Vergilbte Gardinen
flrwnx/shutterstock.com

Vergilbung ist ein natürlicher Prozess, der nicht nur Textilien betrifft: Ob Papier, Kunststoffe oder Gemälde, im Laufe der Zeit verändert sich die natürliche Farbe. Der Stoff dunkelt nach, bekommt einen Gelbstich oder ein Grauschleier legt sich darüber. Aber wie kommt es zu diesen Verfärbungen und was kann man dagegen tun?

Vergilbte Gardinen: Unschöne Gelbfärbungen

Bei solchen Verfärbungen handelt es sich um Ablagerungen. Gelbliche bis bräunliche Verfärbungen weißen Stoffs – der sogenannte Gilb – bestehen aus zersetzten Faserhilfsmitteln oder abgebauten Faserbestandteile der Textilie selbst, die etwa dadurch entstehen, dass der Stoff beim Bügeln überhitzt oder durch Oxidation zersetzt wird. Der Gilb kann aber auch durch Einflüsse von außen verursacht werden: Wäscht man die Textilien etwa mit rosthaltigem Wasser oder kommt der Stoff in hartem Wasser mit Seife in Berührung, so können ebenfalls Ablagerungen entstehen. Auch häufiges Rauchen in der Wohnung führt zu unschönen Nikotinablagerungen, die eine gelbliche Verfärbung verursachen.

Grauschleier: Die zweite Seite der Medaille

Wer weiße Gardinen hat, möchte auch, dass sie weiß bleiben. Um vergilbte Gardinen wieder weiß erscheinen zu lassen, setzte man der Wäsche deshalb schon seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein bläuliches Färbemittel zu. Da es sich bei gelb und blau um Komplementärfarben handelt, sorgt dieser Zusatz dafür, dass gelbes Licht absorbiert wird und die Gardinen wieder weiß aussehen. Durch das Färbemittel verliert der Stoff jedoch an Helligkeit und erscheint mit der Zeit grau. Es bildet sich ein so genannter Grauschleier, der im Lauf der Zeit dunkler wird.

Hell, heller, am hellsten: Optische Aufheller für besonders strahlendes Weiß

Um dem Verlust von Helligkeit in weißen Stoffen entgegenzuwirken, entwickelte man Anfang des 20. Jahrhunderts das so genannte Wäscheblau zu Weißmachern oder auch optischen Aufhellern weiter. Bei diesen handelt es sich um fluoreszierende Substanzen, die ebenso dem Gelbstich vergilbter Wäsche entgegenwirken, jedoch nicht die Helligkeit des Stoffes beeinträchtigen. Dazu machen sich auch die optischen Aufheller die Wirkung von Komplementärfarben zunutze. Statt blauem Licht absorbieren sie jedoch ultraviolettes Licht.

Einen Nachteil haben die optischen Aufheller allerdings: Während sie der Wäsche wieder zu strahlendem Weiß verhelfen, sind sie für die Umwelt weniger gut. Sie werden im Wasser nicht aufgelöst und können auch in der Kläranlage nur zum Teil zersetzt werden. So gelangen sie in die Gewässer und können sich dort ablagern. Es ist außerdem noch nicht abschließend geklärt, ob optische Aufheller einen negativen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben. Bisher wird angenommen, dass sie eine Auswirkung auf den Hormonhaushalt haben könnten.

Vergilbte Gardinen reinigen: Wie wird Wäsche wieder weiß?

Wer seine Gardine wieder weiß bekommen oder der Entstehung unschöner Verfärbungen von vornherein vorbeugen möchte, der kann mit ein paar Tricks schon viel erreichen. Grundlegend sollten die Gardinen mindestens einmal im halben Jahr oder auch einmal im Quartal gewaschen werden. Bei Rauchern ist es – wegen der zusätzlichen Nikotinablagerung, die die Entstehung eines Gelbstichs schneller vorantreibt – sogar anzuraten, die Gardine alle ein bis zwei Monate zu waschen.

Auf die Vorbereitung kommt es an

Vor dem Waschgang sollten zuerst alle metallenen Zubehörteile entfernt werden. Dazu gehören etwa Ringe, Metallaufhänger oder Gewichte. Sind diese beim Waschen noch an der Gardine, fangen sie an zu rosten, was zum Vergilben beiträgt. Plastikzubehör muss aus diesem Grund nicht entfernt werden, da es hier nicht zur Rostbildung kommen kann. Anschließend sollte die Gardine ausgeschüttelt werden. Dadurch werden Schmutz und Staub entfernt und haften der Oberfläche nicht länger an. Auch das kann dem Vergilben entgegenwirken. Übrigens kann die Gardine auch regelmäßig mit einer Flusenbürste entstaubt werden, damit sich gar nicht erst eine Schmutzschicht bildet.

reinigung vergilbter gardinen
Irine and Andrew/shutterstock.com

Sind die Gardinen besonders stark vergilbt, kann es sich lohnen, die Gardine vor der Wäsche einzuweichen: Hierzu kann etwa ein Päckchen Back- oder Natronpulver in 10 Liter Wasser aufgelöst werden. Die Gardine muss dann über Nacht darin einweichen, damit die Mischung ihre Wirkung entfalten kann, bevor die Gardine am nächsten Morgen gewaschen wird. Alternativ eignen sich für die gleiche Menge Wasser auch 500g Waschsoda. Auch Zitronensäure oder Essig können zum Einweichen genutzt werden. Die Gardine sollte nach dem Einweichen grundsätzlich mit kaltem Wasser ausgespült werden, um Rückstände zu vermeiden.

Reinigung vergilbter Gardinen: Hausmittel gegen Verfärbungen

Ob man die Gardine per Hand oder mit der Maschine wäscht, macht keinen Unterschied für die Verfärbung. Wurde die Gardine allerdings eingeweicht, sollte sie besser mit der Maschine gewaschen werden. In diesem Fall eignen sich eine möglichst niedrige Gradzahl — was je nach Maschine 20 oder 30 Grad sein sollten — und ein Kurz- oder Feinwaschprogramm mit geringer Schleuderzahl am besten für den empfindlichen Gardinenstoff. Als Waschmittel kann ein herkömmliches Feinwaschmittel verwendet werden. Gerade bei weißen Gardinen ist hier ein Flüssigwaschmittel gegenüber Pulver zu bevorzugen, da dieses der Bildung eines Grauschleiers entgegenwirkt.

Wurde die Gardine vor dem Waschgang nicht eingeweicht, kann an dieser Stelle ein Hausmittel hinzugefügt werden. Wird das schon erwähnte Päckchen Back- oder Natronpulver verwendet, sollte das Waschmittel um ein Drittel verringert werden. Als Alternative kann wieder Waschsoda verwendet werden. Hier sind zwei bis drei Löffel Waschsoda pro Liter Wasser ausreichend. Auch 125 Gramm Salz können pro Liter Wasser zugesetzt werden, um dem Gelbstich entgegenzuwirken.

Endlich wieder weiße Wäsche: Das Wichtigste auf einen Blick

Verfärbungen in weißen Gardinen entstehen durch äußere Einflüsse. Reinigt man sie regelmäßig von Staub und wäscht sie mindestens einmal im halben Jahr kann man dem jedoch entgegenwirken. Im Notfall hilft es, die Gardine eine Nacht lang in Back- oder Natronpulver, Waschsoda, Zitronensäure oder ähnlichem einzuweichen oder diese Hilfsmittel der Wäsche hinzuzugeben.