Kopfhautentzündung
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Hauterkrankungen sind unangenehm. Zum einen jucken diese oft, zum anderen fühlen sich die Betroffenen durch wässernde oder wunde Hautstellen verunstaltet. Das gilt auch für die Kopfhautentzündung. Diese ist nicht nur großflächig und unschön, sondern sie kann unbehandelt auch zu Haarausfall führen. Daher empfiehlt es sich, bei entzündlichen Anzeichen der Kopfhaut sofort einen Hautarzt aufzusuchen. Falls Sie Eiterpusteln, Ekzem-artigen Flechten-Bildungen, starken Juckreiz oder blutige Schrunden am Kopf entdecken, ist rasches Handeln angezeigt.

Wichtig ist, durch Meidung bestimmter Verhaltensweisen und durch eine vitalstoffreiche Ernährung die Neigung zu solchen Entzündungen zu verringern. Bei der Hautpflege können Menschen mindestens genauso viel falsch machen, wie in Sachen Ernährung. Wer täglich parfümierte Haarwaschmittel nutzt, sich regelmäßig die Haare färbt und ungesund isst, hat schon Vorschubleistungen erbracht, um an einer Kopfhautentzündung zu erkranken. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder eine Krebsbestrahlung am Kopf können eine Kopfhautentzündung auslösen.

Was passiert bei einer Kopfhautentzündung?

Ausgelöst wird die Kopfhautentzündung durch Erreger, die sich in der Kopfhaut einnisten. Die ersten Symptome solcher entzündlichen Prozesse sind meistens Rötungen, Juckreiz und Schwellungen an den betroffenen Arealen. Typisch für entzündliche Prozesse ist die Überwärmung der betroffenen Haut. In der Folge kann es zu Schuppenbildung, der Ausbildung von wässernden Stellen oder zu Haarausfall kommen. Deswegen wird den Betroffenen bei einer Kopfhautentzündung von einer Selbstbehandlung abgeraten. Der Gang zum Hautarzt ist sinnvoll. Zunächst sollte die Ursache der Kopfhautentzündung festgestellt werden.

Dafür kommen diverse Auslöser infrage. Der Dermatologe kann die Symptome einer Kopfhautentzündung sofort ausmachen. Schon das Anfangsstadium ist gut erkennbar. Dabei gilt: Je früher eine Kopfhautentzündung behandelt wird, desto schneller und wirksamer lässt sie sich therapieren.

Wodurch entsteht eine Kopfhautentzündung?

Die Kopfhaut dient beim Menschen verschiedenen Zwecken. In ihr sind die Haarwurzeln verankert. Drüsen stellen Sekret-Lieferanten für die Haut her. Auch in Sachen Temperatur- und Flüssigkeitsregulation ist die Kopfhaut nicht unbeteiligt. Der Ausgleich von Kälte- und Wärmeeinwirkungen kann über die Kopfhaut gesteuert werden. Im Winter kommt es zu höheren Wärmeverlusten. Daher setzen wir Mützen auf, um diese zu vermeiden. Im Sommer sondert die Kopfhaut kühlenden Schweiß ab. Außerdem ist die Kopfhaut auch für Sinneswahrnehmungen und deren Weiterleitung an das Gehirn zuständig.

Die menschliche Kopfhaut besteht aus der Oberhaut (Epidermis), der darunter liegenden Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subkutis). Eine Kopfhautentzündung betrifft oft nicht nur die Oberhaut. Sie kann alle drei Schichten erfassen – vor allem, wenn die Kopfhautentzündung längere Zeit unbehandelt bleibt. Durch mikrofeine Risse in der Kopfhaut können Erreger oder Pilze eindringen. Neben diesen können aber auch Parasiten im Spiel sein. Auf diese reagiert das Immunsystem umgehend mit Entzündungssymptomen. Es gibt allerdings auch Kopfhautentzündungen, die nicht durch Parasiten, Mikroben oder Pilze verursacht werden.

kopfhaut entzündet
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Die so genannten „sterilen“ Entzündungen werden im Gegensatz zu den mikrobiellen Kopfhautentzündungen durch Allergien oder Erkrankungen der Haut verursacht. Eine Neurodermitis kann sich zum Beispiel auch an der Kopfhaut abspielen. Angezeigt werden beide Arten von Entzündungen durch dieselben Symptome: starker Juckreiz, Rötung, Überwärmung und Schwellung der Kopfhaut. In der Folge können die bisher genutzten Pflegemittel ein Brennen der Kopfhaut verursachen.

