avocado braune fäden
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Sie gilt als eines der nährstoffreichsten Lebensmittel und hat mittlerweile sogar ihren Weg in die Beautywelt gefunden – die Avocado. Ob als Guacamole-Dip, Brotaufstrich, im Salat oder als Gesichtsmaske, das herrlich cremige Superfood überzeugt mit ihren Nährstoffen und ist aus einer ausgewogenen Ernährung fast nicht mehr wegzudenken. Die richtige Avocado einzukaufen und sie im perfekten Moment zu öffnen, ist jedoch eine Wissenschaft für sich. Umso ärgerlicher, wenn ihr weiches Fleisch dann von braunen Fäden durchzogen ist. Was hat es mit den braunen Fäden auf sich und ist die Avocado dann noch genießbar?

Avocado: Braune Fäden ein Indiz für den Reifegrad

Die Schale einer Avocado ist, je nach Sorte, warzig oder glatt und ihre Farbe ist grün, braun oder schwarz. Oftmals sind die unreifen Früchte noch grün und je reifer die Frucht wird, desto dunkler ihre Schale. Avocados werden unreif geerntet und reifen erst während des Transportes nach. Um die perfekte Avocado zu kaufen, sind zwei Dinge zu beachten. Zum einen gibt der Drucktest Auskunft darüber, wie reif sie ist. Ist sie noch hart und gibt auf Druck nicht nach, sollte sie noch nicht geöffnet werden. Gibt die Avocado jedoch auf Druck leicht nach und fühlt sich weich an, hat sie den perfekten Reifegrad erreicht. Hat sie tiefe Druckstellen und fühlt sich matschig an, ist sie schon überreif und sollte nicht mehr verzehrt werden.

Ein weiteres Merkmal ist die Abbruchstelle des Stiels. Sieht diese noch grün und frisch aus, ist die Avocado im Inneren noch genießbar. Ist die Stelle jedoch schon leicht braun oder gar schimmlig, werden sich höchstwahrscheinlich im Inneren auch braune Flecken befinden. Den richtigen Reifezeitpunkt der Avocado abzufangen ist nicht immer leicht. Immer wieder wird mit kleinen Tricks versucht, die Natur zu überlisten. Die Lagerung mit Äpfeln und Bananen soll beispielsweise beim Nachreifen helfen. Die Lagerung im Kühlschrank soll den Vorgang wiederum verlangsamen. Das Beste ist, eine nicht ganz reife Avocado zu kaufen und sie bei Zimmertemperatur nachreifen zu lassen.

Und egal wie geduldig man auf den perfekten Zeitpunkt gewartet hat, kann es trotzdem passieren, dass die reife Avocado beim Aufschneiden dunkle Flecken und braune Fäden aufweist.

Oxidation und Transportkanäle

Schneidet man eine Avocado auf und verbraucht sie nicht sofort, wird sie, ähnlich wie ein Apfel, schnell braun. Dieses Phänomen nennt sich Oxidation. Beim Aufschneiden brechen die Zellwände auseinander und kommen in Kontakt mit Sauerstoff. Was folgt, ist eine braune Färbung. Darum sollte die Avocado so schnell wie möglich nach dem Aufschneiden verzehrt oder weiterverarbeitet werden. Manche Avocados haben bereits beim Aufschneiden im Inneren braune Flecken. Sie kommen von Druckstellen, durch die Luft zwischen Schale und Fleisch gelangt ist. Diese braunen Flecken haben jedoch nichts gemeinsam mit den braunen Fäden, die sich in manchen Avocados befinden. Und selbst in einer optisch einwandfreien Avocado können braune Fäden auftauchen.

