mann macht antrag
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Es ist der große Tag: endlich möchtest du deinem Lieblingsmenschen einen Antrag machen oder du hältst eine Rede bei einer Hochzeit! Dabei kann man einiges falsch machen. Wo die Stolperstellen liegen und welche No-Gos du kennen solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Stolpersteine vermeiden: Worauf muss man bei einem Antrag achten?

Den liebsten Menschen im Leben nach der Ehe zu fragen, ist ein großer Schritt im Leben.
Selbst wenn Paare schon Jahre zusammen sind, verändert sich mit einer Eheschließung doch einiges. Manche dieser Dinge sind real, wie vertragliche Angelegenheiten, andere mehr ideell (geistige Ideen, die mit einer Hochzeit verbunden sind) oder auch emotional (Gefühle).

Damit der Antrag gelingt, solltest du auf eben diese drei Ebenen achten:

  • Wie sieht es mit den realen Werten eurer Liebe aus?
  • Ist die Eheschließung von Vorteil, aufgrund irgendwelcher Umstände sogar angezeigt oder auf dieser Ebene vom Partner erwünscht?

Ideelle Werte kannst du prüfen, indem du dich mit den geistigen Ideen deiner Partnerin oder des Partners auseinandersetzt. Haben er oder sie bestimmte Geisteshaltungen, die du beim Antrag und in der Ehe beachten musst? Auf der emotionalen Ebene ist es entscheidend, was dein gefühlsmäßiger Antrieb für den Antrag und die Eheschließung ist. Sind Gefühle wie Liebe, Vertrauen, aber auch das Fortbestehen von Freiheiten und Möglichkeiten emotional in Einklang?

Hast du hier zu deinen eigenen Werten gefunden, findest du auch die deines Lieblingsmenschen. Dann hast du ein realistischeres Bild vom Hochzeitsantrag und davon, was euch beiden guttut. Du kannst mit einem Heiratsantrag nämlich auch ganz schön daneben liegen oder ins Fettnäpfchen treten, dazu aber gleich mehr.

Praktisch solltest du einen Antrag so gestalten, dass er

  • romantisch ist
  • deine Gefühle widerspiegelt
  • den Werten deines Partners oder der Partnerin entspricht
  • in einem liebevollem, vertrautem oder ansprechendem Rahmen stattfindet.

No-Gos beim Hochzeitsantrag

So manch eine Heiratsidee entspringt einer Laune, einer fragwürdigen Emotion, zu materiellen Absichten oder soll den anderen überrumpeln.

Absolute No-Gos bei Anträgen sind:

  • Den Partner oder die Partnerin zu fragen, obwohl ein Nein derzeit wahrscheinlicher sind als ein Ja.
  • Betrunken einen Heiratsantrag zu machen.
  • Nach den ersten paar Liebesnächten einen Heiratsantrag zu machen.
  • Frauen und Männern, die man eben erst kennengelernt hat, einen Antrag zu machen.
  • Mit Anträgen zu spaßen oder im Falle eines Neins so zu tun, als sei der Antrag nicht ernst gemeint gewesen.
  • Nach Seitensprüngen einen Heiratsantrag zur Versöhnung machen.
  • Heiraten wollen, um den anderen an sich zu binden.
  • Heiraten, um Konventionen zu entsprechen.
  • Den anderen mit Heiratsabsichten und –anträgen überhäufen, obwohl er oder sie nicht möchten.
  • Aus zweifelhaft materiellen oder selbstsüchtigen Gründen heiraten zu wollen.

Achtung Fettnäpfchen beim Antrag

So weit so gut, alles passt und du bist dir sicher? Dann musst du weiter überlegen. Wie, wo und wann soll der Antrag über die Bühne gehen? Auch hier lauern Stolpersteine, die du kennen solltest. Anträge im Freundeskreis oder mit Publikum und Zeugen können den Lieblingsmenschen ganz schön unter Druck setzen, Ja oder überhaupt etwas zu einem Antrag zu sagen. Manchmal wünschen sich potenzielle Ehepartner nämlich auch Bedenkzeit und sie sollten sie in fairem Rahmen bekommen.

