteren Schwächegefühlen, Krankheitssymptomen und Leistungsabfällen sollte ein Facharzt aufgesucht werden.

Brennen im Unterbauch: Was sind die Ursachen?

Bei Beschwerden des Unterleibs stehen Entzündungen des Verdauungstraktes an erster Stelle. Sie sind eine der am häufigsten vorkommenden harmlosen Krankheitsursachen. Dabei werden die klassischen Magen-Darm-Beschwerden nicht von Grippeerregern, sondern von Darmkeimen wie der E.coli-Bakterie oder dem Norovirus ausgelöst. Einige Erreger verursachen Infektionen in den kalten und andere in den warmen Monaten – aus diesem Grund kommt es zu saisonalen Schwankungen der Infekte. Des Weiteren ist die Blinddarmentzündung eine häufige Ursache für Brennen im Unterbauch. Dabei kann der Bauch Verkrampfungen und Schmerzen auslösen.

Auch weitere Arten der Darmentzündung lösen das Brennen im Unterleib aus. Hierfür kommen der Morbus Crohn, die Colitis ulcerosa oder die Divertikulitis in Betracht. In seltenen Fällen kann hinter den Darmschmerzen auch eine Hernie stecken. Dabei bricht ein Darmteil durch die Bauchwand und lässt einen Bruchsack entstehen. Die Folge: Der Darm kann eingeklemmt werden, was weiterhin zu schweren Komplikationen führen können. Beim Brennen im unteren Bauchbereich sind die Geschlechtsorgane bei Frau und Mann nicht zu vernachlässigen.

schmerzen im unterbauch
CHAjAMP/shutterstock.com

Vor allem bei Frauen sind brennende Beschwerden nicht ungewöhnlich: Zu Beginn einer Schwangerschaft, einer einsetzenden Geburt oder während der Periode kommen die Schmerzen aus der Gebärmutter. Aber auch abseits der Schwangerschaft können bei Frauen Schmerzen der Gebärmutter, der Eileiter oder der Eierstöcke auftreten. Bei Männern kann sich die Hordentorsion (Erkrankung des Hodens) über Brennen im Unterbauch bemerkbar machen. Hinter dem Brennen stecken hingegen seltener Erkrankungen der ableitenden Harnwege – es können zum Beispiel auch Entzündungen der Harnblase oder der Harnröhre ein Brennen verursachen. Harnleitersteine können ebenfalls zu starken Schmerzen in den Harnwegen führen.

Die Diagnose im Detail

In der Diagnosefindung zählt die detaillierte Erfragung der Beschwerden, der weiteren Symptome und der Begleitumstände zu den wichtigsten Schritten. Auf diese Weise können oftmals bereits Verdachtsdiagnosen gestellt werden, welche im Unterleib mithilfe einer Ultraschalluntersuchung weiter untersucht werden können. Entzündliche Veränderungen des Darms, grobe Veränderungen der Gewebe Blockaden durch Steine, Tumore und Schwangerschaften lassen sich im Ultraschall erkennen. Bei Entzündungen des Blinddarms und ähnlichen Erkrankungen sind neben der ärztlichen Untersuchung selten weitere diagnostische Verfahren notwendig.

Weitere Auffälligkeiten können mithilfe von MRT- und CT-Untersuchungen näher beurteilt werden. Bei Dickdarmbeschwerden kann hingegen eine endoskopische Untersuchung durchgeführt werden: Hierbei wird eine kleine Kamera in Narkose über den After eingeführt, damit die Darmschleimhaut von innen beobachtet werden kann.

Häufige Begleitsymptome

Außer dem Brennen im Unterbauch treten häufig Schmerzen auf. Diese können stechend, ziehend, krampfartig, dumpf und kolikartig sein. Die jeweilige Art der Schmerzen kann essenzielle Hinweise auf die potenziell beteiligten Organe liefern. Bei Darmentzündungen kommt es oft weiterhin zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber. Bei einer sehr fortgeschrittenen Entzündung kann es weiterhin zu blutigen Durchfällen kommen. Bei Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane kommt es zu vaginalen Schmierblutungen mit Krämpfen im Unterbauch – vor allem in der Schwangerschaft ist dies ein ernst zu nehmendes Begleitsymptom.

frau unterleibschmerzen
Photoroyalty/shutterstock.com

Das Ziehen im Unterbauch ist ebenfalls ein häufiges Symptom und wird insbesondere bei Beschwerden der Sexualorgane von Frau und Mann beschrieben. Typischerweise werden Beschwerden vor und während der Menstruation mit ziehenden Schmerzen beschrieben. Selbst Schmerzen während der Schwangerschaft, verschuldet durch das Wachsen des Babys oder anstehende Wehen, haben häufig einen ziehenden Charakter. Bei Männern werden Hodenerkrankungen als ziehend angegeben. Dabei ist die Hodentorsion von einem brennenden und ziehenden Schmerz im Unterbauch geprägt.

Sollten zusätzlich noch Rückenschmerzen auftreten, so stellen die Schmerzen im unteren Bauch in der Regel keine Gefahr dar. Einige seltene Krankheiten gehen allerdings typischerweise mit Schmerzen im Rücken und Brennen im Unterbauch einher.

