12. April 2024

Ultraschalltherapie: Bringt es wirklich was?

Bei Ultraschall denkt man in erster Linie an eine Behandlungsmethode zur Diagnose von Krankheiten oder an die Routineuntersuchung während einer Schwangerschaft. Doch Ultraschall kann noch viel mehr!

Auch in der modernen Physiotherapie spielt die sogenannte Ultraschalltherapie eine große Rolle. Vor allem bei Muskel- und Sehnenverletzungen kann eine Ultraschalltherapie sinnvoll eingesetzt werden. Bei der Ultraschalltherapie wird mithilfe von Schallwellen Wärme im Gewebe erzeugt. Damit sollen die Schmerzen gelindert werden. In diesem Artikel wollen wir Ihnen erklären, wie eine Ultraschalltherapie funktioniert und für wen sich diese Therapie besonders gut eignet.

Wie funktioniert eine Ultraschalltherapie?

Zunächst bestreicht ein Physiotherapeut die behandelnde Körperregion mit einem speziellen Ultraschalgel. So wird zwischen Haut und Ultraschallkopf eine optimale Verbindung hergestellt – bereits kleine Luftschichten zwischen Schallkopf und Körperoberfläche würden nämlich die Übertragung der Schwallwellen verhindern. Die Ultraschallwellen bringen durch direkten Kontakt das zu behandelnde Gewebe zum Vibrieren und erzeugen dadurch Wärme. So werden im Körper mechanische Prozesse ausgelöst, was der Wirkung einer kräftigen Massage gleichkommt.

Die Anwendung an sich ist denkbar einfach. Ein Schallkopf wird kreisend über die gewünschte Körperstelle geführt. Die Schallwellen werden stetig (Gleichschall) oder pulsweise (Impulsschal) vom Gerät abgegeben. In Ausnahmefällen werden Beschallungen auch im Wannenbad durchgeführt. Der therapeutische Ultraschall unterstützt die körpereigenen Selbstheilungsprozesse und wirkt schmerzlindernd, antientzündlich, durchblutungsfördernd und muskelentspannend. Die Beschallung kann als Dauerschall sowie als Impulsschall erfolgen, eine Behandlungsserie beinhaltet ca. 6-12 Sitzungen (ca.2-3x/Woche) von 2-15 Minuten.

Wie fühlt sich die Ultraschalltherapie an?

Die Ultraschalltherapie ist in der Regel schmerzfrei. Während der Behandlung empfindet man meistens ein leichtes Prickeln und ein Wärmegefühl. Bei sehr hohen Intensitäten kann man ein leichtes Klopfen oder auch einen Schmerzreiz empfinden. Dann sollte die Leistung auf jeden verringert werden.

Wann ist eine Ultraschalltherapie hilfreich?

Die Schallwellen entfalten ihre Wirkung vor allem dort, wo Sehnen und Knochen aufeinandertreffen. Die Knochen reflektieren die Schallwellen deutlich stärker als das Gewebe drumherum. Daher wird die Ultraschalltherapie besonders bei folgenden Krankheiten und Beschwerden eingesetzt:

  • chronische Schmerzen der Sehnenansätze aufgrund von Verschleiß oder Fehlbelastung
  • Verletzung von Bändern, Sehnen und Schleimbeuteln
  • Knochenwallbildung
  • oberflächlich liegende Arthrose (Gelenkverschleiß)
  • verzögerte Knochenheilung nach Knochenbrüchen
  • Weichteilverletzungen durch Unfälle (Prellung, Verstauchung)
  • Wirbelsäulensyndrom (Sammelbegriff für akute oder chronische Schmerzen, die meist von Muskulatur, Bandscheiben und/oder Wirbelgelenken ausgelöst werden und mit Funktionsstörungen im Bereich der Wirbelsäule verbunden sind – ggf. mit Beteiligung von Armen und/oder Beinen)
  • rheumatische Erkrankungen
  • chronisch entzündliche Erkrankungen

In der Regel wird die Ultraschalltherapie als Ergänzung zur klassischen Physiotherapie eingesetzt.

Weitere Anwendungsgebiete

Auch wird die Ultraschalltherapie zur Erweichung von Vernarbungen eingesetzt. Das Gewebe wird durch intensive Dehnung und Quetschung durch die Ultraschalltherapie kräftig durchgewalkt. Damit sollen Vernarbungen, Kontrakturen und Gewebeverklebungen gelöst werden, so dass die Gewebedehnbarkeit regeneriert. Bei entsprechender Energie zertrümmert der Schall daneben Verkalkungen. Das soll auch chronische Beschwerden nach Überlastungen (wie etwa Tennisarm oder Kalkschulter) heilen. Oft wird die Ultraschalltherapie daher bei Gelenksversteifungen, Muskelschmerzen oder Karpaltunnelsyndrom und angewendet.

Zudem wird die Therapie bei Fettleibigkeit angewendet. Die Fettzellen sollen durch die Ultraschallwellen entleert werden und das Fett soll dem allgemeinem Stoffwechsel zugeführt werden. Weiterhin geht man mit Ultraschall gegen diverse andere kosmetische Probleme an, ob Altersflecken, Couperose, Tränensäcke etc.

Wann ist eine Ultraschalltherapie unangebracht?

Eine Ultraschalltherapie kann bei vielen Beschwerden helfen. Doch sie ist nicht immer sinnvoll. Vor allem ist sie dann kontraproduktiv, wenn die erzeugte Wärme einen Krankheitsprozess negativ beeinflusst. Einige Beispiele, wo dies der Fall ist:

  • Infektionskrankheiten und Fieber
  • „Raucherbein“
  • Nachgewiesene Arteriosklerose
  • Bei Entzündung oberflächlicher Venen mit Gerinnselbildung
  • Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung
  • nicht abgeklärte Tumore

Weiterhin gibt es auch Körperregionen, die nicht beschallt werden dürfen. Beispielsweise bei den Augäpfeln. Auch bei Schwangeren darf im Bereich der Gebärmutter keine Ultraschalltherapie eingesetzt werden.

Fazit

Wie Sie sehen, sind die Anwendungsgebiete der Ultraschalltherapie vielfältig. Natürlich ist es kein Allheilmittel und bei bestimmten Erkrankungen sollte man die Ultraschalltherapie definitiv nicht einsetzen. Alles in allem ist es jedoch eine sehr gute Ergänzung für die klassische Physiotherapie.

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