Die möglichen Ursachen im Überblick

Verschiedene Auslöser – neben mikrobiellen auch andere – können der Kopfhaut so zusetzen, dass sie sich entzündet. Schauen wir uns nun die möglichen Verursacher einmal genauer an:

Mikrobielle Verursacher

Hierbei handelt es sich um körperfremde Mikroben, Keime oder Bakterien, die in die Kopfhaut eindringen. Dadurch kommt es zur Entzündungen der oben genannten Hautschichten und Haarfollikel. Ein anderer Grund für solche Verursacher sind körpereigene Mikroben. Auch die Kopfhaut hat eine Flora, die sich unter bestimmten Einflüssen verändern kann. Schießen bestimmte Bakterien ins Kraut, kann es zu einer Kopfhautentzündung kommen. Außerdem kann eine übermäßige Schweißbildung bei stark behaarten Personen lokale Entzündungen auslösen. Die eitrigen Haarwurzel-Entzündungen können wiederum das Eingangstor zu weiteren Bakterienbelastungen werden, die dann die gesamte Kopfhaut betreffen.

Pilzerkrankungen

Ein Hautpilz, der sich auf der Kopfhaut etabliert hat, sorgt zunächst an der Hautoberfläche für Schuppenbildungen. Die Veränderungen können zunächst eher unscheinbar wirken. Später können die Hautpilze, die weitgehend unter der Oberhaut wuchern, zum Haarausfall führen. Da Pilzmyzele sich unbemerkt immer weiter in die unteren Hautschichten ausbreiten, entzündet sich die Kopfhaut. Es kommt zu eitrigen und sich verkrustenden Entzündungen. Wenn diese nicht zeitnah eine Behandlung erfahren, bilden sich unschöne Narben. Bleibende kahle Stellen können durch diese verursacht werden. Bevorzugt handelt es sich um Pilze wie Microsporum canis oder Trichophyton-Unterarten. Solche Pilze können beispielsweise von einem Haustier übertragen werden.

Parasitenbefall

Unbemerkter Läusebefall ist ein relativ häufiger Verursacher von Kopfhautentzündungen. Durch den Juckreiz und entzündliche Anzeichen kommt es oft zum Kratzen an den von Parasiten befallenen Stellen. Der Schädlingsbefall kann durch das Aufkratzen zu Mikroverletzungen an der Kopfhaut führen. In der Folge breitet sich eine durch Keime und Mikroben verursachte Entzündung auf der Kopfhaut aus.

Haarausfall

Eine bestimmte Art von Haarausfall – die Alopezie – ist in Wahrheit eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem reagiert hier auf vermeintliche Angreifer mit Entzündungsreaktionen. Es reagiert eigentlich auf sich selbst, indem es eigenes Gewebe angreift. Die kreisrunden Haarareale, bei denen das Haar ausfällt, sind ein Hinweis auf diese Erkrankung. Die Ursache kann in einer genetischen Disposition oder einem vorübergehend auftretenden hormonellen Ungleichgewicht liegen.

ursachen Kopfhautentzündung
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Hauterkrankungen

Die Klassiker unter den Hauterkrankungen, die eine Kopfhautentzündung auslösen können, sind die Schuppenflechte (Psoriasis) sowie ein Atopisches Ekzem (Neurodermitis). Beide verursachen unerträglichen Juckreiz. Durch ständiges Kratzen wird die Haut noch weiter gereizt. Sie wird anfälliger für entzündliche Prozesse und Schorfbildungen. Ohne eine passende Hautpflege und den Verzicht auf das Kratzen kann den Betroffenen nur schwer geholfen werden.

Allergien und chemische Auslöser

Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie aggressiv viele konventionelle Haarwaschmittel und Haushalts-Reiniger sind. Auch Parfüm, ätherische Öle, Eau de Toilettes, Shampoos und Ähnliches können zu chemischen Reizen führten, die die Haut zum Jucken bringen. Besonders prädestiniert als Auslöser einer Kopfhautentzündung sind aggressive oder allergieträchtige Haarfärbemittel. Eine Kopfhautentzündung durch eine Allergie oder eine Unverträglichkeit solcher Stoffe kommt recht häufig vor. Überdurchschnittlich häufig sind Zusatzstoffe wie Cocamidopropylbetain und Natriumlaurylsulfat dafür verantwortlich. Zu allem Überfluss können auch bestimmte Lebensmittel, Medikamente oder toxische Umweltschadstoffe zu einer Kopfhautentzündung führen.

