17. April 2024

Ohrensausen in der Schwangerschaft – Was sind die Ursachen?

Das sich der Körper einer Frau in der Schwangerschaft verändert, ist bekannt. Doch der Körper verändert sich manchmal so sehr, dass sich Frauen bei gewissen Beschwerden selbst fragen, ob dies nun “normal” ist oder nicht. Nicht nur Erbrechen und Übelkeit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Rückenschmerzen gehören zu einer Schwangerschaft dazu. Daneben gibt es auch andere Beschwerden wie beispielsweise das Ohrenrauschen, das den meisten Frauen eher weniger bekannt ist.

Nicht jede Frau ist von Ohrensausen in der Schwangerschaft betroffen. Jede Schwangerschaft verläuft jedoch ganz individuell und so gibt es auch einige Frauen, die unter Ohrenrauschen leiden. Dieses zählt jedoch zu einer harmlosen Nebenerscheinung und hat in fast allen Fällen keinen gefährlichen Hintergrund, es kann also Entwarnung gegeben werden. Doch worum handelt es sich dabei genau?

Ohrensausen während der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft kann es zu vielen Phänomenen kommen. Manche schwangere Frau erlebt das Rauschen als sogenannte “pulssynchrone Wahrnehmung”. Was genau bedeutet dies? Dass diese Frauen in der Lage sind das Blut rauschen zu hören. Somit wird auch der Herzschlag wahrgenommen.

Nach der Geburt verschwindet dieses Rauschen meist wieder von alleine, es kann jedoch einige Wochen bis Monate dauern. Diese Veränderung zählt zu den Erscheinungen einer Schwangerschaft, die sich auch nach der Geburt nicht sofort zurückbilden, sondern einige Zeit benötigen.

Ursachen für das Rauschen

Prinzipiell gibt es nicht viele Möglichkeiten, woher das Rauschen in den Ohren kommt. So kann es sich dabei beispielsweise um:

  • einen Hörsturz,
  • Bluthochdruck,
  • Flüssigkeitsmangel,
  • Verstopfungen im Ohr,
  • Infektionen des Mittelohrs oder
  • Tinnitus handeln.

Bei einem Hörsturz handelt es sich um einen Verlust des Hörens, ohne dass es dafür eine Ursache gibt. Betroffene hören dann prinzipiell sehr viel schlechter und wissen nicht weshalb. Aus diesem Grund sollte man das Rauschen ernst nehmen, denn ein Hörsturz kann sich auch durch solches bemerkbar machen.

Manchmal tritt solch ein Hörsturz während einer Schwangerschaft auf. Behandeln lässt er sich dann oftmals nicht so gut, da das Baby nicht alle Medikamente verträgt. Doch auch bei einem Hörsturz kommt es meist zu einer Spontanheilung. Zusätzlich kann man diesem als Frau entgegenwirken, indem ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen wird. Wer also den Verdacht hat, einen Hörsturz zu erleiden, sollte die Sache rasch von einem HNO-Arzt abklären lassen. Für das Baby selbst besteht dadurch keine Gefahr.

Bluthochdruck und das Rauschen im Ohr

Neben einem Hörsturz kann es bei dem Ohrensausen auch um etwas anderes gehen. Nicht selten ist Bluthochdruck der Grund dafür. Viele Frauen haben in der Schwangerschaft mit einem zu hohen Blutdruck zu kämpfen. Entsteht Bluthochdruck nach der 20. Schwangerschaftswoche ist er in jedem Fall auf die Schwangerschaft zurückzuführen.

In der frühen Schwangerschaft kann das Ohrenrauschen in Verbindung mit einem hohen Blutdruck das Risiko einer Präeklampsie erhöhen. Hat man also den Verdacht, Bluthochdruck zu haben, sollte dies von einem Arzt abgeklärt werden.

Tinnitus und Schwangerschaft

Wer unter Tinnitus leidet weiß, dass es auch dann zu einem Rauschen im Ohr kommen kann. Viele Betroffene sind in diesem Fall besonders frustriert, da sie darüber klagen, nicht einschlafen zu können. Tinnitus ist im Grunde ein Sammelbegriff, der für viele Ohrengeräusche gebraucht wird. In der Schwangerschaft können Entzündungen des Innen- oder Mittelohres, eine Veränderung des Blutdrucks, großer Stress oder auch eine seelische Belastung oftmals zu Tinnitus führen. Dies ist in der Schwangerschaft gar nicht so selten, wie man denkt.

Vor allem bei Frauen, die ungewollt oder ungeplant schwanger geworden sind, ist Stress eine Begleiterscheinung. In diesen Fällen kommt es sehr oft zum Ohrensausen. Tinnitus alleine ist zwar harmlos, dennoch ist es der Stress, der dahinter stecken kann, den man als Frau in der Schwangerschaft in jedem Fall ernst nehmen sollte. Stress kann sich nicht nur auf das eigene Leben sehr negativ auswirken, sondern natürlich auch auf das Leben des ungeborenen Kindes.

Ohrensausen in der Schwangerschaft: Infektionen können der Auslöser sein

Erkältungen und Infektionen gehören zum Alltag einer schwangeren Frau dazu. Jedenfalls in sehr vielen Fällen. Grund dafür ist, dass das Immunsystem nun reduziert arbeitet, denn das Baby soll vom Körper nicht versehentlich als “Fremdkörper” angenommen werden. Es ist daher kein Zufall, dass Schwangere für Viren und Bakterien jeglicher Art anfälliger sind.

Eine harmlose Erkältung kann sich dadurch recht schnell in das Innen- oder Mittelohr verschleppen. Wenn das Rauschen der Ohren spontan auftritt und Ohrenschmerzen hinzukommen, könnte es sich also auch, um eine Entzündung der Ohren handeln, die der Arzt abklären sollte.

Verstopfungen der Ohren

Auch die Konsistenz von Ohrenschmalz verändert sich in der Schwangerschaft. Es sind unsere Hormone, die den weiblichen Körper durcheinander bringen und ihn zu Veränderungen bringen. Manchmal ist das Ohrenrauschen daher einfach auf Ohrenschmalz zurückzuführen. Bemerkt man neben dem Rauschen auch, dass man nicht so gut hört, könnten die Ohren einfach verstopft sein.

Wenn sich im Gehörgang zu viel von unserem Ohrenschmalz ansammelt, können die Ohren mit der Zeit schnell verstopfen. Ein HNO-Arzt kann in diesem Fall helfen und den Gehörgang reinigen. In diesem Fall wird auch das Rauschen sofort wieder verschwinden.

Ohrensausen: Ab wann zum Arzt?

Jeder Veränderung des Körpers sollte in der Schwangerschaft sehr genau beobachtet werden. Natürlich sollte man daher auch das Ohrenrauschen ernst nehmen. Kommt es also spontan zu dem Phänomen, sollte man in jedem Fall einen Arzt befragen. Dieser wird die Sache wahrscheinlich schnell abklären und die notwendigen Schritte einleiten.

In jedem Fall sollte man nicht sofort in Panik verfallen, denn in den meisten Fällen ist das Rauschen harmlos und verschwindet auch einige Zeit nach der Geburt wieder von selbst. Es heißt also Ruhe bewahren, zum Arzt gehen und sich mit oder ohne dem Rauschen auf das Baby freuen!

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