17. Juli 2024

Hellrote Blutung nach Gebärmutterentfernung: Ein Grund zur Sorge?

Eine Hysterektomie ist die operative Entfernung der Gebärmutter. Bei dem Eingriff wird viel Gewebe entfernt. Blutungen sind ein häufiges Symptom nach einer Hysterektomie. Sie sind zwar meistens normal, können aber auch Anzeichen für eine ernste Komplikation sein.

Hellrote Blutung nach Gebärmutterentfernung: Was ist normal?

Nach einer Gebärmutterentfernung sind vaginale Blutungen in den darauffolgenden Tagen normal. Die Stärke der Blutung hängt von der gewählten Operationsmethode ab. Der Körper muss nach dem operativen Eingriff heilen und die Fäden lösen sich auf. Blutungen können bis zu 6 Wochen anhalten. Dabei sollte die hellrote Blutung leicht sein. Schmierblutungen oder ein rosa gefärbter Ausfluss sind normal. Die Blutung wird mit der Zeit auch weniger und der Ausfluss heller. Starke Blutungen sind auch kurz nach der Operation nicht normal und sollten dem Chirurgen gemeldet werden.

Ist die Blutung ähnlich stark wie eine Regelblutung oder dauert länger als 5 Wochen an, ist eine Kontrolle notwendig. Die Absonderung von Blutgerinnseln und streng riechender Ausfluss sind ebenfalls Anzeichen für Komplikationen.

Starke Blutungen nach der Operation

Anlass zur Besorgnis geben Blutungen, wenn sie plötzlich beginnen, sich verstärken oder nicht aufhören. Treten bei einer Frau nach der Gebärmutterentfernung plötzlich starke hellrote Blutungen auf, ist ein Besuch in der Notaufnahme angezeigt. Einige Patientinnen mit diesem Symptom hatten schon Bluttransfusionen nötig.

Die Ursache für plötzliche starke vaginale Blutungen sind meist Gefäße von Uterus, Zervix oder Vagina. Blutungen treten nach einer laparoskopischen Operation häufiger auf. Zu den Faktoren, die das Auftreten von Blutungen beeinflussen, zählen Infektionen oder Hämatome im Scheidengewölbe und eine chirurgische Verletzung. Weitere Ursachen, die das Entstehen von Blutungen begünstigen, sind eine große Gebärmutter oder eine Temperatur über 37 C.

schmerzen nach gebärmutterentfernung
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Seltene, aber ernst zu nehmende Ursachen nach einer Hysterektomie sind Blutungen oder ein Riss der Vaginalmanschette. Der Riss kann ohne besonderen Grund oder durch Sex und Stuhlgang sowie durch heftiges Husten oder Niesen entstehen. Zusätzlich zu Blutungen äußert sich ein Riss der Vaginalmanschette durch Schmerzen im Bereich des Beckens oder Unterleibs. Weitere Anzeichen sind wässriger Ausfluss und Druck in der Vagina.

Hysterektomie ist kein kleiner chirurgischer Eingriff

Obwohl der Krankenhausaufenthalt bei der Gebärmutterentfernung mehrheitlich nur 1 bis 2 Tage dauert, ist eine Hysterektomie keine kleine Operation. Die Genesungszeit nach einem Bauchschnitt beträgt etwa 6 Wochen. Bei den anderen Methoden sind es 3 bis 4 Wochen. Fehlende Schonung nach der Operation kann zu Blutungen führen. Nach einer Hysterektomie sind schweres Heben, vaginaler Geschlechtsverkehr und körperliche Anstrengung für etwa sechs Wochen zu vermeiden.

Hellrote Blutung nach Gebärmutterentfernung: Abklärung durch einen Arzt

Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn sich die Operationsnarbe entzündet, Ausfluss auftritt oder abnormale Blutungen auftreten. Das betrifft plötzlich auftretende oder sich verstärkende schwere vaginale Blutungen. Blutungen nach 6 Wochen, übel riechender vaginaler Ausfluss sowie rektale Blutungen oder Blut im Urin, erfordern eine ärztliche Untersuchung. Nach einer Operation sollte ein Patient die Notaufnahme bei zunehmenden Schmerzen, starker Blutung oder Ausfluss aufsuchen. Starke hellrote Blutung, Atemprobleme und Schmerzen in der Brust, deuten auf ernst zu nehmende Probleme hin.

