Bündchen stricken
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An fast jedem gestrickten Kleidungsstück, seien es nun Tuniken, Shirts, Pullover, Socken oder Jacken, befindet sich mindestens ein Bündchen. Dieses passt sich dem Körper an und sorgt so für einen optimalen Sitz. Wir gehen in unserem Ratgeber davon aus, dass Ihnen des Stricken rechter und linker Maschen bekannt ist. Sollten Sie dabei noch Schwierigkeiten haben, so schauen Sie sich gern den entsprechenden Beitrag auf unserer Webseite an.

Zum Stricken von Tuniken, Shirts, Pullovern, Raglan von oben (RVO), Westen und Strickjacken sollten Sie auf Rundstricknadeln zurückgreifen, bei Socken, Armstulpen und Handschuhen ist ein Nadelspiel – bestehend aus insgesamt fünf Stricknadeln der gleichen Stärke – die bessere Alternative.

Bündchen für Socken, Handschuhe oder Stulpen stricken

Haben Sie ein Strickmuster für Ihre Socken vorliegen, so finden Sie Angaben zur benötigten Maschenzahl bei den einzelnen Schuhgrößen. Gerade als Anfänger ist es ratsam, sich für ein Bündchenmuster aus je zwei rechten und zwei linken Maschen, die sich immer wieder abwechseln, zu entscheiden.

  1. Nehmen Sie die entsprechende Anzahl an Maschen auf. Bedenken Sie dabei, dass der restliche Faden ausreichend lang ist. Ansonsten müssen Sie die Maschenaufnahme noch einmal von vorn beginnen. Damit der Rundenübergang vom Muster her passt, sollte die Maschenanzahl durch vier teilbar sein.
  2. Haben Sie die nötige Anzahl an Maschen aufgenommen, so stricken Sie zuerst eine Runde mit rechten Maschen. Verteilen Sie dabei die Maschen gleichmäßig auf vier der fünf Nadeln des Nadelspiels und schließen dann die Runde, indem Sie mit der fünften Nadel in die erste Masche der ersten Nadel einstechen. Achten Sie darauf, dass sich das Gestrickte nicht verdreht hat und legen Sie es dazu bei Bedarf auf eine glatte Unterfläche. Gerade die Übergänge zwischen den einzelnen Nadeln verdrehen sich bei der ersten Runde schnell.
  3. Beginnen Sie jetzt jede Runde mit zwei rechten Maschen, gefolgt von zwei linken und wiederum zwei rechten Maschen. Verfahren Sie genauso bis zum Ende der Runde, die mit zwei linken Maschen abschließt.
  4. Um den Beginn der einzelnen Runden schnell feststellen zu können, befestigen Sie in der letzten Masche einen Maschenmarkierer. Alternativ können Sie auch einen Faden andersfarbiger Wolle vorsichtig einlegen und bei Bedarf festknoten. Denken Sie aber daran, dass Sie diesen später wieder problemlos entfernen müssen.
  5. Haben Sie nun die vierte Nadel gestrickt und somit die zweite Runde abgeschlossen, setzen Sie wieder den Maschenmarkierer oder den Faden in die letzte Masche und arbeiten dann die nächste Runde. Auch hier beginnen Sie wieder mit zwei rechten Maschen, denen zwei linke, zwei rechte etc. folgen. Über jede rechte Masche setzen Sie somit wiederum eine rechte, über jede linke eine weitere linke Masche. So entstehen die versetzten dehnbaren Rippchen.
  6. Überlegen Sie sich spätestens jetzt, wie lang das Bündchen werden soll. Bei Socken empfiehlt es sich, mindestens zehn, besser noch fünfzehn Runden Bündchen zu stricken.
  7. Wurde die gewünschte Bündchenlänge erreicht, können Sie beispielsweise mit rechten Maschen oder anderen Mustern weiterstricken.

Tipp: Sind Sie eher der visuelle Typ oder möchten Sie sich zur Sicherheit das Stricken eines Bündchens für Socken gern in einem Video anschauen? Dann können wir Ihnen folgende Anleitung empfehlen: https://youtu.be/FxMNIRjy-lU

frau strickt
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Bündchen für Tuniken, Shirts und Pullover stricken

Bei den Bündchen für Tuniken, Shirts, Pullover, Strickwesten und Strickjacken verfahren Sie ähnlich wie bei den Socken. Hier müssen Sie aber keine Runden schließen, sondern stricken in Hin- und Rückreihen. Auch hier muss die Maschenzahl durch vier teilbar sein. Haben Sie die in Ihrer Strickanleitung für Ihre Konfektionsgröße angegebene Maschenzahl aufgenommen, beginnen Sie ebenfalls mit einer Reihe rechter Maschen, stricken diese bis zum Ende und wenden Ihr Strickstück wieder. Die folgende Reihe beginnt wieder mit zwei rechten Maschen, denen zwei linke, zwei rechte etc. folgen.

Am Ende müssen es dann, sofern Sie sich nicht verstrickt haben, wieder zwei linke Maschen sein. Wenden Sie nun das Strickstück und beginnen wiederum mit dem Wechsel aus zwei rechten und zwei linken Maschen. Sind Sie am Ende der Reihe angelangt, können Sie jetzt können Sie schon die Rippchen erahnen. Arbeiten Sie in der gleichen Art Reihe für Reihe weiter.

Wichtige Tipps

Anstelle der Maschenaufnahme mit der Stricknadel können Sie auch eine Luftmaschenkette häkeln. Dafür benötigen Sie die gleiche Anzahl an Luftmaschen. Stechen Sie sodann mit der Stricknadel durch jede einzelne Luftmasche und holen sich so die einzelnen Strickmaschen auf die Nadel. Auch hier ist es angeraten, zuerst eine Reihe rechte Maschen zu stricken und erst in der folgenden Reihe mit den Bündchenmaschen – in unserem Fall also zwei rechte, zwei linke und das dann abwechselnd zu stricken.

Achten Sie darauf, nicht zu fest zu stricken, da es sonst in der nächsten Reihe schwerfällt, in die Maschen wieder einzustechen. Aber auch zu locker sollten Sie nicht stricken, da sonst die Maschen schneller von der Nadel rutschen können.

Bündchen stricken und verlängern

Viele Eltern und Großeltern stricken für ihre Kinder oder Enkel nicht nur gern Socken, sondern auch Pullover und Jacken. Wenn diese zu klein werden, so können die Bündchen noch etwas verlängert werden. Verwenden Sie dazu farblich passende Wolle, stechen mit der Stricknadel in jede Masche der Anfangsreihe des alten Bündchens ein und verfahren dann genauso wie hier vorgestellt, nur eben nach unten. Ist das Bündchen lang genug, ketteln Sie die Maschen ab und vernähen die Fäden.