Cinnamal
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Cinnamal dient als Inhaltsstoff von kosmetischen Produkten und findet Verwendung für Parfüm- und Aromastoffe. Er wird als Vergällungsmittel eingesetzt. Bei Vergällungsmitteln handelt es sich um Substanzen zum Ungenießbarmachen von genießbaren Stoffen. Zur Anwendung gelangt Cinnamal in erster Linie bei alkoholhaltigen Produkten. Dabei macht er das enthaltene Ethanol (Alkohol) untrinkbar. Auf diese Weise lässt sich der kosmetische Artikel von der Branntweinsteuer befreien.

Auf der INCI-Liste wird vergällter Alkohol als „Alcohol denat“ bezeichnet. Ein zusätzlicher Verwendungszweck von Vergällungsmitteln ist das Überlagern von chemischen oder nicht natürlichen Gerüchen. Cinnamal zählt zu den organischen chemischen Verbindungen und ist Bestandteil der Stoffgruppe der Phenylpropanoide sowie der aromatischen Verbindungen.

Natürliches Vorkommen von Cinnamal

Cinnamal ist aber auch in natürlichen Stoffen zu finden. Dazu zählen:

  • Cassiaöl (bis zu 90 Prozent)
  • Zimtrindenöl (42 bis 68 Prozent)
  • Zimtbaumblätter
  • diverse ätherische Öle wie Lavendelöl, Weintraubenöl, Hyazinthenöl und Zimtblattöl

Sichtbar ist das Cinnamal als ölige gelbliche Flüssigkeit, die stark nach Zimt riecht.

Andere Bezeichnungen für Cinnamal

Cinnamal ist auch unter anderen Bezeichnungen bekannt. Dies sind:

  • Cinnamaldehyd
  • Zimtaldehyd
  • Alpha-Hexyl-Zimtaldehyd
  • y-Phenylacrolein
  • trans-3-Phenyl-2-propenal
  • FEMA 2286
  • (E)-3-Phenylprop-2-en-1-al

Entdeckung des Duftstoffes

Als Hauptaromastoff der Zimtrinde konnte das Zimtaldehyd zum ersten Mal 1834 von den französischen Chemikern Jean-Baptiste Dumas und Eugéne Melchior Péligot isoliert werden. Im Jahr 1856 gelang Luigi Chiozza die Synthetisierung des Stoffes. Gewonnen wird das Zimtaldehyd u. a. mithilfe von Wasserdampfinstallation aus Rinde und Blättern des Zimtbaums. Analog zur Zimtsäure lässt sich trans-Zimtaldehyd auch durch Aldol-Kondensation aus Acetaldehyd und Benzaldehyd darstellen.

Physikalische Eigenschaften

Die ölige Flüssigkeit des Zimtaldehyds verströmt einen intensiven Zimtgeruch. An der Luft kommt es zur allmählichen Oxydation des Stoffes. Bei Temperaturen von -8 Grad Celsius erfolgt das Schmelzen des Cinnamal, während sein Siedepunkt bei 251 Grad bei Normaldruck erreicht wird. In Wasser ist das Zimtaldehyd nur schlecht löslich. In Ethanol, Chloroform und Diethylether lässt es sich aber gut mischen. Auf Wärme, Licht, bestimmte Metalle sowie Alkalien reagiert es empfindlich.

Verwendung für kosmetische Produkte

Die Kosmetikbranche greift auf Zimtaldehyd oder Cinnamal als Duftstoff für das Herstellen von Parfüms, Eau de Cologne oder Eau de Toilette zurück. Besonders beim Komponieren von orientalischen Parfüms wird der Stoff verwendet. Des Weiteren ist Cinnamal Bestandteil von kosmetischen Artikeln wie:

  • Reinigungsmitteln
  • Lippenstiften
  • Waschmitteln
  • Mundwasser
  • Zahnpasta

Die Lebensmittelindustrie benutzt Cinnamal zudem als Inhaltsstoff für Gewürze. Der Duftstoff verfügt über die Eigenschaft, sich positiv auf den Geruch eines Produktes auszuwirken. Außerdem kann es die Haut parfümieren.

Warum gilt Cinnamal als gesundheitlich bedenklich?

Cinnamal gehört zu den deklarationspflichtigen Duftstoffen. Bei Duftstoffen besteht das Problem, dass sie nach Nickel zu den häufigsten Urhebern von Kontaktallergien zählen. Allein in Deutschland leiden rund 15 bis 20 Prozent aller Bundesbürger unter einer Kontaktallergie. So kann auch Cinnamal allergische Reaktionen hervorrufen. Dazu bedarf es nur geringer Mengen zwischen 0,01 und 0,03 Prozent Zimtaldehyd in den Achselhöhlen. Ebenso sind allergische Hautreaktionen im Bereich des Möglichen. Manche Duftstoffe werden sogar verdächtigt, Krebs zu verursachen.

Vor allem Kontaktallergikern ist Cinnamal nicht zu empfehlen, da es sich bei ihm um ein potentes Allergen handelt. Ebenso sollten Personen, die unter Asthma bronchiale oder hyperreagiblen Atemwegen leiden, den Duftstoff prinzipiell meiden. Es besteht außerdem der Verdacht, dass auch die Sinnesorgane durch Cinnamal gereizt werden.

Was können Allergiker tun?

Menschen, die allergisch auf Cinnamal oder andere Duftstoffe reagieren, wird empfohlen, keine Produkte zu verwenden, die solcherlei Stoffe enthalten. So besteht auch das Risiko des Auslösens von Kreuzallergien.

Wie lässt sich Cinnamal erkennen?

In der Europäischen Union müssen seit 2004 Duftstoffe, die Allergien auslösen können, auf der Verpackung des Produktes separat aufgeführt werden. Die Bestimmung der insgesamt 26 Stoffe, die als besonders häufig allergieauslösend gelten, erfolgte durch das wissenschaftliche Beratungskomitee der EU (SCCNFP). Sie stehen einzeln auf der Packung des Produktes. Neben Cinnamal handelt es sich dabei um Duftstoffe wie:

  • Amy cinnamal
  • Amycinnamyl alcohol
  • Anise alcohol
  • Alpha-isomethyl ionone
  • Benzyl alcohol
  • Benzyl benzoate
  • Benzyl salicylate
  • Butylphenyl methylpropional
  • Cinnamyl alcohol
  • Citral
  • Citronellol
  • Coumarin
  • Evernia prunastri extract
  • Evernia furfuracea
  • Eugenol
  • Farnisol
  • Geraniol
  • Hexyl cinnamal
  • Hydroxyisohexyl 3-cyclohexene carboxaldehyd
  • Limonene
  • Linalool
  • Methyl 2-octynoate

Durch das Kennzeichnen dieser Duftstoffe erhält der Allergiker die Möglichkeit, den Stoff zu meiden, der bei ihm eine allergische Reaktion auslöst.

Verdacht auf eine Duftstoffallergie

Besteht ein anfänglicher Verdacht auf eine Allergie gegen Cinnamal oder einen anderen Duftstoff, lässt sich zur Abklärung durch einen Allergologen ein Epikutan Test vornehmen, der zwei Duftstoffreihen umfasst. Rund 70 bis 80 Prozent aller Allergien gegen Duftstoffe lassen sich durch den Test feststellen. Die meisten Menschen reagieren allerdings nicht allergisch auf Duftstoffe wie Cinnamal. Oftmals wird die Schwellenkonzentration, die für eine kontaktallergische Reaktion verantwortlich ist, wegen der niedrigen Konzentration der einzelnen Duftstoffsubstanzen bei den Anwendungsbedingungen gar nicht erreicht.