Haferschleim
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Häufig fängt er mit einem komischen, grummelnden Geräusch im Magen-Darm-Trakt an: der Durchfall. Kurz darauf haben Betroffene das schnelle Bedürfnis, zur Toilette zu gehen. Dann hat einen der Durchfall erwischt, den viele Menschen kennen. Der medizinische Fachbegriff dafür ist Diarrhoe (oder Diarrhö).

Haferschleim bei Durchfall: Grundlegende Informationen

Es gibt drei unverwechselbare Anzeichen einer Diarrhoe:

  • Ein Mensch muss öfter als dreimal täglich zur Toilette.
  • Der Stuhlgang ist breiähnlich oder sogar flüssig.
  • Die Menge an Kot ist größer.

In der Medizin unterscheidet man zwei unterschiedliche Arten des Durchfalls. Es gibt die akute und die chronische Form. Mit einer Diarrhoe können auch andere Symptome auftreten:

  • Bauchschmerzen,
  • Krämpfen,
  • Übelkeit,
  • Blähungen,
  • Erbrechen und
  • Fieber.

Der Durchfall an sich ist erst mal keine Krankheit. Es ist ein Signal dafür, das etwas in den Körper gelangt ist, was dort nicht hinein gehört. Das Können Schad- und Giftstoffe, Viren oder Bakterien sein. All diese Fremdkörper will der Organismus wieder loswerden. In den meisten Fällen liegt eine Störung des Verdauungstraktes vor. Bei jeder Diarrhoe verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit, deshalb fühlt sich der Betroffene schnell kraftlos und müde.

frau hat bauschmerzen
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Die möglichen Ursachen für Durchfall

Auslöser eines Durchfalls ist im Ungleichgewicht des Verdauungstraktes zu suchen. Das kann die verschiedensten Gründe haben. Für die akute Variante sind häufig Krankheitserreger der Anlass. Diese setzen sich im Darmtrakt fest und lösen dort Infektionen aus. Oft gelangen diese Erreger über verunreinigte oder verdorbene Speisen in den Organismus. Hier liegt dann die bekannte Lebensmittelvergiftung vor. Häufig tritt der akute Durchfall bei Urlaubsreisen auf oder beim Verzehr von mit Salmonellen befallenen Lebensmitteln.

Die häufigsten Gründe einer akuten Diarrhoe sind:

  • Der Magen-Darm-Trakt ist von Viren, Bakterien oder Parasiten befallen
  • Es liegen Vergiftungen durch Schadstoffe vor
  • Gegen bestimmte Inhaltsstoffe von Medikamenten und Lebensmitteln gibt es Unverträglichkeiten
  • Allergische Reaktionen können oft zusätzliche äußere Merkmale mit sich bringen
  • Umwelteinflüsse wie verunreinigte Atemluft
  • plötzlich auftretende psychische Belastungen und Erkrankungen

Um die körperlichen Symptome des Durchfalls in den Griff zu bekommen, gibt es einige alte Hausmittel. Eine bewährte Hilfe bei einer Diarrhoe ist der Haferschleim.

Warum sollte man Haferschleim essen?

Die Haferkörner sind wahre kleine Kraftpakete. Kein anderes heimisches Getreide enthält so viele wertvolle Inhaltsstoffe wie der Hafer. Haferflocken bestehen nämlich immer aus dem kompletten Korn. Denn die Haferkörner werden bei der Verarbeitung nur gequetscht. Sie behalten deshalb all ihre Inhaltsstoffe. Haferflocken sind immer Vollkorn, denn die Ränder und der Keim bleiben bei der Verarbeitung fast ganz erhalten.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Pro 100 g liefern Haferflocken 350 Kilokalorien Energie. Ihr Fettgehalt ist zweimal so hoch wie der des Weizens. Dabei handelt es sich aber hauptsächlich um die ungesättigten Fettsäuren. Sie wirken sich bekanntlich besonders günstig auf die menschliche Gesundheit aus. Das Eiweiß in den Haferflocken kann vom Körper sehr gut aufgenommen werden.

