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Subbotina Anna/shutterstock.com

Immer wieder kommen sogenannte „Retrofrisuren“ aus vergangenen Zeiten erneut in den Trendfokus. Eine dieser Vintage-Frisuren ist die sogenannte „Wasserwelle“. Woher der Trend kommt und wie Sie diese Frisur ganz einfach nachmachen können, lesen Sie in dem folgenden Artikel.

Die Wasserwelle: Ein typischer Frisur-Trend aus den Zwanzigern

Gerne wird die sogenannte Wasserwelle heutzutage auch „Retrowelle“ genannt. Beim Gedanken an die Zwanziger Jahre kommen den meisten gleich die goldenen Zwanziger mit ihren ganzen Highlights in den Sinn. Zu diesen gehören definitiv einige Aspekte und Bewegungen in der Welt der Mode. Stirnbänder, modische Haar-Accessoires und Perlenketten fanden ihren Weg in die Kleiderschränke der Frauen aus den Zwanzigern. Außerdem wurden immer mehr Hüte getragen – auch von Männern. Was die Frisuren anging, so waren bis dato vor allen Schnecken und Dutts, welche mit Haarnadeln befestigt wurden, die beliebtesten Frauenfrisuren. Diese wurden später jedoch von dem kurz geschnittene Bob und dem sogenannten „Bubi-Kopf“ abgelöst.

Ein interessanter Fakt: Die weiblichen Friseure beherrschten diese speziellen Techniken zu Beginn noch nicht, weshalb die Frauen für diese Frisuren zum Herren-Friseur gingen. Gegen Ende der Zwanziger kam dann eine Frisur immer mehr in den Trend: Die Wasserwelle. Diese Frisur trugen vor allem junge Frauen mit kurzen Haaren. Sie stand für ein hohes Maß an Eleganz und Stilbewusstsein. Eine weitere damalige Bezeichnung für diese Frisur ist „Finger-Welle“, da sie im Stirnbereich aus nassem Haar mithilfe der Finger gestylt wurde. In Sachen Make up galt in den goldenen Zwanzigern: Mehr ist mehr! Ein leicht verruchter Make Up Look mit Puder, viel Rouge, dunkel geschminkten Augen und Lippen so wie ein dunkler Kajal und dünn gezupfte Brauen waren hier angesagt.

Die „goldenen Zwanziger“

Die goldenen Zwanziger sind als eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs bekannt. Gleichzeitig assoziieren wir mit diesem Jahrzehnt Kunst, Kultur und auch stylishe Trendbewegungen, inklusive Hair-Styles. Viele Retrolooks liegen heute wieder im Trend, darunter auch die Wasserwelle.

Wer kann die Trendfrisur tragen?

Nicht nur in den Zwanzigern, sondern auch heute ist die Wasserwelle wieder eine echte Trend-Frisur. Doch zu welchen Haartypen und Haarlängen passt dieser Frisur? In den zwanziger Jahren waren es – wie bereits erwähnt – insbesondere junge Frauen mit kurzen Haaren, die den Look trugen. In der Regel war die Ausgangsfrisur nämlich ein Bob oder Bubi-Kopf, der durch den Style der Wasserwelle mehr Jugendlichkeit und Leichtigkeit vermitteln sollte. Der Look wirkte somit verspielt, gleichzeitig aber glamourös und sehr edel. Eine vorgegebene Haarlänge für die Wasserwelle gibt es glücklicherweise nicht. Sie lässt sich jedoch besonders gut stylen, wenn die vordere Haarpartie ungefähr bis zum untersten Teil des Ohres reicht, denn so kommt die Welle besonders gut zur Geltung.

Bei kürzeren Haaren ist das Stylen der Wasserwelle etwas schwieriger. Eine Mindesthaarlänge gibt es jedoch nicht und eine maximale Haarlänge natürlich auch nicht. Die Welle lässt sich auch mit langen Haaren gut nach machen, ist dann allerdings aufwändiger. Für lange Haare eignen sich am besten große Heißwickler und je länger die Haare sind, desto femininer wirkt die Retrofrisur. Wenn die Haare kurz sind, wirkt die Welle sehr androgyn.

