Fiebertraum
Twinsterphoto/shutterstock.com

Wenn die Körpertemperatur über 38 °C steigt, ist dies meist das Zeichen dafür, dass das Immunsystem gegen einen Krankheitserreger ankämpft oder sich mit einem Entzündungsfaktor beschäftigt. Fieber ist eine nützliche Funktion des Körpers, das Immunsystem ist aktiv, die erhöhten Temperaturen beschleunigen die Bildung von Abwehrstoffen. Ein häufiger Begleiter von Fieber sind Fieberträume. Dabei handelt es sich um intensive Traumerlebnisse, die oft von besonders bizarrer Natur sind und auf den Betroffenen sehr echt wirken.

Die intensiven Träume werden vor allem mit der erhöhten Körpertemperatur in Verbindung gebracht. Fieberträume sind ein erinnerbares Ereignis. Sie können von Betroffenen als positiv, aber auch als negativ, belastend und sehr anstrengend wahrgenommen werden. Oft gleichen sie einem Kampf, der mit erschöpfenden Fantasien einhergeht. Die Traumerlebnisse können in sich schlüssig, aber auch vollkommen wirr oder beängstigend sein. Doch was im Krankheitsfall als Belastung angesehen wird, ist in den meisten Fällen ganz harmlos.

Die möglichen Ursachen für einen Fiebertraum

Ist der Körper angeschlagen und muss das Immunsystem verstärkt arbeiten, besteht ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Grippale Infekte oder andere Krankheitserreger verursachen starke Entzündungs- und Abwehrreaktionen, durch die der Stoffwechsel und die Durchblutung gesteigert werden. Die Folgen sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche. Auch die Temperatur steigt. Die Erhöhung der Körpertemperatur sorgt jedoch für ein schnelleres Abtöten der Erreger. Die Körperfunktionen arbeiten mit voller Kraft daran, die bedrohlichen Erreger zu eliminieren. Der erhöhte Stoffwechsel kann jedoch die Bereiche im Gehirn irritieren, die für den Schlaf verantwortlich sind. Für gewöhnlich werden im Schlaf die Körperfunktionen heruntergeregelt, der Körper befindet sich im Ruhezustand, um sich zu regenerieren.

ursachen für fieberträume
Twinsterphoto/shutterstock.com

Im Krankheitsfall arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren, der Körper reagiert auf die ungewöhnliche Situation. Die erhöhte Körpertemperatur und der beschleunigte Puls im Schlaf sorgen für eine Disbalance, weil eigentlich körperliche Ruhe erwartet wird. Dies kann in den entsprechenden Gehirnarealen zu falschen Wahrnehmungen führen. Die bizarren und intensiven Fieberträume werden meist als sehr real erlebt, was darin begründet liegt, dass der Körper im Schlaf keine wirkliche Entspannung findet.

Was passiert im Körper bei einem Fiebertraum?

Fieberträume kommen in der Regel nur bei schwerwiegenderen Krankheitsverläufen vor, wenn die Körpertemperatur deutlich erhöht ist. Kommt es zu Fieber, erhöht sich reflektorisch die Herzfrequenz. Dies gewährleistet die Versorgung aller Organe mit Nährstoffen und Sauerstoff, trotz der Ausnahmesituation, in der sich der Körper gerade befindet. Damit entsteht jedoch auch das Signal einer aktiven Leistungsphase im Körper. Der Kranke sucht Ruhe und Erholung im Schlaf, die Zeichen stehen jedoch auf Aktivität und Leistung. Die vom erhöhten Stoffwechsel irritierten Hirnareale reagieren mit Fieberträumen.

Erschwerend kommt hinzu, dass der fiebrige Kranke oft nur ein traumähnliches Stadium erreicht. Das Unterbewusstsein sendet konfuse Signale. Ist das Fieber hoch, ist der Widerspruch zwischen der körperlichen Belastung und dem Bedürfnis nach Ruhe am stärksten. In diesem Stadium kommt es am wahrscheinlichsten zu Fieberträumen. Erinnerungen und Unterbewusstes vermischen sich und führen zu den grotesken Träumen.

