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Zahlreiche Eltern schämen sich, wenn ihre Kinder nachts einnässen. Häufig sprechen sie nicht darüber, weil sie sich selbst die Schuld geben und meinen, in der Sauberkeitserziehung versagt zu haben. Sie liegen damit völlig falsch, denn Bettnässen ist eine Erkrankung, sogar eine der häufigsten überhaupt bei Kindern. Jedes achte bis zehnte Volksschulkind ist betroffen. Zu 80 Prozent sind körperliche Ursachen dafür verantwortlich, nur selten psychische Belastung.

Häufigste Ursachen des Bettnässens

Neben körperlichen Gründen spielt beim nächtlichen Einnässen teilweise auch die Trinkgewohnheit eine Rolle. Decken Kinder ihren Flüssigkeitsbedarf vor allem in den Abendstunden, kann dies die Problematik begünstigen. Gleichfalls kommt ein beeinträchtigter Aufweckmechanismus in Frage. Schläft der Nachwuchs extrem tief, sodass auch Eltern ihn kaum aufwecken können, spürt er nicht, dass die Blase voll ist. Hinzu kommen körperliche Ursachen, darunter:

  • noch nicht ausgereifte, nervöse Steuerung der Blasenentleerung
  • für die stärkere Konzentration des Harns nachts ist das Antidiuretische Hormon (ADH) zuständig, es sorgt dafür, dass die Blase nicht überläuft; ist der Tag-Nacht-Rhythmus dieser Hormonwirkung noch nicht ausgereift, kann eine verstärkte Ausscheidung von Urin nachts vorkommen
  • Bettnässen ist zudem vererbbar; so wurde festgestellt, dass 75 Prozent der Kinder mit Eltern, die früher das gleiche Problem hatten, betroffen sind

Scham- und mangelndes Selbstwertgefühl

Zwar sind psychische Probleme nur selten der Auslöser des Bettnässens, jedoch können sie auftauchen, wenn es unbehandelt bleibt. Ebenso oft wie ihre Eltern schämen sich viele Kinder dafür. Infolge dessen verfügen sie oft über ein vermindertes Selbstwertgefühl. Teilweise entstehen Störungen im Bereich von Sozialkontakten, auch Verhaltensauffälligkeiten tauchen auf.

Damit die Psyche Ihres Nachwuchses so wenig wie möglich belastet wird, sollten Sie in jedem Fall das Malheur schnell beseitigen. Ein Matratzenschoner wasserdicht für bettnässende Kinder ist das A und O, um rasch und einfach das Bett wieder trocken zu bekommen. Er lässt sich schnell säubern, im Anschluss müssen Sie ausschließlich das Bettzeug wechseln. Somit kommt die gesamte Familie baldmöglichst wieder zu ihrem wichtigen Nachtschlaf.

Wie Eltern mit dem Bettnässen umgehen sollten

Es ist von großer Bedeutung, dass Kinder sich keine Sorgen über ihre „Schwäche“ machen. Vorwürfe oder gar Bestrafungen sind völlig fehl am Platz und können das Problem verstärken. Vertrauensvolle, offene Gespräche sind wichtig, in denen Sie herausstellen, dass Bettnässen häufig vorkommt und es Möglichkeiten gibt, dagegen anzukämpfen. Kommt Einnässen häufiger vor, gehen Sie bestenfalls wie folgt vor:

  • zwei Stunden vor dem Zubettgehen sollte Ihr Kind wenig oder bestenfalls gar nichts trinken und zuvor die Blase gründlich entleert
  • legen Sie abends frische Bettwäsche bereit
  • zur Vermeidung von Uringeruch sollte Ihr Nachwuchs morgens duschen
  • motivieren Sie ihr Kind bei der Durchführung einer etwaigen, ärztlich verordneten Therapie und geben Sie ihm Sicherheit, dass Sie in Gemeinsamkeit das Problem bewältigen werden
  • sorgen Sie für gleichbleibende tägliche Einschlafrituale und feste Schlafenszeiten
  • seien Sie geduldig, auch wenn eine etwaige Therapie nicht sofort frühzeitige Erfolge bringt

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Ab einem Alter von etwa fünf Jahren ist regelmäßiges Einnässen ein Grund, um sich ärztlichen Rat einzuholen. Gleiches gilt, wenn Ihr Kind bereits trocken war und plötzlich wieder einnässt. Ein Kinderarzt kann feststellen, ob organische oder seelische Ursachen vorliegen. Möglicherweise ist nur etwas mehr Geduld vonnöten, in manchen Fällen ist eine Behandlung erforderlich bzw. angeraten. Bestenfalls notieren Sie über einen Zeitraum von 48 Stunden sowohl die Schlaf- als auch Toilettengewohnheiten Ihres Kindes. Dadurch kann sich Ihr Kinderarzt ein besseres Bild von dem Krankheitsverlauf machen.

Als veraltet gelten Methoden wie Blasentraining oder nächtliches Aufwecken bzw. das Kind zur Toilette zu tragen. Experten zufolge sind diese Maßnahmen wenig erfolgversprechend. Gute Erfahrungen gegen Bettnässen konnten mit einem Feuchtigkeitsfühler, der einen Weckalarm auslöst, gemacht werden. Es ist jedoch möglich, dass einige Monate vergehen, bis ein dauerhaftes Ergebnis feststellbar ist. Ihr Kinderarzt wird Sie über die verschiedenen Alternativen – je nach Diagnose – informieren. Beispielsweise bei oben beschriebenem Mangel an ADH kommt eine medikamentöse antidiuretische Therapie in Betracht.