Methoden die Blutung zu stoppen

Für eine unauffällige Blutung nach der Hysterektomie reicht das Tragen einer Einlage. Tampons bergen ein erhöhtes Infektionsrisiko und sollten daher nicht verwendet werden. Zur Erstbehandlung einer Blutung gehören Vaginalpackungen, Gewölbenähte und Bluttransfusionen. Scheidenmanschettenrisse müssen operiert werden.

Komplikationen nach der Operation

Nach einer Gebärmutterentfernung können spezifische oder allgemeine Komplikationen auftreten. Zu den allgemeinen Operationskomplikationen zählen Blutungen und Blutgerinnselbildung sowie Infektionen wie Wundinfektion, Lungenentzündung oder Harnwegsinfekt. Thrombosen oder eine Lungenembolie und Darmverschluss zählen zu den Risiken bei einer Operation.

Zu den möglichen Beschwerden, die speziell nach einer Hysterektomie auftreten, gehören früherer Eintritt in die Menopause und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Die Entfernung der Gebärmutter kann bei Beckenbodenschwäche ein Absinken der Harnblase und des Darms nach sich ziehen. Entstehung einer Harninkontinenz sowie Harnverhalt zählen zu den Problemen.

anatomie der gebärmutter
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Gebärmutterentfernung: Diese Methoden gibt es

Für die Hysterektomie kommen verschiedene Methoden infrage. Eine Gebärmutterentfernung kann wahlweise über einen Bauchschnitt, über die Scheide oder mittels Knopflochtechnik über die Bauchdecke erfolgen. Der belastendste chirurgische Eingriff ist der Bauchschnitt. Die abdominale Methode wird als Laparotomie bezeichnet und kommt immer weniger oft zum Einsatz. Vaginale und laparoskopische Operationen bieten einen verkürzten Krankenhausaufenthalt. Am einfachsten und mit den geringsten Komplikationen behaftet ist die vaginale Gebärmutterentfernung.

Vorteile der laparoskopischen Operation und der abdominalen Methode sind, dass der Bauchraum untersucht werden kann. Bei Notwendigkeit können zeitgleich auch Eierstöcke entfernt werden. Eine Laparoskopie ist ein minimal- invasiver Eingriff bezeichnet. Er wird mit speziellen Instrumenten und einer Kamera über Minischnitte in den Bauch durchgeführt. Eine laparoskopische Hysterektomie kann auch robotergestützt erfolgen. Sind die Operationsbedingungen schwierig und es treten Komplikationen während einer vaginalen oder laparoskopischen Operation auf, muss die Operation über einen Bauchschnitt weitergeführt werden.

Totale und subtotale Hysterektomie

Der normale Blutverlust für vaginale und laparoskopische Eingriffe liegt bei 50 bis 100 Milliliter und bei 200 Milliliter bei einem Bauchschnitt. In der Medizin wird zwischen der totalen Hysterektomie und der subtotale Hysterektomie unterschieden. Bei der totalen Hysterektomie entfernt der Chirurg die gesamte Gebärmutter inklusive Gebärmutterhals Bei der subtotalen Hysterektomie wird der Gebärmutterhals nicht entfernt. Wenn bei Frauen mit funktionstüchtigen Eierstöcken, eine Gebärmutterteilentfernung vorgenommen wird, kommt es möglicherweise zu zyklusabhängigen Blutungen. Eine leichte Periode ist bis zu einem Jahr möglich. Bei der totalen Hysterektomie bleibt die Monatsblutung aus.

Hellrote Blutung nach Gebärmutterentfernung: Unser Fazit

Nachblutungen sind typische Komplikationen bei Operationen und meistens unproblematisch. Durch neue Operationsmethoden, selbst auflösende Nähte und aufgrund der hohen Kosten eines Krankenhausaufenthaltes für das Gesundheitssystem ist die Aufenthaltsdauer auch bei der Gebärmutterentfernung in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken. Umso wichtiger ist es für die Patienten, sich zu Hause zu schonen und die Anweisungen der Ärzte zu befolgen. Für den Körper ist der Eingriff dennoch schwer.

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