Brennen im Unterbauch: Wie lange dauert der Schmerz an?

Die Dauer der Beschwerden im Unterleib hängt insbesondere von der Ursache ab. Magen-Darm-Grippen lassen sich bereits innerhalb von wenigen Tagen auskurieren. Selbst hartnäckige Infektionen sollten mit Behandlungsbeginn nach drei bis sieben Tagen abklingen. Sollten die Beschwerden länger bestehen bleiben, muss ein Facharzt konsultiert werden, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen. Schmerzen im Unterbauch, die durch Krämpfe und weitere Beschwerden in der Gebärmutter verursacht werden, lassen oft bereits innerhalb von wenigen Stunden wieder nach.

Bei Krankheiten wie der Colitis ulcerosa und dem Morbus Crohn kann man hingegen nicht mit einer schnellen Heilung zu rechnen. Hier handelt es sich um seltene chronische Erkrankungen, die zwar mit Medikamenten kontrolliert, aber nicht vollkommen geheilt werden können.

Unterbauchschmerzen während der Schwangerschaft

Ein Brennen im Unterbauch in der Schwangerschaft ist zunächst nicht ungewöhnlich. Auch hier stehen harmlose Magenverstimmungen oder Magen-Darm-Infekte im Vordergrund, die keiner ärztlichen Behandlung bedürfen. Am Ende der Schwangerschaft stellen die Beschwerden allerdings oftmals erste Anzeichen für den Beginn von Wehen dar. In der Schwangerschaft ein stellt Brennen im Unterleib nur selten ein Signal für einen möglichen Schwangerschaftsabbruch dar. Damit diese seltene Komplikation ausgeschlossen werden kann, wird im Falle von Unterleibbeschwerden eine vorsorgliche Ultraschalluntersuchung ausgeführt.

unterbauchbrennen schwangerschaft
wavebreakmedia/shutterstock.com

Brennen im Unterbauch: So können Sie sich selbst helfen

Bei Schmerzen im Unterbauch mit harmlosen Ursachen (Verstopfung, Menstruationsschmerzen etc.) können Sie sich auf folgende Weise helfen:

  • Kräutertee: Bei leichteren Harnwegsinfekten können Nieren- und Blasentees (z. B. Birken- oder Bärentraubenblätter) zum Durchspülen der Harnwege angewandt werden. Bei Beschwerden infolge einer Darmverstimmung kann Ihnen ein Tee aus Pfefferminze, Fenchel, Kümmel oder Anis helfen.
  • Schonkost: Bei Beschwerden im verdauungstrakt sollten Sie auf schonende Kost wie Reis, Zwieback und viel umstellen, um Ihren Darm nicht zusätzlich zu belasten.
  • Wärme: Ein erhitztes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche auf dem Bauch lindert oftmals Krämpfe und Schmerzen.
  • Bauchmassage: Beim Stechen im Unterleib hilft manchmal auch sanftes Streichen über den Bauch Linderung.
  • Entspannungsbad: Eine badewanne voll mit warmem, entspannendem Wasser kann ebenfalls gegen Unterleibschmerzen helfen.
  • Schmerzmittel: Bei stärkeren Menstruationsschmerzen können Frauen ein entsprechendes Schmerzmittel wie einnehmen. Zur Vorbeugung krampfartiger Unterbauchschmerzen während der Regel kann ebenso magnesiumreiche Nahrung helfen (z. B. Nüsse, Magnesiumpräparate etc.).

Wann sollte man zum Arzt?

Einige der oben erwähnten Ursachen für Schmerzen im Unterbauch können zu einem akuten Abdomen – einem potenziell lebensbedrohlichen Zustand – führen. Aus diesem Grund müssen Sie einen Arzt besuchen, wenn:

  • die Schmerzen im Verlauf zunehmen und nicht nachlassen
  • Symptome wie Stuhlverhalt, Fieber, Übelkeit oder Erbrechen auftreten
  • sich der Bauch angespannt und hart anfühlt
  • sich Blut im Urin oder im Stuhl bemerkbar macht
  • Sie einen schnellen Puls mit niedrigem Blutdruck haben.

Selbst bei allen weiteren nicht einzuordnenden oder untypisch lange anhaltenden Schmerzen im Unterleib sollten Sie zur Ursachenklärung einen Arzt aufsuchen.

Mögliche Behandlung bei einem Brennen im Unterbauch

Bei akuten Unterleibsschmerzen kann der Arzt krampflösende Medikamente oder Schmerzmittel verschreiben. Des Weiteren erfolgt die Therapie je nach Ursache. Wenn die Schmerzen im Unterleib zum Beispiel von Harnsteinen hervorgerufen werden und nicht von selbst abgehen, werden die Steine meist im Rahmen einer Blasenspiegelung entfernt oder mithilfe von Stoßwellen zertrümmert. Entzündungen von Eierstöcken und Eileitern werden mit Antibiotika behandelt. Bei Blinddarmdurchbruch, Eileiterschwangerschaft und Hodentorsion ist eine Operation unumgänglich.