Wähle einen öffentlichen Antrag daher nur, wenn du dir ziemlich sicher bist, dass ein Ja kommt! Bei der Umgebung für deinen Antrag musst du ebenfalls vorsichtig sein. Der große Auftritt bei einem Event auf die Bühne zu steigen, ein Flugzeug mit „Willst du mich heiraten“-Fahne oder eine ganze Plakatwand zu mieten, um ihn oder sie zu einem Ja zu bewegen, kann toll angekommen – oder völlig überzogen sein. Genauso wäre das, wenn du den Antrag im Fußballstadion planst und deine Liebste den Sport eigentlich gar nicht so gern mag.

Frauen sollten ihren Partner auch nicht unbedingt bei typischen Mädels-Veranstaltungen nach der Ehe fragen. Beachte beim Antrag unbedingt eure beiden persönlichen Vorlieben und finde einen Ort und eine Umgebung, die romantisch ist, etwas mit eurer Liebe zu tun hat oder euch auf eine andere Art verbindet!

rede auf der hochzeit
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Stolpersteine bei der Rede: Die falschen Worte wählen oder zu emotional sein

Beim Antrag selbst kannst du auch einiges falsch machen. Stottern oder eine belegte Stimme sind nicht schlimm, solange du noch ausdrücken kannst, was du willst. Musst du ein Tränchen verdrücken, weil du so gerührt bist, ist das auch noch o.k. Musst du heulen, weil irgendwelche Emotionen im Spiel sind oder bleibt dir gar die Luft vor Angst weg, solltest du deine Gefühlswelt noch einmal unter die Lupe nehmen (Ist er oder sie wirklich die richtige und meinst du es wirklich ernst?). Spontane Reaktionen im Ernstfall können nämlich auch versteckte Hinweise auf Zweifel sein.

Sei bei deinem Antrag weder zu plump, noch zu ausgefeilt. „Willst du mich heiraten?“, reicht im Zweifelsfall völlig aus. Verzichte bitte auf Erklärungen, warum und wieso du die Ehe mit diesem Menschen möchtest. Du kannst ein paar Worte über deine Gefühle sagen, sei aber auch hier nicht zu ausladend oder emotional überfordernd.

Auch Hochzeitsreden bergen einige Stolperfallen

Früher war es eigentlich nur üblich, dass der Brautvater einige Worte an die Gäste und das Brautpaar richtet. Der Trend bei Hochzeiten viele Reden zu halten, kam aus den USA zu uns. Heute sprechen Braut und Bräutigam, Eltern der beiden, Freunde, Arbeitgeber und Familienmitglieder. Die Reden können unterhaltsam und liebevoll sein, nur zu oft sind sie aber auch peinlich, lästig oder Redner treten bewusst oder unbewusst ins ein oder andere Fettnäpfchen.

Absolute No-Gos bei Hochzeitsreden

Natürlich können persönliche Vorlieben von Menschen oder besondere Bedingungen einige Umstände erlauben, die sonst eher tabu sind. Bei Reden kommt es immer auch darauf an, wie geschickt und humoristisch ein Redner kleine Seitenhiebe, pikante Details aus dem Leben einer der Eheleute oder Witze vorbringt.

Im Großen und Ganzen gelten für Hochzeitsreden aber diese Fettnäpfchen und Stolperstellen, die vermieden werden sollten:

  • Zu lange und ausführlich reden (5 Minuten pro Redner reichen völlig).
  • Die Vita vom Kindergarten bis zur Hochzeit zu erzählen.
  • Sexuelle Details, Seitensprünge, Verfehlungen o.ä. zu thematisieren.
  • Traurige Themen oder Dramen anzusprechen.
  • Ex-Partner zu erwähnen.
  • Urteile über die Eheleute oder die Eheschließung zu fällen.
  • Witze mit sexistischen, rassistischen, homophoben oder in anderer Weise beleidigenden Hintergründen zu erzählen.
  • Über Geld zu sprechen.

Alles klar? Na dann kann ja hoffentlich nichts mehr schiefgehen. Viel Glück beim Antrag und bei den Hochzeitsreden!