Afrikanische Mango
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Die neue Volkskrankheit Adipositas (starkes Übergewicht) ist auf dem Vormarsch. Nach neueren Erkenntnissen sind etwa zwei Drittel der Männer (67 Prozent) und die Hälfte der Frauen (53 Prozent) in Deutschland bereits übergewichtig. Etwa ein Viertel aller Erwachsenen sind sogar adipös bzw. fettleibig. Leider ist die Behandlung von Adipositas keine Pflichtleistung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

Afrikanische Mango (Irvingia gabonensis): Grundlgende Informationen

Vor einigen Jahren ist der afrikanische Mango (Irvingia gabonensis) als therapeutisches Wundermittel zur Behandlung von Adipositas entdeckt worden. Der Baum wächst wild in den feuchtwarmen Regenwäldern Zentral- und Westafrikas. In einigen Regionen, z. B. der Elfenbeinküste, in Nigeria, im Süd-Kamerun, in Ghana und anderen westafrikanischen Ländern, wird der afrikanische Mango als Kulturpflanze angebaut. Die einheimischen Bauern nennen die Mangofrucht „DIKA“. Sie wird von der einheimischen Bevölkerung hoch geschätzt, da sie eine wichtige zusätzliche Nahrungsquelle darstellt. Seit einiger Zeit wird Irvingia gabonensis auch außerhalb von Afrika z. B. in den USA, in Spanien oder auf den Philippinen als Kulturpflanze angebaut.

Systematik und Beschreibung

Irvingia gabonensis gehört zur Pflanzengruppe der Rosiden bzw. zur Ordnung der Malpighialen. Der immergrüne Baum erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 40 Meter und hat einen Durchmesser von etwa einem Meter. Die Rinde hat eine graue bis gelb-graue Farbe und ist abblätternd. Der Baum besitzt bis zu einer Stammhöhe von etwa 3 Meter sternförmig angeordnete, rippenartige Wurzeln (sogenannte Brettwurzeln). Unterhalb der Brettwurzeln breitet sich ein fein gefächertes Wurzelgeflecht aus, welches der Nährstoffaufnahme dient. Zum Vergleich: In Europa ist die Flatterulme (Ulmus laevis) einer der wenigen Bäume die Brettwurzeln ausbilden können.

Irvingia gabonensis
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Die dunkelgrünen glänzenden etwa 7–15 Zentimeter langen Blätter von Irvingia gabonensis, haben eine elliptische lanzettliche Form und laufen spitz zu. Die duftenden Blüten sind von gelblich-weißer Farbe. Die etwa 4,5–8 Zentimeter großen Steinfrüchte des afrikanischen Mango haben im Reifezustand eine grünlich-gelbe bis -rötlich oder gelbe Farbe. Das orangefarbene Fruchtfleisch ist saftig und süß. Die Nuss im Innern der Frucht ist etwa 3–5 Zentimeter groß und von brauner Farbe. Im Innern der Nuss befinden sich die etwa 2–3 Zentimeter langen Samen des Baumes.

Die afrikanische Mango als Nahrungsmittel

Die Früchte der afrikanischen Mango können frisch vom Baum gepflückt verzehrt werden oder man verarbeitet sie zu Saft, Konfitüre oder Gelee. Die Frucht kann aber auch zu Wein vergoren werden. Vorzugsweise werden die Früchte grün gepflückt und man lässt sie bei 26-29 °C nachreifen. Auf diese Weise geerntet, sollen sie schmackhafter sein als Früchte, die am Baum ausgereift sind. Die Samen (Dikanüsse) im Kern der Frucht, können sowohl geröstet als auch roh verzehrt werden. Traditionell werden sie meistens zu Dikabutter, Dika Brot und Öl verarbeitet. Der Nährwert von 100 Gramm Samen beträgt:

  • Wasser: 4 g
  • Kohlenhydrate: 15 g
  • Eiweiß: 8,5 g
  • Fett: 6 g
  • Kalzium: 120 mg

Des Weiteren enthalten die Samen Thiamin, Riboflavin und Niacin in Spuren, sowie die Aminosäuren Lysin, Tryptophan, Valin, Isoleucin, Phenylalanin, Methionin und Cystein, sowie das auch im menschlichen Körper vorkommende Gewebshormon Leptin. Die Früchte der afrikanischen Mango sind jedenfalls sehr nährreich. 100 Gramm der Frucht enthalten:

  • Wasser: 81 g
  • Kohlenhydrate: 15,7 g
  • Eiweiß: 0,9 g
  • Fett: 0,2 g
  • Phosphor: 40 g
  • Kalzium: 20 mg
  • Eisen: 1 mg
  • Vitamin C: 7 mg

Zusätzlich enthält die Frucht B-Vitamine, Polyphenole, Ballaststoffe und ebenfalls Leptin.

