22. April 2024

Hörprobleme: Zu jung für Schwerhörigkeit?

Schlechtes Hören gilt immer noch als Indiz für ein hohes Alter – vermutlich, weil viele ältere Menschen betroffen sind, bei denen im Laufe der Jahre die Hörleistung abnimmt. Man könnte das als natürlichen Verschleiß bezeichnen.

Kann auch ein junger Mensch schwerhörig sein?

Natürlich! Und in den letzten Jahren zeichnet sich in dieser Richtung leider eine steigende Tendenz ab – immer mehr junge Menschen leiden unter einem nachlassenden Gehör. Grund dafür ist unter anderem die zunehmende Nutzung von Kopfhörern, über die mit oft viel zu hoher Lautstärke Musik gehört wird. Arbeiten an lauten Orten ohne Gehörschutz können auf Dauer ebenfalls schädlich sein. Aber auch häufige Disco- und Konzertbesuche, laute Musik beim Autofahren, Fernsehen oder Zocken mit zu lautem Ton können Ursache sein.

Silvesterknaller, Unfälle, angeborene Fehlbildungen im Ohr oder chronische Erkrankungen können das Hören ebenso verschlechtern. Wer vermutet, betroffen zu sein, kann einen Hörtest ganz einfach online machen: Der ersetzt zwar nicht den Gang zum Ohrenarzt oder Hörgeräteakustiker, kann aber zumindest einen ersten Anhaltspunkt dafür bieten, ob man sich Sorgen machen sollte.

Erste Anzeichen für schlechteres Hören

Da eine Schwerhörigkeit meist nicht über Nacht kommt, sondern schleichend beginnt, bleibt sie zu Beginn oft erst einmal unbemerkt. Aufmerksam werden muss der Betroffene dann,

  • wenn er den Ton bei Radio, TV und Co. plötzlich immer lauter stellen muss, um wie gewohnt hören zu können;
  • wenn er am Telefon und bei persönlichen Gesprächen auffallend oft nachfragen muss, was das Gegenüber gesagt hat;
  • wenn vertraute Alltagsgeräusche wie Waschmaschine, Auto oder Dunstabzugshaube plötzlich leiser erscheinen als sonst;
  • das Klingeln des Telefons oder an der Tür wird überhört;
  • Hintergrundgeräusche werden schlechter gefiltert, sodass Gespräche in lauter Umgebung nahezu unmöglich werden.

Was tun, wenn Hörprobleme vorliegen?

Zuerst ist der Gang zum HNO-Arzt angesagt – dieser kann nach der Ursache für die Hörstörung forschen und bestenfalls Maßnahmen schreiben, die Abhilfe schaffen oder zumindest ein Fortschreiten des Hörverlustes verhindern. Kann medikamentös nicht geholfen werden, ist der Besuch bei einem Hörgeräteakustiker nötig: Dieser kann ein modernes Hörgerät an die individuellen Bedürfnisse anpassen; die Kosten trägt in fast allen Fällen die Krankenkasse komplett oder zumindest zum Teil.

Dabei müssen Betroffene keine Schreckensbilder von riesigen Instrumenten vor Augen haben – neue Hörgeräte entscheiden sich ganz elementar vom „Hörrohr“, das viele von Bildern aus längst vergangenen Zeiten vor Augen haben. Das betrifft nicht nur die Größe, sondern auch die Leistung und Klangqualität: Hochwertige Hörgeräte verstärken nicht nur die Lautstärke des Gehörten, sie filtern zudem unangenehme Hintergrundgeräusche aus dem Klangbild. Zudem lassen sie sich sehr angenehm tragen und sind meist so winzig und diskret, dass sie von den Mitmenschen nicht bemerkt werden.

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