13. April 2024

Käsespätzle in der Schwangerschaft: Ist das erlaubt?

Käse essen in der Schwangerschaft ist gesund, denn mit dem Verzehr nimmt der Körper Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium und B-Vitamine auf. Mit zehn bis dreißig Prozent Eiweiß kommen auch die Proteine nicht zu kurz. Für eine optimale Entwicklung des Kindes sind diese Nährstoffe wichtig. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Käsesorten sind geeignet. Vielmehr müssen Schwangere in Hinsicht auf Rohmilchprodukte mit einigen Einschränkungen rechnen. Ob das auch für die leckere Speise Käsespätzle gilt, verrät dieser Artikel.

Schwangerschaft: Welcher Käse darf in die Käsespätzle?

In der traditionellen Küche kommt in der Regel geriebener Hartkäse abwechselnd Schicht um Schicht auf die Spätzle. Als Zutat dient oft ein Bergkäse aus der Schweiz oder Österreich. Dabei werden etwa Käsesorten wie Emmentaler, Appenzeller oder Gruyère wie auch anderer Käse aus Rohmilch hergestellt und bei der Herstellung nicht thermisch behandelt. Einen entscheidenden Unterschied, der den Hartkäse zur erlaubten Ausnahme in der Schwangerschaft macht, gibt es dennoch.

Obwohl Hartkäsesorten unpasteurisiert sind, gelten sie als unproblematisch für schwangere Frauen. Zu verdanken ist das der langen Reifezeit, die beim Käse einen geringen pH-Wert und einen hohen Salzgehalt erzeugen. Listerien können darin nicht überleben. Mit einer Reifezeit von mindestens drei Monaten zählen sie, wie auch andere Hartkäsesorten, zu den Ausnahmen unter den Milchprodukten. Beim Käse Gruyère AOP kann die Reifezeit sogar bis zu 24 Monate dauern. Grana Padano und Parmesan reifen mindestens zwölf Monate lang. Im Vergleich zu anderen Käsesorten führt der Hartkäse die Spitze aller Reifezeiten an. Daraus geht der intensive und kräftige Geschmack hervor, auf den auch Schwangere nicht verzichten müssen.

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Auch die Spätzle, die zu den Eierteigwaren gehören, stellen für Schwangere keine Gefahr dar. Für die Spätzle kommen zwar rohe Eier in den Teig, der aber nach Gebrauch der Spätzlepresse stückweise im kochenden Wasser erhitzt wird. Auch hier haben die gefährlichen Bakterien keine Überlebenschance. Bei der Zubereitung der Käsespätzle sollten Schwangere den mit rohen Eiern zubereiteten Spätzleteig nicht länger als 48 Stunden im Kühlschrank aufbewahren. Wer auf Nummer sicher gehen will, bereitet die Speise noch am selben Tag zu.

Es gibt Käsespätzle-Gerichte, die mit unterschiedlichen Käsesorten zubereitet werden. Das ist zwar ungewöhnlich, aber möglich. Daher sollten sich Frauen in der Schwangerschaft immer erkundigen, welche Käsesorten für das Gericht verwendet wurden. Das gilt für den privaten Besuch bei Freunden ebenso wie für den Besuch im Restaurant. Die Käsespätzle, selbst gekocht und gebacken, stellen stets die sicherere Variante dar.

Ungeeignete Käsesorten

Ungeeignete Käsesorten sind Weichkäse aus Rohmilch oder mit Rotschmiere, Weiß- und Blauschimmelkäse sowie Sauermilchkäse oder vorgefertigter Reibekäse. Vermeiden sollten schwangere Frauen außerdem Käse aus offenen Behältnissen. Bei diesen Käsesorten wird die Milch während der Herstellung auf nicht mehr als 40 Grad Celsius erwärmt. Listerien, aber auch Salmonellen und andere Bakterien überleben den Prozess und vermehren sich. Der Verzehr kann Infektionen auslösen und das noch ungeborene Kind gefährden. Wer für den Käsespätzle andere Käsesorten in der Schwangerschaft ausprobieren will, kann sich auf Sorten verlassen, die aus pasteurisierter Milch bestehen. Die Rinde sollte aber keinesfalls verzehrt werden.

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Was passiert bei Listeriose?

Bei einer Listeriose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel bedingt ist. Liegt eine Infektion mit Listerien bei einem gesunden Erwachsenen vor, lösen sie in der Regel keine großen Komplikationen aus. Ist das Immunsystem geschwächt, äußert sich eine Infektion über grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen oder Fieber.

Für das ungeborene Kind sowie für die Mutter jedoch kann eine Infektion schwere gesundheitliche Folgen haben. Dabei erreicht der Erreger das Kind über das Blut der Mutter oder den Geburtskanal. Nach einer Inkubationszeit von drei Wochen folgt eine Infektion, die eine Früh- oder Fehlgeburt sowie spätere Entwicklungsstörungen beim Kind auslösen kann. Im schlimmsten Fall kommt es nach einer Infektion zu einer Totgeburt. Auf Rohmilchprodukte sollten Frauen während der Schwangerschaft verzichten, es sei denn, es handelt sich um Ausnahme-Produkte wie Hartkäsesorten.

Erlaubt ist neben Hartkäse der Schnitt- und Weichkäse aus pasteurisierter Milch, mit Ausnahme der Rinde. Dazu zählen Sorten wie Gouda, Leerdamer, Edamer, Tilsiter, Butterkäse, Cheddar, Camembert und Brie. Unbedenklich sind zudem Koch-, Schmelz- und Ofenkäse sowie industriell verpackter Käse wie Hütten- oder Schafskäse. Auf den Käseprodukten dieser Sorten weisen die Hersteller die Kennzeichnung „pasteurisiert“ aus.

Käsespätzle in der Schwangerschaft: Unser Fazit

Käsespätzle in der Schwangerschaft sind unproblematisch, solange Schwangere für die Zubereitung Hartkäse als Zutat verwenden. Aufgrund der auch im Hartkäse gesunden Nährstoffe, ist der Verzehr von Käsespätzle sogar zu empfehlen. Auch auf Raclette oder Käsefondue müssen Schwangere nicht verzichten, solange der Käse aus pasteurisierter Milch hergestellt ist. Beim Einkauf ist auf jeden Fall auch immer auf die Angaben des Herstellers zu achten. Die Käserinde aber müssen Schwangere abschneiden, da sich dort Listerien ansiedeln können.

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