23. Juni 2024

Endometriose: Häufige Ursache für Regelbeschwerden und Kinderlosigkeit

Wenn Frauen über häufige Unterleibsschmerzen und Kinderlosigkeit klagen, erstreckt sich die Ursachenforschung nicht selten über Monate. So vielfältig sind die damit assoziierten Beschwerdebilder, dass oft erst nach langwierigen und aufwändigen Untersuchungen ein Befund feststeht. In nicht wenigen Fällen handelt es sich dabei um eine Endometriose. Hier erfahren Sie alles Wichtige über Symptome, Ursachen und Therapiemöglichkeiten.

Was ist eine Endometriose?

Bei einer Endometriose siedeln sich Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln, an Orten an, an die sie eigentlich nicht gehören. Häufig findet man sie etwa an Blase, Darm, Becken oder Eierstöcken. In vielen Fällen bleiben solche Endometrioseherde ohne Folgen. Sie können aber auch zu ganz unterschiedlichen Beschwerden führen. Typisch sind periodisch wiederkehrende Unterleibsschmerzen. Um diese Schmerzen besser zu verstehen, muss man sich zunächst vor Augen halten, dass die Gebärmutterschleimhaut beeinflusst durch weibliche Geschlechtshormone einen annähernd monatlichen Zyklus durchläuft.

Bis zum Eisprung wächst die Schleimhaut, um ein befruchtetes Ei optimal aufnehmen zu können. Bleibt die Befruchtung aus, nimmt die Konzentration des Hormons Progesteron im Blut ab und die Gewebeschicht wird als Periodenblutung abgestoßen. Anschließend beginnt der Zyklus von vorn. Auch die durch die Endometriose an den falschen Stellen des Körpers auftretende Schleimhaut, reagiert auf die Hormone und vollzieht den monatlichen Zyklus mit. Sie wächst und wird anschließend wieder abgebaut. Je nach Position kann das Blut aber nicht einfach abfließen, sondern muss vom Körper abgebaut werden. So können blutgefüllte Zysten und Entzündungen entstehen, die Schmerzen verursachen.

Ursache für Beschwerden oft erst spät erkannt

Da die Symptome einer Endometriose vieldeutig sind und auch bei vielen anderen Beschwerdebildern auftreten, vergehen nicht selten viele Jahre, bis sie richtig diagnostiziert wird. Viele Frauen gehen auch gar nicht erst zum Arzt, da sie glauben, es handele sich um normale Regelschmerzen. In manchen Fällen wird die Endometriose erst entdeckt, wenn nach den Gründen für einen unerfüllten Kinderwunsch gesucht wird. So können etwa Verwachsungen oder Verklebungen an den Eileitern dazu führen, dass die Eizelle nicht ungehindert in die Gebärmutter wandern kann. Eine verlässliche Diagnose ist in den meisten Fällen nur durch eine Bauchspiegelung möglich.

Lokalisation von Endometrioseherden und typische Symptome

Endometrioseherde treten oft in den folgenden Bereichen auf:

  • Eierstöcke
  • Bauchfell des Beckens
  • Gebärmutterwand
  • Blase
  • Darm

Seltener befinden sie sich auch an weiter entfernten Stellen wie an der Lunge oder im Nabel, der dann Schmerzen oder einen Juckreiz aufweisen kann. Eine Endometriose kann völlig unbemerkt bleiben. Manche Frauen berichten lediglich von leichten Beschwerden. Andere hingegen leiden sehr stark unter der Krankheit. Dabei gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Lokalisation/Größe der Endometrioseherde und Beschwerdeintensität. Sehr kleine Herde können große Beschwerden auslösen, während große weitgehend symptomlos bleiben.

Typische Anzeichen für eine Endometriose sind:

  • Ausgeprägte krampfartige Schmerzen während der Monatsblutung
  • Regelmäßig auftretende Schmerzen im Unterbauch, vor allem in der zweiten Hälfte des Monatszyklus
  • Verstärkte Monatsblutungen und Zwischenblutungen
  • Bauch- und Rückenschmerzen
  • Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr
  • Blutungen aus Blase oder Darm
  • Blähungen, Verstopfung, Durchfall

Die Symptome können allerdings auch noch für andere gesundheitliche Probleme stehen. Sollte keine Endometriose festgestellt werden, empfiehlt es sich, sie im Rahmen einer allgemeinmedizinischen Untersuchung näher untersuchen zu lassen. Möglich ist dies etwa in der Praxis von Dr. Frühwein in München.

Ursachen noch weitgehend unerforscht

Wie genau es zur Entstehung einer Endometriose kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Hierzu gibt es verschiedene Theorien. Eine davon besagt, dass Schleimhautzellen aus der Gebärmutterhöhle abtransportiert werden und sich an anderer Stelle wieder ansiedeln. Das könnte etwa dann passieren, wenn die Monatsblutung nicht durch die Scheide abfließt, sondern ein Teil durch die Eileiter in die Bauchhöhle gelangt. Diskutiert werden außerdem Besonderheiten des Immunsystems. Dadurch könnte eine Einnistung der Zellen am falschen Ort begünstigt werden. Möglicherweise werden die Zellen aber auch über Blut- oder Lymphgefäße während einer Operation verschleppt.

Einer weiteren Theorie zufolge bilden sich die Schleimhautzellen aus bestimmten Zellen neu, die während der Entwicklung im Mutterleib aus demselben Gewebe entstanden sind wie die Zellen, aus denen die Gebärmutterschleimhaut besteht.

Wer ist von der Endometriose betroffen?

Von Endometriose sind vor allem Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren betroffen. Das liegt daran, dass die weiblichen Geschlechtshormone maßgeblich an der Entstehung des Beschwerdebilds beteiligt sind. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Anzahl der Periodenblutungen, die eine Frau erlebt. Am höchsten ist das Risiko, wenn die erste Regelblutung früh einsetzt und wenn der Menstruationszyklus kurz ist. Wenn sich der Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone während der Wechseljahre absenkt, bildet sich die Endometriose oft zurück. Die Beschwerden lassen dann nach oder verschwinden sogar völlig.

Wie sieht die Therapie aus?

Wenn die Endometriose keine Beschwerden verursacht, ist üblicherweise keine Therapie erforderlich. Dennoch sind ärztliche Kontrollen in regelmäßigen Abständen angeraten. Treten Beschwerden auf, können sowohl operative als auch medikamentöse Verfahren eingesetzt werden.

Operation:

Zur Sicherung der Diagnose wird zunächst eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt. Im Anschluss werden betroffene Stellen entfernt, etwa per Verödung. Wenn die Familienplanung bereits abgeschlossen ist, kann auch eine Entfernung beider Eileiter und Eierstöcke oder eine Gebärmutterentfernung infrage kommen. Eine Operation empfiehlt sich vor allem in schwereren Fällen, etwa dann, wenn Gewebe auf den Harnleiter drückt und dadurch einen Harnstau in der Niere verursacht.

Medikamentöse Behandlung:

Eine Endometriose kann auch medikamentös behandelt werden. Bei akuten Beschwerden können etwa krampf- und schmerzlösende Mittel verabreicht werden. Eine weitere Möglichkeit besteht in hormonellen Verhütungsmitteln und Hormonpräparaten, die den Einfluss der Geschlechtshormone auf die Endometriosezellen dämpfen und die monatliche Blutung unterdrücken. Diese Therapien funktionieren jedoch oft nur kurzfristig und die Beschwerden treten nach Absetzung der Medikamente wieder auf.

Tipp: Weiterführende Informationen zum Thema Endometriose finden Sie in dieser Broschüre der Bundesärztekammer.

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