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Schlafen ist die natürlichste Sache der Welt. Die Augen schließen, tief durchatmen und sanft ins Traumreich abgleiten. Beim Aufwachen sind Körper und Geist erholt und der Organismus ist bereit für neue Aufgaben. So weit die Theorie. Leider sieht die Realität in vielen Schlafzimmern ganz anders aus.

Viele Menschen wälzen sich abends stundenlang hin und her und fallen in einen kurzen unruhigen Schlaf, der keine Erholung bietet. Schlafstörungen sind eine Belastung und können einen langen Leidensweg auslösen. Es gibt jedoch Hilfe und mit der richtigen Unterstützung lassen sich Schlafstörungen gezielt behandeln.

Schlaftabletten

Die Einnahme von schlaffördernden Medikamenten sollte nur nach Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin erfolgen. Die möglichen Nebenwirkungen und die Gefahr von einer Abhängigkeit sind groß. Mediziner verschreiben Schlafmittel zum Beispiel nach einem traumatischen Erlebnis. In Situationen, die kurzzeitig zu Schlafstörungen führen können, können Medikamente unterstützen. Bei lang anhaltenden Schlafstörungen, deren Auslöser Stress oder innere Unruhe sind, sind Medikamente nicht geeignet, da sie die Ursache nicht beheben.

Natürliche Mittel, die den Schlaf fördern

Baldrian ist ein klassisches Mittel, das zur inneren Ruhe führen soll und Schlafstörungen mildern kann. Die Darreichungsform reicht von Kapseln und Dragees bis zu Tropfen und Tees. Lavendelsprays fürs Kissen, Vanillearoma oder Melissentee können ebenfalls für die notwendige Ruhe sorgen. Natürlich Aromen und Kräuter sind Medikamenten vorzuziehen, sie lösen jedoch auch nicht die auslösenden Ursachen für die Schlafstörungen.

Die kognitive Verhaltenstherapie

Der Ansatz der Therapie befasst sich mit den Ursachen der Schlafprobleme. Es gilt zunächst einmal die Schlafprobleme zu erkennen, die Ursachen zu formulieren und mit gezielten Verhaltensweisen dagegen anzugehen. Die Therapie ist lösungsorientiert. Kognitiv steht in der Therapie für Erkennen. Die jetzige Situation wird analysiert und das Problem erkannt. Über das Erkennen der Verhaltensweise, die zu den Schlafproblemen führt, kann die Problemlösung erarbeitet werden. Der Ansatz ist wertvoll, da er nachhaltig ist und Patienten für ihre Verhaltensweisen sensibilisiert. Die Verhaltenstherapie gibt Patienten Mechanismen an die Hand, mit denen sie sich selbstständig helfen können.

Gesund werden mit Online-Kursen?

Selbsthilfe ist bei Schlafstörungen möglich. Ausnahmen sind lang anhaltende Schlafstörung und Anzeichen für Depressionen. In diesen Fällen sollte unbedingt medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Die nachhaltige Behandlung von Schlafstörungen führt oft zu Entspannungsverfahren, die eine aktive Entspannung erlauben. Die Progressive Muskelentspannung unterstützt die bewusste Wahrnehmung von Anspannung und Entspannung. Im Internet gibt es Kurse für die Anwendung zu Hause. Zusätzlich erhalten Patienten wirkungsvolle Einschlaftipps. Tipp: Kurse gibt es auch auf Rezept und die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Nachfragen lohnt sich!

Wichtig ist es, das abendliche Einschlafritual ohne Druck durchzuführen und sich ganz entspannt ins Bett zu legen. Welche Entspannungsübung unterstützend wirkt, ist von der individuellen Situation abhängig. Patienten, die am Abend von der Gedankenflut des Tages überrollt werden, können versuchen tagsüber ein Zeitfenster zum Grübeln zu öffnen und alles einmal zu durchdenken. Abends ist das Fenster verschlossen.