Haferkörner haben viele B-Vitamine, andere Vitamin, Eisen, Kalzium, Zink und Mangan. Weiterhin bioaktive Substanzen wie Polyphenolen und Phytosterinen, die zum Beispiel günstig auf den Cholesterinspiegel wirken. Ein anderer Vorteil ist der Gehalt an Ballaststoffen. Sie verzögern das Ansteigen des Blutzuckerspiegels und halten das Cholesterin im unteren Bereich. Das bewirken die Beta-Glukane.

gesunde haferflocken
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Warum Haferschleim bei Durchfall eine gute Idee ist

Will man die Flocken des Hafers jetzt gegen die Diarrhoe einsetzen, müssen sie erhitzt werden. Dadurch gehen das Beta-Glukan und andere Schleimstoffe eine Verbindung ein. Auf diese Weise bildet sich der altbekannte Haferschleim. Er wird bei Darmproblemen wie der Diarrhoe empfohlen. Der Schleim sorgt für den Erhalt der Geschmeidigkeit der Magenschleimhaut und vermindert auftretende Schmerzen. Außerdem sättigt der Haferschleim lange durch den hohen Ballaststoffgehalt.

Das Wort Haferschleim als solches verleitet einen nicht sofort dazu, an eine wohlschmeckende Mahlzeit zu denken. Aber dahinter verbirgt sich ein sehr gesundes Essen, nicht nur bei Durchfall. Alles, was einen geschwächten Körper wieder stark macht, findet man in ihm. Der Hafer wird durch die Schleimbildung sehr bekömmlich und ist leicht zu verdauen. Er ist keine zusätzliche Belastung für den Magen und hält den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht.

Die Zubereitung kann man sehr vielseitig gestalten. Die Haferflocken kann man bei Durchfall mit einem geriebenen Apfel oder einer zerdrückten Banane kombinieren. Anderen schmeckt es eher salzig besser und wieder andere geben gekochte Möhren hinzu.

Rezept:

  • 50 g oder 2 Esslöffel Haferflocken
  • 250 ml Milch oder alternativ pflanzliche Varianten
  • 1 Prise Salz / Brühwürze
  • 2 Teelöffel Honig oder Sirup
  • 1/2 Teelöffel Zimt, geriebener Apfel oder Banane nach Wahl zum Verfeinern

Zubereitung:

  • Die Haferflocken mit einer Prise Salz und dem Süßmittel nach eigener Wahl (Honig oder einer Sirupart) in der Milch oder dem pflanzlichen Ersatzdrink langsam aufkochen. Dabei muss ständig gut umgerührt werden.
  • Den Brei anschließend 3 Minuten ziehen lassen.
  • Dann den Haferschleim auf einen Teller geben und mit verschiedenen Zutaten verfeinern.

Die Variante Haferschleimsuppe

Sie ist auch als Porridge bekannt. Die Wirksamkeit bei einer Diarrhoe und kleineren Verdauungsbeschwerden ist bekannt. Dieser warme Haferbrei eignet sich sehr gut als Wohlfühl-Frühstück nicht nur bei Unwohlsein. Man kann sie mit gesunden Fetten verfeinern. Dazu sind Samen, Nüsse oder Brei gut geeignet. Gibt man zusätzlich Ballaststoffe aus frischem Obst hinzu, hat man ein ideales Gericht, um die Darmflora im Gleichgewicht zu halten und zu schützen. Die Haferschleimsuppe ist sehr gesund und wird auch bei Magenproblemen empfohlen.

Zu den bereits oben erwähnten Eigenschaften gilt bei der Suppe zu beachten:

  • Bei einer akuten Entzündung der Magenschleimhaut sollte das Porridge so wenig wie möglich gewürzt werden, damit der Magen nicht weiter gereizt wird.
  • Die Suppe darf nur langsam und in kleineren Portionen gegessen werden.