Die afrikanische Mango als Heilmittel

In der afrikanischen Volksmedizin hat Irvingia gabonensis eine lange Tradition. Borke und Blätter werden zur Behandlung zahlreicher Krankheiten und Beschwerden verwendet. Insbesondere zur Behandlung von Gelbfieber, Problemen beim Wasserlassen, Leber- oder Magen-Darm-Probleme (chronischer Durchfall), sowie bei der Wundversorgung, wird das therapeutische Wirkungsspektrum der Pflanze erfolgreich eingesetzt. In den Fokus der modernen Medizin geriet die Pflanze aber durch einen ganz besonderen Inhaltsstoff: Leptin. Die fettverbrennende Wirkung von Leptin hat Mediziner, die nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten von Adipositas forschen, hellhörig gemacht.

Normalerweise wird das Gewebshormon Leptin in den Fettzellen (Adipozyten) des menschlichen Körpers produziert. Der Stoff signalisiert dem Gehirn keine weitere Nahrung mehr aufzunehmen. Dadurch wird das Verlangen nach Essen gehemmt. In der Folge greift der Körper auf seine Fettreserven zurück. Das ist auch ein Hauptanliegen vieler Diätformen. Manche Menschen leiden aber unter einer Leptin-Resistenz, das heißt die Unfähigkeit Leptin zu produzieren. Nach Meinung von verschiedenen Forschern könnte Leptin-Resistenz eine der Ursachen für Adipositas sein. Der Leptin-Mangel kann insofern durch den Verzehr von diesen leptinhaltigen Früchten und Samen des afrikanischen Mango ausgeglichen werden.

afrikanische mango als heilmittel
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Leptin gilt mittlerweile als Ersatzhormon zur Fettverbrennung. Nach neuesten Erkenntnissen, kann Leptin auch zur Behandlung von Menschen mit Typ-1-Diabetes eingesetzt werden. Es wirkt als Gegenspieler zum Glukagon. Während Glukagon den Blutzuckerspiegel durch Abbau von Glykogen in der Leber erhöht, senkt Leptin den Blutzuckerspiegel wieder. Eine neuere Studie an Mäusen belegt diese Wirkung. Bisher galt Insulin als einziges Hormon, welches den Blutzuckerspiegel senken kann. Da Leptin besser verträglich ist als Insulin, wäre es eine besonders gut geeignete Alternative. Es sind aber noch weitere klinische Studien erforderlich um die Wirkung von Leptin abschließend zu verifizieren.

Mögliche Nebenwirkungen

Nach aktuellem Wissensstand sind keine Nebenwirkungen bekannt. Doch gänzlich ausschließen kann das die Forschung nicht. Der afrikanische Mango kann bei empfindlichen Menschen möglicherweise Nebenwirkungen auslösen, die aber mäßig ausfallen dürften und meist nur einige Tage andauern. Denkbar sind folgende Nebenwirkungen:

  • Kopfschmerzen:Das Leptin im afrikanischen Mango senkt den Blutzuckerspiegel, was Kopfschmerzen auslösen kann.
  • Schwindel: Leptin wirkt auch appetithemmend. Die Folge davon ist eine reduzierte Kalorienaufnahme, was Schwindelanfälle auslösen kann.
  • Blähungen: Leptin aktiviert den Stoffwechsel. Der schnellere Stoffwechsel kann Blähungen verursachen.
  • Schlaflosigkeit: Die Früchte der afrikanischen Mango sind sehr energiereich, was einer Müdigkeit entgegenwirkt. Die Folge kann Schlaflosigkeit sein.

Alle diese Probleme regulieren sich aber nach kurzer Zeit sehr wahrscheinlich wieder von selbst.

Fazit

Die erstaunlichen Eigenschaften des afrikanischen Mango (Dika) haben zu seiner Domestizierung als Kulturpflanze geführt. Die Bewirtschaftung steckt aber noch in den Anfängen. Da Dika sehr energiereich ist und allein sechs von acht essenziellen Aminosäuren enthält, ist die Pflanzenart aber bestens geeignet um die zunehmende Mangelernährung der afrikanischen Bevölkerung etwas zu lindern.