Jede Avocado besteht aus Fasern, die in Längsrichtung durch die Frucht verlaufen. Diese Fasern sind Transportkanäle, die die Frucht mit Nährstoffen und Wasser versorgt, während sie am Baum hängt. Je jünger ein Avocado-Baum, desto faseriger sind seine Früchte. Die Früchte eines reiferen Baumes haben ein weiches, cremiges Fleisch. Normalerweise trägt ein Baum nach 3 bis 5 Jahren die ersten Früchte. Seine volle Reife erreicht er jedoch erst nach 5 bis 7 Jahren. Aufgrund der erhöhten Nachfrage werden die Bäume immer früher geerntet. Haben die Fasern eine braune Verfärbung, deutet das darauf hin, dass während des Reifeprozesses Luft in die Hohlräume gelangt ist. Diese färbt sie dann aufgrund der Oxidation braun.

Geschmack bleibt gleich: Trotz brauner Fäden in der Avocado

Auch wenn braune Fäden in der Avocado unappetitlich aussehen, sind sie vollkommen unschädlich. Sie haben keinerlei Auswirkungen auf den Geschmack und können mitgegessen werden. Sollten die Fäden als unangenehm empfunden werden, kann die weiche Avocado durch ein Sieb gestrichen werden. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Frucht nicht pur zu genießen, sondern direkt zu Creme oder Suppe weiterzuverarbeiten. Auch eine Frucht mit hellbraunen Flecken ist noch genießbar. Sie können weggeschnitten oder einfach mitgegessen werden. Eine Avocado mit leichten Flecken muss nicht sofort entsorgt werden. Sie kann, ähnlich wie eine überreife Banane, noch verwendet werden – in einem Smoothie, im Salatdressing oder in Schokoladencremes.

Befinden sich in der Avocado jedoch dunkle Flecken und ist vielleicht schon der erste Schimmel sichtbar, ist es besser, die Frucht zu entsorgen. Sie ist ungenießbar und weist teilweise nicht nur einen merkwürdigen Geschmack, sondern auch einen unangenehmen Geruch auf.

Zu früh aufgeschnitten?

Eine Avocado, die unreif aufgeschnitten wurde, kann übrigens mit einem kleinen Trick gerettet werden. Durch das Einstreichen mit Zitronensaft oder Olivenöl wird die Oxidation verlangsamt. Anschließend die beiden Hälften passgenau aufeinander stecken und mit mehreren Lagen Frischhaltefolie luftdicht verpacken. Die Avocado im Kühlschrank lagern und mit etwas Glück reift sich nach, ohne zu verderben oder zu verdunkeln.

Die Avocado: Eine Beere, die gesund ist und schön macht

Die Avocado gehört zur Familie der Lorbeergewächse und ist im Grunde genommen eine Beere. Es gibt mehr als 400 verschieden Sorten auf der Welt, die sich alle in Farbe, Form und Gewicht unterscheiden. Wenn man sich die sensible Beere näher anschaut, wird schnell klar, warum sie so beliebt ist. Diese Frucht schmeckt nicht nur lecker, sondern ist auch unglaublich gesund. Sie ist ein Kraftpaket aus Vitaminen, Fettsäuren und wertvollen Nährstoffen. Einfache gesättigte Fettsäuren, Omega 3 Fettsäuren genannt, helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Lecithin und Vitamin B kommen den Nerven und dem Gehirn zugute. Die Vitamine A und E machen die Avocado zu einem Schönheitsmittel.

Sie schützen den Körper vor schädlichen freien Radikalen und wirken Hautalterung entgegen. Weitere Nährstoffe der Superfrucht sind Kalium, Magnesium und Folsäure. Lange galt die Avocado mit 30 % Fettanteil als Dickmacher, doch mittlerweile weiß man, dass sie beim Abnehmen helfen kann. In ihr befindet sich das Enzym Lipase, durch das der körpereigene Fettstoffwechsel angekurbelt und Fett leichter abgebaut wird. Zusätzlich kann die Avocado die Aufnahme fettlöslicher Vitamine verbessern. In Kombination mit anderem Obst oder Gemüse ist sie also besonders gesund und effektiv.