Die Weizenkleie ist ein Nebenprodukt, das beim Ausmalen des Mehles entsteht. Als Kleie wird die Mischung aus Samenschale und Keimling bezeichnet. Häufig wird die Kleie nur als Futtermittel für die Tiere verwendet. Doch schon Pfarrer Kneipp wusste, dass die Weizenkleie ein wertvolles Heilmittel für den Menschen ist.

Was ist Weizenkleie?

Die Weizenkleie ist ein sehr ballaststoffreiches Nahrungsmittel. Ballaststoffe sind sehr komplexe Kohlenhydrate. So komplex, dass der menschliche Verdauungsmechanismus sie nicht aufspalten und verwerten kann. Allerdings sind Ballaststoffe nur weil sie nicht verwertet werden können noch lange nicht sinnlos für die menschliche Verdauung.

Im Gegenteil – sie leisten einen wertvollen Beitrag zu einer regelmäßigen Verdauung und helfen gegen Opstipation, sprich Verstopfung. Zudem befinden sich in der Weizenkleie Eiweiß, Vitamine, Flavonoide und Eisen sowie viele andere Mineralstoffe. Der Ballaststoffgehalt liegt bei fast 50%.

Ein „modernes“ Krankheitsbild

Unsere moderne Lebensweise mit ihren vielen Möglichkeiten und ihren vielfältigen Anforderungen hat trotz all ihrer unbestreitbaren Vorzüge auch ihren Preis. Wir nehmen uns häufig keine Zeit für die Mahlzeiten, essen zu viel Fastfood und bewegen uns zu wenig. Schnell entsteht aus dieser ungesunden Kombination die Verstopfung. Aus der Verstopfung resultieren möglicherweise noch andere Beschwerden.

Sie reichen vom Blähbauch über Entzündungen bis hin gravierenden Krankheitsbildern. Das muss nicht sein. Weizenkleie hilft auf ganz natürliche Weise und nebenwirkungsfrei gegen die Darmträgheit. Mediziner sprechen von einem regelmäßigen Stuhlgang, wenn eine Entleerung 3 mal täglich bis 3 mal in der Woche erfolgt. Diese recht weite Spanne resultiert aus der genetisch bedingten Stoffwechselaktivität und der Ernährungs- und Lebensweise.

Es ist jedoch immer ein Unterschied, ob der Stuhlgang täglich erfolgt oder nur alle drei Tage. Denn je länger die Verweildauer des Stuhles im Darm ist, desto eher bilden sich Fäulnis- oder Gärungsprozesse mit ihren Giftstoffen.

Organische Ursachen der Verstopfung

Selten sind auch organische Ursachen für eine Verstopfung verantwortlich. Deshalb sollte jede länger andauernde Verstopfung von einem Arzt abgeklärt werden. Organische Gründe für eine Verstopfung können Verengungen des Lumen des Darmkanals durch Tumore, Polypen, Divertikel, Hämorrhioden, Mastdarmvorfall oder Entzündungen sein.

Auch ein gestörter Hormonhaushalt durch eine Unterfunktion der Schilddrüse oder die hormonelle Umstellung im Rahmen einer Schwangerschaft können zur Verstopfung führen. Bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel Eisenpräparate führen zur Verstopfung.

Wie die Weizenkleie helfen kann

Die Fasern der Weizenkleie verbinden sich mit der Flüssigkeit, die wir über den Tag zu uns nehmen und quellen dabei auf. Es ist deshalb wichtig ausreichend Flüssigkeit, 1,5 bis 2,5 Liter pro Tag zu sich zu nehmen. Das Volumen der Weizenkleiefasern erhöht sich dabei und übt Druck auf die Darmwand aus. Dieser Reiz sorgt dafür, dass die Darmperistaltik angeregt und der Stuhl gleichmäßig weiterbefördert wird.

Toxische Stoffe oder auch krebsfördernde Substanzen werden auf diese Weise zügig ausgeschieden. So leistet die Weizenkleie einen aktiven Beitrag zur Entgiftung unseres Körpers. Das Darmkrebsrisiko wird durch den regelmäßigen Verzehr von Ballaststoffen erheblich gesenkt. Die Ballaststoffe wie Weizenkleie sorgen auch für eine erhöhte Ausscheidung von Cholesterin und leisten damit einen Beitrag zur Reduzieren des Arteriosklerose Risikos.

Weizenkleie als Nahrungsmittel und Heilmittel

Weizenkleie kann vorbeugend als Nahrungsmittel bedenkenlos verwendet werden. So profitiert von einer einfachen Umstellung auf Vollkornprodukte die ganze Familie. Zudem kann man die Kleie über den Salat streuen oder sie dem Grießbrei, Quark oder Müsli zusetzen. Auch in Getränke kann Weizenkleie eingerührt werden.

Ein bis drei Esslöffel Weizenkleie pro Tag sind ausreichend. Pro Löffel sollte mindestens ein Glas Wasser getrunken werden, damit die Weizenkleie auch quellen kann. Weizenkleie kann man in den meisten Supermärkten, in Reformhäusern und Biomärkten kaufen. Die biologisch erzeugte Weizenkleie ist hier vorzuziehen, da so sichergestellt ist, dass man mit der Kleie keine zusätzlichen Giftstoffe dem Körper zuführt.

Häufig führt der Weg in die Gesundheit durch unsere Küche. Schon der Arzt Paracelsus schrieb vor 500 Jahren: „Wir können uns durch das tägliche Essen krank machen oder auch stärken und gesunderhalten“. An dieser Erkenntnis hat sich bis heute nichts geändert. In Zeiten von Fastfood und co sollte man sich wieder des Wertes unserer Nahrung bewusst werden, um ein gesundes und erfülltes Leben führen zu können.