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„Powerfrucht“, „Superfood“, „Allheilmittel“ – die Cranberry hat viele Namen. Die meisten davon zu Recht, denn die kleine rote Frucht aus Amerika hat es in sich: sie enthält hohe Konzentrationen von Vitamin C und eine hohe Konzentration an Antioxidantien, die (angeblich) bei Harnwegsinfektionen helfen sollen. Seefahrer nahmen die Beere mit auf ihre großen Fahrten, weil ihr hoher Vitamin C Gehalt vor Skorbut geschützt haben soll. Doch was kann die Beere eigentlich alles, und ist der Hype gerechtfertigt?

Vitamine A, C und K und Antioxidantien

Eins ist sicher: die Inhaltsstoffe der Cranberry lassen sich nicht vom Tisch weisen. Sie enthält außergewöhnlich viel Vitamin C, dessen positiver Einfluss auf unser Immunsystem unbestritten ist. Dazu enthält die Beere vor allem Vitamin A (in Form von Beta Carotin, was eine Vorstufe des Vitamin A ist) sowie Vitamin K. Sie kann somit den Körper bei Blutgerinnung, stabiler Knochen und Knorpel, gesunder Zähne, der Stärkung des Immunsystems, und beim Sehvorgang unterstützen.

Zusätzlich zu den enthaltenen Vitaminen sagt man der Cranberry positive Effekte auf Hautalterung und Stressreduzierung nach. Wie? Ganz einfach: die in der Beere enthaltenen Antioxidantien binden freie Radikale. Diese Radikale sind in Verbindung mit Stress für viele schädliche Prozesse im Körper, darunter z.B. Zellalterung, verantwortlich. Zusammen mit dem in der „großfrüchtigen Moosbeere“ enthaltenen Vitamin A können diese Prozesse reduziert werden. Deshalb befindet sich Vitamin A in Form von Retinol z.B. auch in Hautcremes mit dem Inhaltsstoff Cranberry. Die Beere wird deshalb auch in der Beauty Branche hoch gelobt.

Der Ursprung der Cranberry

Die Kranbeere ist hauptsächlich in Nordamerika, Asien und Europa vertreten, hat ihren Ursprung aber vermutlich in Nordamerika. Dort ist sie auch am weitesten verbreitet und über 50% der weltweiten Produktion von Cranberrys findet dort statt. Sie gehört zur Gattung der Heidelbeeren und kommt in der Natur vor allem in Hochmooren vor, wo sie sich als kleiner flacher Strauch mit ca. 20 cm Wuchshöhe kriechend ausbreitet. In Europa wurde sie in z.B. in Deutschland, den Niederlanden, Lettland, Rumänien und Bulgarien sowie England eingebürgert. Die reifen Früchte sind tiefrot, etwa von der Größe einer kleinen Kirsche und sehr leicht, da sie mehrere Lufttaschen enthalten.

Das ermöglicht eine besondere Erntemethode, bei der die Felder der Cranberrry mit Wasser geflutet werden. Dadurch lösen sich die Beeren vom Strauch und schwimmen auf dem Wasser, wo man sie einfach abschöpfen kann. In ihrem Heimatland Nordamerika ist die Beere vor allem als Gelee bzw. Kompott beliebt, und ist unter anderem ein Bestandteil der Saucen des Thanksgiving Menüs. Im Vergleich zu anderen, reifen Beeren aus der Gattung der Heidelbeeren schmeckt sie nicht süß, sondern sehr herb und sauer. Bei der Verarbeitung wird sie daher häufig gezuckert.

Cranberry In Europa: Hauptsächlich Getränk und Backzutat

Backen mit Cranberrys als Zutat – Quelle: annasnegina/pixabay.com

Seit ein paar Jahren wird die Beere in Europa auf Grund ihrer angeblich heilenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften immer beliebter. Hierzulande erfreut sich vor allem der Saft der Cranberry immer größerer Beliebtheit als Gesundheits- oder Beauty Drink. Dazu findet man die bitter-herbe Beere immer häufiger in Backrezepten, z.B. als Ersatz für Rosinen im weihnachtlichen Stollen. Manche mögen den herb-bitteren Geschmack als Alternative zu süßen Backzutaten. Andere greifen auf Zucker oder Süßungsmittel zurück, um den ursprünglichen Geschmack der Beere zu verbessern.

Auch in Marmeladen und Gelees wird sie bei uns mittlerweile verwendet. Dazu kommt der bereits angesprochene Hype in der Beauty Industrie – sowohl als Saft, als auch als Zutat in Beauty Produkten wie z.B. Hautcremes.

Fazit: Die Beere kann viel, aber nicht alles

Viele der positiven und hoch gelobten Eigenschaften, z.B. der hohe Vitamingehalt, oder die positive Wirkung auf Entzündungen, kann die Beere also erfüllen. Trotzdem sollte man vorsichtig sein – sie ist kein Arzneimittel, und kein Allheilsbringer. Viele der enthaltenen Stoffe sind z.B. auch in anderen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Sie ist definitiv eine besondere Beere, die man mit in einen gesunden Speiseplan integrieren kann. Aber wie so oft gilt: die richtige Mischung macht’s, und wie bei allen gesunden Nahrungsmitteln ist eine ausgewogene Verteilung die beste Entscheidung.