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Sowohl der Traum vom eigenen Haus als auch seine Verwirklichung ist heutzutage keine reine Männersache mehr. Noch immer schließen zwar mehr Männer als Frauen Kauf- und Bauverträge ab. Aber mit über einem Drittel Anteil ist das weibliche Geschlecht ebenfalls gut vertreten. Und nicht nur das: es haben sich sogar unterschiedliche Vorgehensweisen herausgebildet.

Immobilienkauf: Eine individuelle Entscheidung

Ein Haus kaufen oder bauen, ist keine alltägliche Aufgabe. Mit dem Vorhaben geht jeder Mensch anders um. Häufig lässt sich aus den Wünschen auch gar nicht erkennen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Dennoch gibt es Feinheiten, welche die beiden Geschlechter beim Hauskauf unterscheiden. So ziehen mit einem Anteil von 18 % zu 11 % Frauen lieber ins ländliche Umland als Männer. Bei ihnen ist dafür die Großstadt mit 22 % beliebter als bei Frauen mit 17 %. Die Nachbarschaft und eine grünere Umgebung spielen für Frauen eine wichtige Rolle. Männer sehen den Standort ihrer Immobilie pragmatischer und bevorzugen Nähe zum Arbeitsplatz und gute Verkehrsanbindungen.

Auch die Einrichtungsträume unterscheiden sich je nach Geschlecht. Unter den Frauen finden sich mehr Liebhaber der Stile Hygge und Vintage (18 % und 12 %). Sie entwickeln da teilweise einen richtigen Nestbautrieb und wollen Wohlfühlinseln und kuschelige Plätze erschaffen. Männer denken beim Immobilienkauf eher ans Bauen als ans Einrichten.

Corona und der Traum vom Haus

Mit einem Anteil von 65 % unter den Alleinstehenden, sind mehr Singlemänner an einer eigenen Immobilie interessiert als Singlefrauen. Ein Grund dafür könnte im Jahr 2020 die Corona-Krise gewesen sein. In Umfragen gaben Frauen häufiger als Männer an, durch die Pandemie Schwierigkeiten beim Kauf zu befürchten. Zwar sind die Zinsen weiterhin niedrig und der Wunsch nach den eigenen vier Wänden gerade jetzt hoch. Doch gerade Frauen sorgen sich um Hindernisse, die den Bau aufhalten könnten.

Vorsichtiger ist das weibliche Geschlecht daher auch mit seinen Wünschen für die Zukunft: Insgesamt wollen etwas weniger Frauen als Männer zukünftig Wohneigentum erwerben (46 % zu 51 %). Wenn sie sich jedoch dafür entscheiden, dann meistens, weil sie selbst darin wohnen wollen. Männer möchten die Immobilie etwas häufiger (etwa 25 % zu 32 %) rein als Kapitalanlage nutzen. Frauen sehen ihren Kauf dafür öfter als Alterssicherung (61 % zu 51 %).

Wer entscheidet – Mann oder Frau?

Gut jeder Zweite tritt beim Immobilienkauf als Paar auf. Laut Umfragen geben dabei Männer auffallend häufig an, die treibende Kraft gewesen zu sein. Am Ende sagt aber so gut wie jedes Paar, man habe diese lebensverändernde Entscheidung zu gleichen Teilen getroffen. Dazu passt die Tatsache, dass die meisten von ihnen sich gemeinsam in den Darlehensvertrag eintragen lassen, also zusammen haften. Kommt es zu Scheidung oder Jobverlust, tragen Frauen ein größeres Risiko, da sie häufig weniger verdienen als ihre männlichen Partner. Auch das spielt bei der Frage, ob man sich in Zukunft einen Immobilienkauf zutraue, sicher eine Rolle.