22. April 2024

Pigmentflecken mit Backpulver entfernen: Ist das möglich?

Jeder Mensch hat Pigmentflecken. Es gibt große, kleine, helle und dunkle. Zu den Hautpigmentierungen gehören Sommersprossen, Leberflecke, Muttermale und Altersflecken. Die Verfärbungen sind nicht immer willkommen und es gibt einen einfachen Trick, sie loszuwerden oder deutlich aufzuhellen: Backpulver!

Leberflecke und andere Pigmentflecken mit Backpulver & Co. entfernen

Es gibt diverse chirurgische Möglichkeiten Pigmentflecke zu entfernen. Doch damit das von der Krankenkasse getragen wird, müssen die Flecken als potenziell krebsverdächtig eingestuft sein. So lange will sicher niemand warten und nicht immer stecken medizinische Gründe hinter dem Wunsch, Pigmentflecken schnell und einfach zu entfernen. Der kosmetische Markt bietet allerlei Cremes, Salben und Mittelchen, um Pigmentflecken loszuwerden. Doch oft sind die Produkte teuer, dazu langwierig in der Anwendung (die Kosten sammeln sich) oder die Effekte sind nicht von Dauer.

Dazu lohnt es sich einen Blick in die Beipackzettel solcher Kosmetika zu werfen. Sind ätzende oder potenziell krebserregende Bleichmittel enthalten, heißt es, besser die Finger wegzulassen und obendrein auch noch den Geldbeutel zu schonen. Fachkosmetiker und Kosmetikerinnen bietet ebenfalls zahlreiche Bleaching und Entfernungsmethoden für die Melaninflecken an. Doch auch diese Behandlungen kommen für Leute mit kleinem Geldbeutel und preisbewusste Menschen oft nicht infrage. Die einfache und kostengünstige Alternative ist Backpulver!

Backpulver, Backsoda oder Natron?

Backpulver beziehungsweise Backsoda werden manchmal auch als Natron bezeichnet. Mit vollständigem chemischen Namen heißt das weiße Pulver Natriumhydrogencarbonat und ist eine Art Salz. Bei uns wird es traditionell als Backtriebmittel verwendet. Inzwischen finde das Pulver aber auch als beliebtes Hausmittel immer mehr Freunde. Backpulver ist mit einem pH-Wert von 9 bis 10 sehr basisch. Manche Anwender trinken es auch als effektives und billiges Basenpulver. Natron kann Säuren neutralisieren, wirkt aber auch strukturell in und auf der Haut.

backpulver gegen pigmentflecken
EKramar/shutterstock.com

Übertreiben darf man die Anwendung von Backpulver zur Hautaufhellung nicht. Unsere Haut hat einen pH-Wert von ca. 5. Das Backpulver darf deshalb nur unter Einhaltung dieser Sicherheitsempfehlungen zu kosmetischen Zwecken auf der Haut angewendet werden:

  • in kleinen Mengen
  • punktuell und zielsicher auftragen
  • nicht am ganzen Körper anwenden
  • nur kurzzeitig (einige Wochen und nicht permanent).

Wer sich dagegen großflächig mit Backpulverzubereitungen einschmiert, zerstört den natürlichen Säureschutz der Haut und riskiert Folgen wie:

  • Hautausschläge
  • Rötungen mit Juckreiz
  • Störungen des Fetthaushaltes
  • allergische Reaktionen
  • Neurodermitis
  • und andere Hautreizungen.

Pigmentflecken mit Backpulver entfernen: Ein einfaches Rezept

Das Pulver sollte möglichst rein sein. In manchen Backpulverpäckchen sind Zusätze enthalten. Dann sind die Zubereitung und Anwendung sehr einfach.

Zutatenliste:

  • Backpulver, Backsoda oder Natron
  • Wasser
  • optional etwas frischer Zitronensaft
  • ein Schälchen zum Anrühren
  • ein Wattestäbchen.