Welche Symptome gibt es?

Ob es sich bei einem bizarren Traum um einen Fiebertraum gehandelt hat, lässt sich im Nachhinein nur vage diagnostizieren. Oft ist es nicht mehr als eine Vermutung, worauf die wenig erholsame oder gar stressige Schlafsituation zurückzuführen ist. Die wilden Träume der vergangenen Nacht sind verwunderlich und erscheinen absurd. Die Beobachtungen sind subjektiv. Nicht immer muss einem absurden Traumerlebnis ein Fiebertraum zugrunde liegen. Manchmal sind es Angehörige, die den Verdacht bestätigen, weil sie den Kranken im Schlaf beobachtet haben und auch andere Fiebersymptome feststellen konnten.

Das Fieber selbst ist das markanteste Symptom. Ab welcher Körpertemperatur es zu Fieberträumen kommen kann, ist sehr individuell. Bei manchen Menschen ist bereits eine leicht erhöhte Körpertemperatur ausreichend, während die Träume bei anderen erst bei hohem Fieber auftreten. Auch der Ausgangszustand ist nicht unerheblich. Allgemein sprechen Ärzte ab einer Körpertemperatur von 38 °C von Fieber. Tritt im Krankheitsfall ein kurioser Traum auf, bestätigt eine Messung meist den Verdacht. Besteht die Möglichkeit, dass es sich um einen Fiebertraum gehandelt hat, ist es auf jeden Fall ratsam, bei einem weiteren Vorkommen die Temperatur zu messen und den Verlauf zu kontrollieren.

kranke frau im bett
Alessandro de Leo/shutterstock.com

Auch unspezifische Symptome können auf einen Fiebertraum hinweisen. Begleitsymptome von Fieber sind ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, glühende Wangen und brennende Augen. Ist kein Thermometer verfügbar, sind dies die typischen Anzeichen für Fieber, welches einen Fiebertraum mit sich bringen kann. Auch verschwitzte Bettwäsche ist ein Zeichen, dass die Nacht mit Fieber verbracht wurde.

Wie lange dauern Fieberträume?

Wie lange ein Fiebertraum andauert, ist sehr unterschiedlich. Die Belastung für den Körper ist jedoch hoch, der Traum sollte nicht länger als ein paar Stunden andauern. Für gewöhnlich handelt es sich um kurze Phasen von etwa einer halben Stunde, die parallel zum Höhepunkt der Fieberkurve auftreten. Steigt die Körpertemperatur erneut an, können sich die Träume fortsetzen oder wiederholen. Die Dauer der Fieberträume sollte jedoch auf die Schlafphase beschränkt bleiben. Treten außerhalb des Schlafes Verwirrtheit oder verzerrte Wahrnehmung auf, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Auch andere Folgen der Temperaturerhöhung, beispielsweise ein drastischer Flüssigkeitsverlust, können Verwirrtheitszustände und ein Delirium hervorrufen. Besonders bei Kindern sollte man das Risiko einer Dehydrierung im Auge behalten. Je jünger sie sind, desto größer ist die Gefahr.

Symptomatik bei Kindern

Bei Kindern sind Fieberträume keine Seltenheit und als unkompliziert zu betrachten. Besonders bei kleinen Kindern, bis ins Kindergartenalter hinein, sind starke Temperaturschwankungen nicht ungewöhnlich. Neben Fieberträumen kommt es gelegentlich auch zu Fieberkrämpfen. Zu Beginn eines Infekts beobachten Eltern bei ihrem Kind oft einen unruhigen Schlaf, zudem kommt es zu vermehrtem Schwitzen in der Nacht. Zu Fieberträumen gehören hin und wieder auch Lautäußerungen wie ein leichtes Brabbeln, aber auch Wimmern und Weinen. Für Eltern kann es unter Umständen erschreckend sein, dass Kinder häufig mit offenen Augen träumen und sie dabei nicht erkennen.

