22. April 2024

Ziegenkäse in der Schwangerschaft: Worauf werdende Mütter achten sollten

Ziegenkäse gilt als leckere und proteinreiche Zutat für viele frische Gerichte und verleiht diesen einen besondere und aromatischen n Geschmack. Das gesunde Nahrungsmittel erfreut sich auch aufgrund seiner guten Nährwerte großer Beliebtheit – doch wie verhält es sich, wenn eine schwangere Frau Ziegenkäse essen möchte.

Ist dies gefahrlos möglich oder besteht dadurch ein Risiko für das ungeborene Baby im Mutterleib? In diesem Artikel erfahren werdende Mütter, worauf sie beim Genuss von Ziegenkäse unbedingt achten sollten.

Ziegenkäse in der Schwangerschaft: Herstellung und Sorten

Für die Herstellung von Ziegenkäse wird Ziegenmilch verwendet und die meisten Sorten bestehen auch vollständig daraus. Nur bei einigen wenigen Sorten wird Schafs- oder Kuhmilch dazu gemischt. Die Vielfalt an Ziegenkäsesorten ist groß: so gibt es leckeren Ziegenfrischkäse mit oder ohne Kräuter oder auch verschiedene Weichkäse. Durch die Verwendung von Ziegenmilch erhält der Käse sein typisches Aroma, das ihn von Kuhmilchkäse unterscheidet.

Ziegenkäse bietet eine hervorragende Alternative bei Kuhmilch-Unverträglichkeit, da die meisten betroffenen Menschen Ziegenkäse besser vertragen können. Ziegenkäse besteht entweder aus Rohmilch oder aus pasteurisierter – also erhitzter – Milch. Auf Sorten, die aus Rohmilch bestehen, sollten werdende Mütter unbedingt verzichten.

Ziegenkäse aus Rohmilch meiden – Listeriose-Gefahr!

Durch die Verwendung von Rohmilch bei der Produktion von Ziegenkäse besteht das Risiko für eine Listeriose-Infektion. Listerien sind Bakterien, die ernsthafte Infektionskrankheiten hervorrufen können und die besonders bedrohlich für schwangere Frauen und das ungeborene Kind sind. Für gesunde Menschen stellt eine Listeriose-Infektion keine größere Gefahr dar und heilt in der Regel nach dem Auftreten grippeähnlicher Symptome problemlos aus. Infiziert sich eine schwangere Frau mit Listerien, so betrifft die Infektion nicht nur sie, sondern auch ihr ungeborenes Kind.

schwangere frau
SeventyFour/shutterstock.com

Das Baby kann durch die Listeriose im Mutterleib sehr schwer an einer Blutvergiftung oder Meningitis erkranken und im schlimmsten Fall sogar versterben. Es ist daher dringend empfehlenswert, auf den Verzehr von Rohmilch-Käse in der Schwangerschaft zu verzichten, auch weil schwangere Frauen kein so starkes Immunsystem wie ohne Schwangerschaft haben und die Listeriose-Infektion bei ihnen schwerer verlaufen kann. In Deutschland kommt eine Infektion mit Listerien zum Glück nur sehr selten vor – dennoch sollte das Risiko während einer Schwangerschaft nicht eingegangen werden, um Mutter und Kind nicht zu gefährden.

Es ist daher empfehlenswert, Ziegenkäse aus Rohmilch in der Schwangerschaft nur dann zu essen, wenn er vor dem Verzehr länger als 2 Minuten auf mehr als circa 75 Grad erhitzt wurde. Dadurch werden gefährliche Krankheitserreger abgetötet und dem Genuss des leckeren Ziegenkäses steht auch in der Schwangerschaft nichts mehr im Wege.

Problemloser Genuss in der Schwangerschaft von Ziegenkäse aus pasteurisierter Milch

Ziegenkäsesorten, die aus pasteurisierter Milch zubereitet werden, stellen keine Gefahr für die werdende Mutter und ihr Baby dar. Bei dieser Methode wird die Milch vor der Herstellung des Käses hoch erhitzt, so dass gefährliche Bakterien und Krankheitserreger abgetötet werden und keine Gefahr für eine Listeriose-Infektion mehr besteht. Diese Ziegenkäsesorten aus pasteurisierter Milch gelten als sicher für den Verzehr während der Schwangerschaft, solange der Ziegenkäse im Kühlschrank gelagert und das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten wird.

Welche Sorten sollten gemieden werden?

Schwangere Frauen sollten während ihrer Schwangerschaft unbedingt auf alle Ziegenkäsesorten aus Rohmilch verzichten. Besonders gefährlich sind Weichkäsesorten wie beispielsweise Feta oder auch Brie und Camembert sowie bestimmte Frischkäsezubereitungen. Vor dem Verzehr von Ziegenkäse ist es für werdende Mütter empfehlenswert, das Etikett zu lesen und sich zu versichern, dass der Käse aus pasteurisierter Milch hergestellt wurde. Ist dort ein Hinweis auf Rohmilch zu finden, so sollten werden Mütter diesen Käse auf keinen Fall verzehren.

käse aus ziegenmilch
Moving Moment/shutterstock.com

Gleiches gilt, wenn der Ziegenkäse schon sehr lange geöffnet im Kühlschrank liegt oder wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Zudem ist es ratsam, im Restaurant auf den Verzehr von Ziegenkäse zu verzichten, da hier häufig unklar ist, ob dieser aus Rohmilch oder pasteurisierter Milch besteht. Im Zweifelsfall können sich schwangere Frauen auch bei ihrem Arzt oder ihrer Hebamme über den Verzehr bestimmter Lebensmittel wie Ziegenkäse in der Zeit der Schwangerschaft beraten lassen.

Ziegenkäse in der Stillzeit

Ist das Baby geboren, so steht dem Verzehr von Ziegenkäse aus Rohmilch nichts mehr im Wege. Entschließt sich die Mutter, ihr Baby zu stillen, besteht keine Gefahr für das Baby, da Listerien nicht über die Muttermilch übertragen werden können. Ziegenmilchprodukte können nach der Geburt des Kindes also ohne Bedenken gegessen werden. Während der kurzen Zeit der Schwangerschaft ist es dagegen unbedingt empfehlenswert und vernünftig, auf Ziegenmilchprodukte, die Rohmilch enthalten, zu verzichten.

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