jeans ausfransen
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Ausgefranste Jeans sind kein neuer Trend – aber dennoch nach wie vor absolut tragbar. Vor allem der Festival-Look, der in den letzten Jahren immer angesagter geworden ist, hat Jeans mit Fransen wieder salonfähig gemacht. Derzeit findet man ausgefranste Jeans in fast allen Modehäusern namhafter Ketten – viele davon zu exorbitant hohen Preisen. Doch egal, ob Shorts, Capri-Jeans, 7/8-Hose oder lange Jeans – man muss dafür keinesfalls viel Geld ausgeben, denn eine Hose lässt sich mit den richtigen Techniken ganz leicht selbst ausfransen. Wir stellen vor, wie es funktioniert.

Alles, was dafür notwendig ist, ist eine alte Hose, die man nicht mehr tragen möchte und bei der man auch dazu bereit sein sollte, dass sie vielleicht nicht ganz perfekt wird. Denn gerade, wenn man das erste Mal eine Jeans ausfransen möchte, fehlt manchmal noch die Geschicklichkeit. Allerdings ist das Ausfransen von Hosen nicht sonderlich schwer – und mit etwas Übung klappt es ganz sicher auch irgendwann wie von einem Profi!

Jeans ausfransen: So wird es gemacht

Für Denimhosen, die nur dezent ausgefranst werden sollen, können sowohl lange als auch kurze Hosen zum Einsatz kommen. Als Erstes gilt es, den Saum abzuschneiden – hierfür verwendet man am besten eine Zackenschere. Auf diese Weise lässt sich der untere Hosensaum möglichst nahe vom Ende des Hosnebeins abtrennen. Damit eine Jeans überhaupt ausfransen kann, darf sich am unteren Ende der Hose kein zusammengenähter Saum befinden, es sollen also die offenen Fransen herausstehen. Wünscht man sich nur dezente Fransen, sollte der Saum unterhalb von der Naht abgetrennt werden.

Dies verhindert ein Ausweiten der Fransen nach oben, was irgendwann sehr unschön aussehen würde. In diesem Fall blockiert die Naht das weitere Ausfransen nach oben hin. Grundsätzlich kann man so viel Stoff abtrennen, wie man möchte, allerdings wird die Hose mit jedem Tragen immer weiter ausfransen. Anschließend wird die Jeans in der Waschmaschine auf normaler Stufe gewaschen, allerdings sollte die Hose geschleudert werden. Zuvor werden die Fransen noch nicht sichtbar sein, doch nach dem Waschen sind weiße, leicht ausgefranste Ränder in der Regel gut sichtbar.

Dies liegt an der stärkeren Beanspruchung des Materials durch die Schleudergeschwindigkeit. Die Fransen entstehen somit auf natürliche und dezente Weise. Danach sollte die Jeans entweder im Wäschetrockner oder an der frischen Luft trocknen. Zum Schluss trägt man etwas Textilkleber auf die Stoffränder oberhalb der Fransen auf – also genau dort, wo die Fransen in den noch intakten Denimstoff übergehen. Ehe die Hose getragen wird, muss der Kleber vollständig austrocknen. So wird gewährleistet, dass die Fransen auch künftig ihre Form behalten und durch weiteres Waschen nicht weiter ausfransen.

Jeans auffällig ausfransen – Tipps für dramatische, lange Fransen

Für den richtigen Festival-Look sollte der Saum der Hose oberhalb der Naht abgetrennt werden. Auch hierfür verwendet man am besten einen Zacken- oder eine Stoffschere, um den Stoff sauber abzuschneiden. Wird der Saum dagegen unter der Naht abgetrennt, halten sich die Fransen in Grenzen – dieser Effekt ist aber hier nicht gewünscht. Wichtig ist, dass der Schnitt möglichst parallel zum richtigen Raum der Hose erfolgt. Arbeitet man mit einer normalen Schere anstelle einer Zackenschere, franst der Denimstoff in der Regel direkt intensiver aus. Nun zieht man mit der Scherenspitze leicht an den abgetrennten Endstücken der Hosenbeine.

Jetzt arbeitet man sich sorgfältig um jedes Hosenbein herum, um den Saum weiter auszufransen – so kommen sie optimal zur Geltung. Anschließend wird horizontal in die Beine eingeschnitten. Hierfür eignen sich besonders gut Teppichmesser, denn mit ihnen sind kleine Schnitte entlang des Beins möglich. Diese Vorgehensweise funktioniert sowohl bei langen Hosen als auch bei Shorts. Idealerweise ist der Schnitt zwischen 3 und 7 cm lang, die Hose sollte pro Bein rund zehn Mal eingeschnitten werden. Tipp: Legt man die Hose vorher auf den Tisch, arbeitet es sich leichter und gleichmäßiger. Wichtig ist zudem, beim Ausfransen von Shorts darauf zu achten, nicht versehentlich die Taschen zu durchschneiden.

jeans ausfransen leicht gemacht
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Der nächste Schritt ist das Waschen der Hose in die Waschmaschine, ebenfalls bei normalem Modus mit Schleudergang. Möchte man mehrere Hosen ausfransen, ist das Ergebnis in der Regel besser, wenn die Hosen einzeln gewaschen werden. Nach dem Trocknen sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Der Stoff wird mit der Zeit immer weiter von alleine ausfransen, sofern kein Saum im Weg ist. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Shorts auf diese Weise immer kürzer werden und vielleicht irgendwann nicht mehr tragbar sind.

Fertig ist die ausgefranste Jeans, für die man noch nicht einmal shoppen gehen muss. Auf diese Weise lassen sich alte Hosen ausfransen oder zunächst zu Shorts kürzen und dann weiterverarbeiten. Ehe man also das nächste Mal eine Jeans entsorgt, empfiehlt es sich, diese zunächst auszufransen – oft erhält man dadurch einen ganz neuen, tollen Look. Wer möchte, kann die Hose danach noch mit Textilfarbe einfärben, um ihr einen besonderen Vintage-Look zu verleihen.

Weitere Tipps zum Ausfransen von Jeans

Grundsätzlich muss es sich nicht zwingend um Denimhosen handeln – auch Shorts und lange Hosen anderer Materialien lassen sich wunderbar ausfransen. Geeignete Stoffe sind unter anderem Cord, Leinen oder auch Baumwolle. Hier sollte man einfach seiner Kreativität freien Lauf lassen und etwas experimentieren. Hat man keinen Textilkleber, kann man alternativ auch etwas transparenten Nagellack zum Fixieren verwenden.

Für besonders dichte und buschige Fransen werden die Enden zusätzlich mit einer Drahtbürste bearbeitet. Kombinieren lässt sich die neue Fransenhose dann nach Lust und Laune: Egal, ob mit einem Top, einem sportlichen T-Shirt, einer Lederjacke oder auch einer Folklore-Bluse – es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten.