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Anhaltender Stress ist für Körper und Geist eine große Belastung. Gehen dadurch auch noch die Haare aus, entsteht meist ein Teufelskreis. Erfahren Sie in diesem Artikel, warum die Haare durch Stress ausfallen und wie sie eine Stresssituation am besten bewältigen. Können Haarkuren wie Rezilin oder Medikamente helfen?

Was passiert bei Stress im Körper?

Nehmen unsere Sinne eine Stresssituation wahr, versetzt sich der Körper in den sogenannten Kampf- oder Flucht-Modus. Evolutionsbedingt sollte so unser Überleben gesichert werden. Der Körper schüttet schlagartig die Stresshormone Adrenalin und Cortisol aus, die den Körper aktivieren sollen. Die Atemfrequenz und der Blutdruck steigen, die Muskeln werden besser durchblutet und spannen sich stärker an. Dadurch, dass der Körper einen höheren Energieverbrauch erwartet, gibt er Zucker ins Blut ab. Die Verdauung wird heruntergefahren und auch die Schmerzempfindlichkeit reduziert.

Sobald die Gefahr vorüber ist, stoppt der Körper die verstärkte Hormonausschüttung. In der heutigen Zeit geht es zwar in den meisten Fällen nicht mehr um das Überleben, die Stresssituationen wie beruflicher Druck, gesundheitliche Sorgen oder ähnliches sind aber nach wie vor fast dauerhaft gegeben. Der permanente Stress sorgt dafür, dass der Körper sich konstant im Erregungszustand befindet und Stresshormone ausschüttet. Das führt nicht nur zu Ermüdung, sondern zu zahlreichen körperlichen oder seelischen Beschwerden. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Schlafstörungen und Haarausfall sind nur einige davon.

Wieso führt Stress zu Haarausfall?

Ist man mal für kurze Zeit gestresst, werden noch nicht gleich die Haare ausfallen. Handelt es sich dabei jedoch um einen dauerhaften oder länger anhaltenden Zustand, kann es durchaus zu stressbedingtem Haarausfall kommen. Jedes Haar durchläuft einen festgelegten Wachstumszyklus, bis es schließlich ausfällt und dann neu wächst. Dadurch verliert man am Tag circa 80 bis 100 Haare. Da sich auch nicht alle Haare in der gleichen Phase befinden, fällt das nicht weiter auf und ist völlig normal. Chronischer Stress kann den Wachstumszyklus der einzelnen Haare jedoch beeinträchtigen. Wie genau sich der Stress auswirkt, ist bislang noch nicht vollständig geklärt.

Es wird vermutet, dass durch den Stress im Gehirn mehr Botenstoffe ausgeschüttet werden. Neben dem Stresshormon Noradrenalin gehören dazu auch die beiden Proteine Substanz P und NGF. Sie sind dafür zuständig, Entzündungsprozesse im Körper zu steuern und regeln außerdem die Schmerzübertragung. Durch die Entzündungen, die durch diese Botenstoffe ausgelöst werden, reagiert der Körper mit Abwehrzellen. Diese können auch die Haarfollikel angreifen und gleichzeitig das Zellwachstum stören. Dadurch kommt es zu verstärktem Haarausfall. Zusätzlich sollen insbesondere durch das Noradrenalin auch graue Haare begünstigt werden.

Neben den Botenstoffen sind auch die Stresshormone Cortisol und Adrenalin von großer Relevanz. Ist ihr Spiegel dauerhaft erhöht, entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht. Dadurch werden verschiedene Stoffwechselprozesse im Körper beeinträchtigt. Es kann sich beispielsweise negativ auf die Haarwurzel auswirken, die wiederum das Haarwachstum einschränkt. Dünnes Haar und Haarausfall wird so begünstigt. Außerdem gelangen beim Abbau der Stresshormone vermehrt Nebenprodukte in die Kopfhaut. Auch diese können das Ausfallen der Haare fördern und den Wachstumszyklus stören.

Stress wirkt sich häufig auch auf unser Verhalten aus und kann dadurch auch indirekt Haarausfall begünstigen. Geht er beispielsweise mit Magen-Darm-Beschwerden oder Appetitlosigkeit einher, kann es schnell zu einer mangelhaften Versorgung mit Nährstoffen kommen. Diese sind für ein gesundes Haarwachstum äußerst wichtig. Eine Mangelernährung führt oft zu trockenem, brüchigem und ausfallendem Haar.

Wachsen die Haare bei Haarausfall durch Stress wieder nach?

Gehen in stressigen Zeiten büschelweise die Haare aus, ist das für die Betroffenen oft eine große zusätzliche Belastung. Die Sorge ist dementsprechend groß, dass die durch den Stress ausgefallenen Haare nicht mehr nachwachsen. Da die Haarwurzel jedoch nicht direkt geschädigt wird, wachsen die Haare in der Regel normal nach, wenn der Auslöser entfernt wurde. Die Haarwurzel ist anschließend in der Lage, wieder gesunde Haare zu bilden, deren Wachstumsphase eine normale Länge hat. Bleibende Schäden sind für gewöhnlich also nicht zu erwarten.

Hält der Stress jedoch über sehr lange Zeit an, kann die Haarwurzel aufgrund der andauernden Entzündung absterben und keine neuen Haare mehr bilden. In diesem Fall wachsen die ausgefallenen Haare nicht mehr nach. Daher ist es wichtig, die Ursache für den Stress und den Haarausfall frühestmöglich zu stoppen.

Was tun bei Haarausfall durch Stress?

Haarausfall kann besonders bei Frauen viele verschiedene Ursachen haben. Wenn andere Auslöser ausgeschlossen werden können und der Haarausfall tatsächlich stressbedingt ist, hilft nur eins: Den Stress als Auslöser beseitigen. Doch das ist meist leichter gesagt als getan. In erster Linie sollte man überlegen, um welche Art von Stress es sich handelt. Ist der Stress nur kurzzeitig, beispielsweise während einer Prüfungsphase oder einer wichtigen Präsentation auf der Arbeit. Oder aber ist ein traumatisches Erlebnis wie der Tod eines Familienangehörigen oder auch eine Trennung dafür verantwortlich.

Auch Erfahrungen aus der Kindheit können im späteren Leben für andauernden Stress sorgen. Je nachdem, welches Problem dem Stress zugrunde liegt, kann auf verschiedenen Ebenen gearbeitet werden. Möglichkeiten zur Therapie sind z.B. Entspannungstechniken, Konfliktbewältigung oder auch psychotherapeutische Maßnahmen wie eine Verhaltenstherapie oder eine kognitive Therapie. Trotz des andauernden Stresses sollte man im Alltag versuchen, sich Ruhephasen zu nehmen. Feste Zeit für sich selbst kann dabei ebenso sinnvoll sein wie ein geliebtes Hobby. Musik, Spaziergänge in der Natur oder auch Meditationen können helfen, Stress abzubauen. Gleiches gilt für Sport. Auch wenn es schwer fällt, sollte man sich die Zeit hierfür unbedingt nehmen.

Man sollte außerdem darauf achten, dass der Stress nicht dazu führt, dass man eine ausgewogene Ernährung vernachlässigt. Ein Vitamin- und Nährstoffmangel kann den Haarausfall zusätzlich begünstigen.

Was hilft den Haaren in stressigen Zeiten?

Zwar lässt sich der stressbedingte Haarausfall nur verhindern, indem man direkt an der Ursache ansetzt. Das heißt aber nicht, dass man für die Haare nichts tun kann. Beispielsweise können Kopfmassagen mit der Rezilin Basilikum-Extrakt Haarkur die Durchblutung anregen und das Haarwachstum verbessern. In schweren Fällen können auch Medikamente wie Minoxidil eingesetzt werden, um den Haarwuchs anzuregen. In der Regel ist das aber nicht notwendig und auch als alleinige Maßnahme nicht zielführend.

Um die Haargesundheit zu fördern, können auch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein, sofern eine Mangelernährung besteht. Für schöne Haare sind vor allem die B-Vitamine sowie Zink von Bedeutung. Die Einnahme sollte man aber immer mit einem Arzt absprechen, da Überdosierungen schwere Nebenwirkungen auslösen können.