Es ist jedoch als normal anzusehen. Eine Temperaturmessung, bestenfalls rektal, gibt Aufschluss darüber, ob ein Fiebertraum vorliegen könnte. Kommen Fieberträume einmalig vor und fallen sie sehr kurz aus, können sie toleriert werden. Das Fieber hilft dem Körper, die Erreger schneller zu bekämpfen. Bei einer deutlichen Temperaturerhöhung oder wenn sich das Kind stark geschwächt zeigt, sind allerdings fiebersenkende Maßnahmen ratsam. Damit verhilft man dem Kind zu einem erholsamen Schlaf, der für die Genesung von Bedeutung ist. Welche Mittel zu Fiebersenkung geeignet sind, ist vom Krankheitsverlauf und vom Alter des Kindes abhängig.

fieberträume bei kindern
kryzhov/shutterstock.com

Steigt bei Kindern das Fieber über 39,5 °C oder bestehen Unsicherheiten vonseiten der Eltern, ist auf jeden Fall ärztlicher Rat erforderlich. Der Arzt kann im Zweifelsfall auch eine Meningitis oder Enzephalitis ausschließen. Außerdem kann es vorkommen, dass Kinder die lebhaften Traumfantasien als zu real erleben, dabei um sich schlagen und sich dadurch gefährden. Eine Beaufsichtigung ist daher sinnvoll.

Sind Fieberträume vergleichbar mit Halluzinationen?

Wahrnehmungen, die lediglich vom Betroffenen als real empfunden werden, gelten als Halluzinationen. Was der Halluzinierende sieht, hört oder auf anderem Wege wahrnimmt, ist für andere nicht zu erkennen. In einem Fiebertraum wird das Erlebte vom Betroffenen als sehr echt empfunden. Erst beim Aufwachen wird ihm klar, dass es sich lediglich um einen Traum gehandelt hat. Ein Fiebertraum kann sich in unruhigem Schlaf bis hin zu heftigen Albträumen äußern, der Betroffene kann sich aber von seinem Traum distanzieren, selbst wenn er im wachen Zustand noch fiebrig ist. Spätestens wenn sich die Temperatur normalisiert, stellt sich Klarheit darüber ein, dass das Erlebte nicht echt war.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In der Regel müssen Fieberträume nicht behandelt werden. Mit dem Rückgang des Fiebers und dem Ausheilen der Infektion verschwinden sie von selbst wieder. Ist das Gröbste überstanden, stellen sich auch keine Fieberträume mehr ein. Unternehmen sollte man nur etwas, wenn es durch die hohe Körpertemperatur zu deutlichen Beeinträchtigungen kommt.
Der Grund für die Fieberträume ist in der Regel das Fieber. Daher bekämpft man die wirren Träume am besten mit einer Senkung der Temperatur, wenn sie zu belastend werden. In vielen Fällen helfen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Hausmittel wie Wadenwickel oder Pulswickel. Durch die Zugabe von Essig kann die Wirkung noch verstärkt werden.

Zu gerne gewählten Hausmitteln zählen auch Hühnerbrühe oder Kräutertees aus Holunderblüte oder Lindenblüte sowie die Zufuhr von Vitamin C. In seltenen Fällen kann es sein, dass das Fieber und die damit einhergehenden Fieberträume medikamentös behandelt werden müssen. Das Mittel erster Wahl sind fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol. Die Medikamente werden prophylaktisch vor dem Höhepunkt der Fieberkurve verabreicht. Dauerhaft sollten sie jedoch nicht eingenommen werden.

Bei länger anhaltendem oder sehr hohem Fieber ist ärztlicher Rat empfehlenswert, da die Ursache des Fiebers gefunden werden muss und möglicherweise Antibiotika zum Einsatz kommen müssen.