Mechanische oder thermische Auslöser

Ausgiebiges Bürsten und Kämmen mit zu harten Bürsten kann eine ohnehin gereizte Kopfhaut reizen. Auch ständiges Kratzen kann eine Kopfhautentzündung auslösen. Weiterhin könne auch thermische Reize bzw. Hitzeeinflüsse die Kopfhaut reizen, sodass diese sich entzündet. Beliebte Auslöser von Kopfhautentzündungen sind UV-Strahlung (Sonnenbrand) oder zu heißes Föhnen. Beide können zu den oben bereits erwähnten Mikrorissen an der Oberhaut führen. Dadurch wird das Entzündungsrisiko erheblich gesteigert.

Typische Symptome einer Kopfhautentzündung

Die ersten entzündlichen Symptome sind Rötungen, Überwärmung, Schwellungen und brennende Schmerzen. Später stellen sich auch starkes Jucken, wässernde Stellen, Verkrustungen, Eiterbildung, Pigment-Störungen an den befallenen Stellen, Schuppen oder Haarausfall ein.

Diagnostik und Behandlung von Kopfhautentzündungen

Meistens kann die Kopfhautentzündung per Blickdiagnose festgestellt werden. Der Arzt fragt nach den vorliegenden Symptomen und nach möglichen Auslösern im Bereich Kosmetik oder Medikamenten. Gegebenenfalls sorgt er für eine Labordiagnostik. Diese kann Allergietests oder Hautzellen- bzw. Haaruntersuchungen beinhalten. Je nach festgestellter Ursache kommen folgende Behandlungsoptionen infrage:

Eine medikamentöse Behandlung

Sind mikrobielle Entzündungserreger festgestellt worden, werden meist Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente notwendig. Neue Entzündungen sollen dadurch verhindert werden. Die bereits bestehenden Entzündungsherde sollen zurückgedrängt werden. Bei Kopfhautpilzen werden Antimykotika und lokal anwendbare pilzabtötenden Mitteln verordnet.

behandlung entzündete kopfhaut
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Eine geeignete Haarpflege

Bei Hauterkrankungen oder Allergien sind konventionelle Haarpflegemittel meist ungeeignet. Spezielle, vor allem duftstofffreie Cremes, Shampoos und Lotionen sollen der Kopfhaut helfen. Alle Pflegemittel, die chemische Bestandteile enthalten, sollten ausgemustert werden. Das Haare zu föhnen und zu färben, ist strikt zu unterlassen. Auch nach dem Abheilen der Kopfhautentzündung sollte grundsätzlich duftstofffreie Kosmetik verwendet werden. Diese reizt die Kopfhaut nicht. Sie führt nicht zu Schuppenbildung. Apropos: Besonders aggressiv sind konventionelle Anti-Schuppen Shampoos. Diese trocknen die Kopfhaut zunehmend aus, sodass durch den damit entstehenden Juckreiz eine Kopfhautentzündung geradezu herausgefordert wird.

Eine geeignete Ernährungsweise

Die Haut ist auf eine überdurchschnittlich gute Versorgung mit Nährstoffen angewiesen, weil sie laut der Prioritätensetzung des Organismus als eine der letzten Instanzen mit Nährstoffen versorgt wird. Nach einer Kopfhautentzündung sind vor allem die B-Vitamine in Form von Gemüse und Obst reichlich zu verzehren. Die Ernährung kann die medizinische Behandlung effektiv unterstützen. Als alleiniges Heilmittel eignet sie sich bei einer Kopfhautentzündung jedoch nicht. Die Hautarztbehandlung ist bei Kopfhautentzündung essenziell. Was jedoch klappt, ist die Vorbeugung gegen solche Entzündungen durch eine hochwertige Ernährung mit frisch zubereitetem Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, sowie Zwiebeln und Knoblauch als natürlichen Antibiotika und Entzündungshemmern.