13. April 2024

Räucherkäse in der Schwangerschaft: Ist das erlaubt?

Käse enthält reichlich Kalzium, Mineralstoffe, Spurenelemente und Eiweiß, also vieles, was dem Körper guttut. Werdende Mütter fragen sich aber häufig, welchen Käse sie essen dürfen und welchen nicht. Tatsächlich gibt es Käsesorten, welche für Schwangere tabu sind. Doch wie ist es mit Räucherkäse? Ja oder Nein? Dieser Artikel verrät, welchen Käse man in der Schwangerschaft genießen darf und bei welchen Sorten man besser aufpassen sollte.

Ist Räucherkäse in der Schwangerschaft erlaubt?

Ob man als Schwangere Räucherkäse essen darf, kommt darauf an, ob der Käse aus Rohmilch besteht. Diese Information muss auf jeder Verpackung gekennzeichnet sein. Rohmilchkäse führt womöglich zu einer Listeriose. Hierbei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche durch die Gattung Listeria (Bakterien) verursacht wird. Im Normalfall ist sie harmlos, kann für Schwangere jedoch gefährlich werden. Hierdurch kann es zu Früh- und Fehlgeburten, einer Blutvergiftung sowie Meningitis kommen.

Welche Vorteile hat Käse in der Schwangerschaft?

Milchprodukte und Milch, also auch Käse, sind neben Kalzium und Eiweiß auch eine gute Quelle für Vitamin B12 und Jod. Insbesondere Schwangere sollten darauf achten, mit diesen Nährstoffen bestmöglich versorgt zu werden. So ist Kalzium beispielsweise bedeutend für die Gesundheit von Zähnen und Knochen. Für die Entwicklung von roten Blutkörperchen, Gehirn sowie Nervensystem des Babys sorgen die B-Vitamine. In der Schwangerschaft besteht ein erhöhter Bedarf an Eiweiß, welcher mit Käse gestillt werden kann. Käse ist reich an Phosphor, Magnesium und Kalium (Mineralstoffe), außerdem sind essenzielle Spurenelemente wie Eisen, Zink und Kupfer enthalten.

verschiedene käsesorten
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Diesen Käse sollten Schwangere besser nicht essen

Allgemein kann man sagen, dass Schwangere Blauschimmelkäse und Weißschimmel-Weichkäse besser nicht verzehren sollten. Durch besagte Käsesorten wird das Wachstum von diversen Bakterien wie beispielsweise Listeria-Bakterien begünstigt, wodurch möglicherweise eine Lebensmittelvergiftung verursacht wird. Da der Schimmelkäse nicht so säurehaltig und feuchter als andere Käsesorten ist, ist er für Listerien der perfekte Nährboden und somit auch schädlich für das ungeborene Baby. Diese Käsesorten sind in der Schwangerschaft tabu:

  • Blauschimmelkäse wie Gorgonzola oder Roquefort
  • Rohmilchkäse (Die Ausnahmen sind lange, gereifte Hartkäse (z. B. Parmesan).
  • Käsesorten, welche eine gelb-rote Rinde haben (Tilsiter, Münster, Limburger und Harzer).
  • Rohmilchkäse mit Ausnahme von gereiftem Hartkäse wie beispielsweise Parmesan. Da er trocken ist, können Listerien nicht überleben.
  • Frischkäse oder eingelegter Käse aus Gefäßen, welche offen sind (Mozzarella aus Rohmilch, Kräuterquark, Feta oder Schafskäse).
  • Reibekäse (aus der Verpackung)
  • Weichkäse

Käse spendet in der Schwangerschaft enorm viel Kalzium und wichtige Proteine. Es gibt zwar viele Käsesorten, auf die man als werdende Mutter verzichten sollte, aber es gibt auch reichlich Sorten, die man in dieser Zeit genießen darf.

Wie erkennt man Rohmilch-Produkte?

Sämtliche aus Rohmilch hergestellte Lebensmittel müssen gekennzeichnet sein. Auf Verpackungen steht dann zum Beispiel, dass es aus Rohmilch hergestellt wurde. Sollte kein entsprechender Hinweis auf der Käse-Verpackung vorhanden sein, besteht der Käse aus pasteurisierter Milch. Ist man sich aber unsicher, kann man sich immer noch an einen Verkäufer wenden.

Warum kann Käse problematisch werden?

Was ist der Grund dafür, dass einige Käsesorten für werdende Mütter bedenkenlos sind und andere hingegen zum Problem werden? Wenn man ein Kind erwartet, gilt generell: Keine tierischen Lebensmittel, welche roh sind, zu sich nehmen, was auch für Rohmilchprodukte gilt. Allerdings werden viele Käsesorten mit Rohmilch hergestellt. Hierbei wird die Milch nicht erhitzt, wodurch Keime besser überleben können.

käse in der schwangerschaft
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Bei Listerien sollte man besonders aufpassen. Listeriose kann sowohl für das Ungeborene als auch für die werdende Mutter sehr gefährlich sein. Wenn die Infektion im ersten Trimester auf das Baby übergeht, kann es zu einer Fehlgeburt kommen. Sollten Kind und Mutter zu einem späteren Zeitpunkt in der Schwangerschaft erkranken, kann dies zu Fehlbildungen oder schweren Erkrankungen führen. In Rohmilchprodukten können neben Listerien noch mehr Keime wie beispielsweise Tuberkulosebakterien, Salmonellen oder Escherichia coli auftauchen. Auch durch diese Keime kann das ungeborene Kind gefährdet werden.

Räucherkäse & Co.: Welche Sorten sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Wer schwanger ist, sollte auf potenzielle Keime unbedingt verzichten. Diese Käsesorten dürfen werdende Mütter jedoch ohne Bedenken genießen:

  • Ofenkäse, Raclette, Käsefondue, Backcamembert
  • verpackter und industriell hergestellter Frischkäse oder Käse, welcher eingelegt ist: Mozzarella, Ricotta, Mascarpone, Hüttenkäse, Feta
  • Hartkäse ohne Rinde: Bergkäse, Emmentaler, Parmesan
  • Schmelzkäse, Kochkäse
  • Schnitt- und Weichkäse ohne Rinde und aus pasteurisierter Milch: Camembert, Brie, Cheddar, Edamer, Tilsiter, Leerdamer, Butterkäse, Gouda

Darf mit Käse gekocht werden?

Wie verhält es sich mit Käse, wenn man gerne schöne Gerichte damit kochen würde? Ab 70 Grad Temperatur stellt der Verzehr kein Problem mehr dar. Hier werden sogar in Rohmilchkäse vorhandene Listerien abgetötet. Wenn Milchprodukte also genügend Hitze bekommen, kann Reibekäse auf Pizzen, Aufläufen, Camembert aus dem Backofen oder eine Gorgonzola-Soße in der Schwangerschaft ohne Bedenken verzehrt werden.

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