Sojasauce in der Schwangerschaft
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Die Sojabohne und Sojaprodukte wie die beliebte asiatische Sojasauce sind vor allem wegen des Gehaltes an Phytoöstrogenen in die Kritik geraten. Schwangerschaft und der Konsum von hormonhaltigen Lebensmitteln passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Trotzdem darf man keine voreiligen Schlüsse ziehen. Phytoöstrogenen müssen sich nicht zwangsläufig negativ auswirken und sind in Maßen genossen harmlos.

Sojasauce in der Schwangerschaft: Grundlegende Informationen

Die Sojabohne ist eine aus Asien stammende Hülsenfrucht. In Japan ernähren sich die Menschen nachweislich seit 5.000 Jahren von Soja und erfreuen sich bester Gesundheit. Auch auf dem restlichen asiatischen Kontinent ist Soja seit vielen tausend Jahren neben Reis ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Soja ist reich an hochwertigen Kohlenhydraten und sehr nahrhaft. Es enthält alle essenziellen Aminosäuren und liefert ein Eiweiß, das in der Qualität mit tierischen Eiweiße mithalten kann. Genau deswegen findet die Sojabohne seit einigen Jahrzehnten immer mehr Anhänger auch im Westen.

Hier wird Soja vor allem von Veganern und Vegetariern als Proteinquelle und Kuhmilchersatz geschätzt. Weitere gesunde Inhaltsstoffe sind B-Vitaminen, Ballaststoffen und Kalzium. Sogar die in der Schwangerschaft ausdrücklich empfohlene Folsäure sowie das seltene Spurenelement Selen können in Sojaprodukten enthalten sein. Neben der dunklen würzigen Sojasauce sind weitere Produkte wie Tofu, Sojamehl und Sojamilch beliebt.

Das steckt in der Sojasauce

Wahrscheinlich haben die Chinesen die Sojasauce erfunden. Älteste Nachweise über ein Sojaferment zu Würzzwecken stammen aus dem Jahr 200 vor Christus. Im asiatischen Raum ist Sojasauce heute eines der beliebtesten Würzmittel und Beigabe vieler Reis- und Nudelgerichte oder von Suppen. Bei uns im Westen kennt man die Sojasauce seit den 1970er Jahren. Wer die asiatische Küche liebt und schätzt, wird auch in der Schwangerschaft nicht auf diese Leckereien verzichten wollen.

Sojasauce
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Hergestellt wird Sojasauce aus den Grundzutaten Wasser, Sojabohnen und Salz. Manche Produkte können zusätzliche Auszüge aus Getreidesorten wie Weizen enthalten. Sojasauce ist ein sehr feines fermentiertes Gebräu. Die Herstellung der Würzsauce gilt in Asien als eine Kunst. Feinschmeckerprodukte sind nicht nur wohlschmeckend, sondern mitunter auch teuer. Traditionell hergestellte Sojasauce enthält wertvolle Aminosäuren und etwa zehnmal so viele Antioxidantien wie Rotwein. Alles in allem ist Sojasauce also ein gesundes Lebensmittel.

Teilweise sind heute aber auch sehr minderwertige Massenprodukte auf dem Markt. Solche Produkte kosten meistens sehr wenig und weisen bei den Inhaltsstoffen sehr viele Lebensmittelzusätze (erkennbar an den „E“-Nummern-Codes) auf. Problematisch kann auch das Thema genveränderter Soja sein.

Schwangerschaft: Die Sache mit den Phytoöstrogenen

In die Kritik geraten sind Soja und Sojaprodukte vor allem durch die sogenannten Isoflavone. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer Zusammensetzung dem menschlichen Hormon Östrogen ähneln. „Phytoöstrogen“ bedeutet so viel wie „pflanzliches Östrogen“. Generell ist der Gehalt von Isoflavonen in verarbeiteten Sojaprodukten wie Sojasauce, Tofu oder Sojamilch deutlich geringer als in der reinen Sojabohne. Phytoöstrogene stecken in vielen weiteren Pflanzen, von denen wir uns alltäglich ernähren. Darunter auch Erbsen und Bohnen oder Getreide wie Hafer und Weizenkleie. Selbst im Bier und im Wein können pflanzliche Hormone enthalten sein.

Die Wirkungen und Risiken von Soja wurden klinisch mehrfach untersucht. Auch wenn zahlreiche Horrorgeschichten über Soja kursieren, sind die wenigsten davon haltbar. Es wird behauptet, dass Soja durch die Phytoöstrogene das Risiko für Brustkrebs erhöhen würde. Die niedrigen Brustkrebsraten in Ost- und Südostasien sprechen allerdings eine andere Sprache. Über eine schadhafte Wirkung von Phytoöstrogenen in der Schwangerschaft gibt es keine verlässlichen Daten.

soja schwangerschaft
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In Asien verzehren die Frauen auch in der Schwangerschaft reichlich Soja. Die Mengen an verzehrtem Soja übertreffen die Mengen, die eine Mitteleuropäerin in der Schwangerschaft zu sich nehmen würde, sicher bei weitem. Schäden durch Soja oder Phytoöstrogene an ungeborenen Kindern sind aus Asien nicht bekannt. Aus Sicherheitsgründen und eben weil kaum fundiertes Wissen vorliegt, raten Ärzte trotzdem lieber zu einem gemäßigten Verzehr von Soja und anderen Lebensmitteln, die reich an Phytoöstrogenen sind.

Sojasauce in der Schwangerschaft: Vorsicht bei Schilddrüsenproblemen

Frauen, die unter Schilddrüsenerkrankungen leiden, sollten auf Soja in der Schwangerschaft besser verzichten oder den Verzehr mit dem behandelnden Arzt absprechen. Besteht schon eine Störung tragen Isoflavone sehr wahrscheinlich dazu bei, dass die Bildung von Schilddrüsenhormonen noch weiter gemindert wird. Bei Personen, ohne bestehende Schilddrüsenbeschwerden, gibt es dagegen keine Hinweise auf eine negative Auswirkung beim Verzehr von Sojaprodukten wie der Sojasauce.

Lieber zu Bioprodukten greifen

Beim Thema Soja und Schwangerschaft bleibt die Thematik der genmanipulierten Pflanzen und minderwertigen Sojasaucen. Schwangere sollten sich sowieso nur von besten und frischesten Nahrungsmitteln ernähren. Wer in der Schwangerschaft Sojasauce verzehren möchte, leistet sich also am besten ein hochwertiges Markenprodukt oder eine Bio-Sojasauce.

Ist Sojasauce in der Schwangerschaft erlaubt? Unser Fazit

Soja und Sojasauce sind gesunde und hochwertige Lebensmittel, wenn sie aus zuverlässigen Quellen stammen oder Bio-Qualität aufweisen. Schwangere brauchen sich beim Verzehr von Sojasauce keine Sorgen zu machen, wenn es ein gutes Produkt ist. Solange keine hormonelle Vorerkrankungen (Schilddrüse) besteht, dürfte von Soja keine Gefahr ausgehen. Die asiatischen Frauen machen es vor: Dort gibt es vermutlich aufgrund des hohen Verzehrs von Soja und Phytoöstrogenen insgesamt weniger Frauenleiden als bei uns. Der Umstand, dass Sojasauce sowieso nur in kleinsten Mengen zum Würzen verwendet wird und größtenteils aus Wasser besteht, bekräftigt die Unbedenklichkeit noch weiter.