Das Backpulver wird mit Wasser zu einer Paste verrührt. Ein paar Tropfen Saft aus einer frischen Zitrone können das Ergebnis deutlich verbessern. Empfindliche Hauttypen können auf die Zitrone aber auch mit Reizungen reagieren. Die Paste wird dann auf den Leberfleck aufgebracht und zieht ein. Entweder die Paste wird nach zehn bis fünfzehn Minuten abgewaschen, auf dem Fleck belassen, bis sie sich ablöst oder über Nacht mit einem Pflaster fixiert. Spätestens dann sollte die Backpulverpaste mit klarem Wasser abgewaschen werden.

backsoda rezept für die haut
nicoletta zanella/shutterstock.com

Die Anwendung muss so oft wiederholt werden, bis der Leberfleck heller wird oder verschwindet. Vorsicht bei Rezepten, die empfehlen Backpulver gegen Leberflecke oder andere Aufheller mit Bürsten in die Haut einzumassieren. Das kann zu Hautreizungen führen und Entzündungen begünstigen. Ähnlich ist es bei Rezepten, die den zusätzlichen Einsatz von Zahnpasta empfehlen. In Zahnpasta können neben aufhellenden Substanzen auch Schleifpartikel enthalten sein, die die Haut unnötig strapazieren.

Bei der Entfernung von Pigmentflecken mit Backpulver ist etwas Geduld gefragt. Die Ergebnisse zeigen sich nach etwas ein bis zwei Wochen. Da die Anwendung aber wirklich sehr einfach und obendrein kostengünstig ist, lohnt es sich dranzubleiben und Pigmente auf diese Weise langsam und schonend aufzuhellen. Klar ist: umso dunkler, größer und gewölbter der Fleck, umso länger dauert die Behandlung.

Was sind Pigmentflecken überhaupt?

Über Leberflecke und Muttermale kursiert viel Halbwissen. Doch kaum jemand weiß wirklich über deren Ursprung Bescheid. Sehr einfach ausgedrückt handelt es sich dabei um eine Ansammlung von Hautpigmenten, also Hautfarbstoffen (Melanin). Die Hautpigmentzellen nennt man auch Melanozyten. Sie befinden sich in der Epidermis, der obersten Hautschicht. Melanin wird in den Melanozyten produziert. Die Menge und Intensität ist bei jedem Menschen anders. Leberflecke und Pigmentmale (Hyperpigmentierungen oder Pigmentnävus) entstehen durch eine punktuelle Ansammlung von Melanozyten. Durch die Anhäufung kann sich das Gewebe verändern und kleine oder größere Beulen auf der Haut bilden.

Muttermal oder Pfefferfleck sind umgangssprachliche Bezeichnungen für diese Hautbesonderheiten. Sommersprossen entstehen durch eine andere Verteilung von Pigmentzellen in der Haut. Sie sind typisch für Menschen, die auf den meisten Hautarealen nur wenig Melanin haben, also besonders hellhäutig sind. Altersflecken sind eine Folge von einem Leben mit intensiver Sonneneinstrahlung, häufiger kosmetischer Behandlung oder genetisch bedingt.

Sind diese Hautveränderungen gefährlich?

Eigentlich nicht. Warum wir diese Besonderheiten haben, ist der Wissenschaft noch ein Rätsel. Dass Melanin die Haut vor UVA und UVB Strahlen schützt, ist klar. Doch warum sich lokale Ansammlungen und Sommersprossen bilden ist unbekannt. Früher sagte man den Flecken nach, endlos zu bluten oder für böse Infekte zu sorgen, wenn man an ihnen kratzt oder herummanipuliert. Doch das stimmt so nicht. Sie sind auch keine Hexenmale oder sonst irgendwie gesundheitsschädlich.

Nur wer sich zu viel Sonne aussetzt und nicht schützt, riskiert die Wucherung (Hautkrebs) von Hautpigmentzellen. Sommersprossen und Altersflecke sind harmlos, aber oft nicht willkommen. Wir leben in einer Zeit, in der eine makellose, reine und ebenmäßige Haut gefragt ist.

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