Styling und Haarstruktur

Natürlich ist beim Styling der Frisur nicht nur die Haarlänge, sondern auch die Haarstruktur von Bedeutung. Wie in allen anderen Frisuren bestimmt auch die Haarstruktur das Gelingen. Die Wasserwelle lässt sich aber sowohl bei lockigen als auch bei glattem Haar stylen. Die Haare werden vor dem Frisieren nass gemacht und zudem wird mit sehr viel Schaumfestiger gearbeitet, womit die Haare gebändigt werden. Bei gelocktem Haar wird in der Regel jedoch etwas mehr Schaumfestiger benötigt. Wichtig bei der Wasserwelle ist, dass die Haarstruktur nicht allzu fein ist. Bei extrem dünnen Haaren könnte bei der Frisur unter Umständen die Kopfhaut etwas durchscheinen, womit die Frisur ihren Flair verliert.

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Am einfachsten ist die Frisur somit mit dicken, aber glatten Haaren zu machen. Dies ist jedoch keine Voraussetzung. Die Wasserwelle kann auch mit anderen Haarstrukturen nachgemacht werden, ist dann jedoch nur etwas aufwändiger.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Wasserwelle

Im Folgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die Wasserwelle ganz leicht nachmachen können:

1. Zunächst waschen Sie sich die Haare gründlich und tupfen sie danach mit einem Handtuch ganz leicht trocken. Im Anschluss verteilen Sie mithilfe eines Stielkamms Schaumfestiger in den Haaren. Seien Sie dabei ruhig großzügig – die Menge des verwendeten Schaumfestigers hängt dabei von der Haarlänge und Struktur ab. Das Haar sollte im Anschluss gut gebändigt und leicht zu stylen sein, damit die Wasserwellen später einen guten Halt haben.

2. Nun ziehen Sie mit dem Stielkamm zunächst auf einer Seite einen möglichst tiefen und gleichzeitig sehr akkuraten Seitenscheitel. Teilen Sie auf der anderen Seite ungefähr 5 cm Haarpartie zum Formen der Wasserwelle ab.

3. Jetzt legen Sie die abgetrennten Partien mit dem Kamm leicht nach vorne auf die Stirn. Im Anschluss beginnen Sie mit dem Frisieren der Wasserwelle. Diesen Schritt starten Sie am Scheitel und arbeiten sich in die Längen vor. Die Haare sollten sich dabei in Wellen seitlich über den Kopf legen lassen.

4. Um die erste Welle zu formen, legen Sie Ihren Zeigefinger und Ihren Mittelfinger flach an die zu stylende Haarpartie an. Schieben Sie mit den beiden Fingern die Haare parallel zum Scheitel um wenige Zentimeter in Richtung Hinterkopf. Kämmen Sie nun diese Haarsträhne um die Finger herum, diese verlaufen dann zurück in Richtung Stirn. Wenn Sie die erste Welle fertig geformt haben, fixieren Sie diese mit einer Haarklammer. Es gibt übrigens spezielle Klammern, die extra für das Teilen der Wasserwelle hergestellt wurden. Diese Klemmen greifen die geformten Wellen besser auf und halten sie besser. Natürlich können Sie auch ganz normale Klammern nehmen.

5. Nun fahren Sie mit der gleichen Technik fort. Die nächste zu bearbeitende Strähne ist die unter der Haarklammer: Schieben Sie nun also diese Haarpartie in Richtung Hinterkopf entlang der vorhandenen Klammern und legen Sie mit dem Kamm erneut die Haarsträhne um Zeige- und Mittelfinger drum herum. Auch diese fixieren Sie anschließend wieder mit einer Haarklammer.

6. Mit dieser Technik arbeiten Sie sich nun abwärts Haarsträhne für Haarsträhne durch, bis Sie am Ende angelangt sind. Wer mag, kann auch nur eine einzige Strähne als Wasserwelle stylen. Nach Belieben können aber auch die kompletten Haare bis zum Hinterkopf durchgearbeitet werden.

7. Zum Schluss werden die Haare an der Luft trocknen gelassen. Wenn das Haar vollständig durch getrocknet ist, entfernen Sie die Klammern und fixieren die Wellen mit Haarspray. Fertig ist der Retro-Look. Wer wenig Zeit hat, kann die Haare auch trocken föhnen. Dabei sollten Sie jedoch vorsichtig sein, damit die Wellen ihre Form behalten. Ideal ist es, wenn Sie die Haare einige Stunden vor dem Ausgehen schon stylen, sodass diese an der Luft trocknen können. Das schont auch die Haarstruktur.