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Es klingt zu einfach, um wahr zu sein! Eine Moorkur kann ausreichen, um der Fruchtbarkeit der Frau wieder auf die Sprünge zu helfen. Studien haben ergeben, dass bei 50 Prozent der Anwenderinnen eine Regulierung des Hormonhaushaltes und Eisprungs eintrat. Grund genug, sich das warme Bad in der Erde einmal genauer anzusehen.

Kinderwunsch: Das Moor-Baby und die Fruchtbarkeit

Wird eine Frau trotz langer Versuche nicht schwanger, kann dies an einem gestörten Hormonspiegel oder dem Ausbleiben des Eisprungs liegen. Frauen merken davon zunächst einmal nichts. Die Periode findet ganz normal statt, nur ein Baby stellt sich nicht ein. Ovulationstests oder eine Untersuchung beim Frauenarzt können Klarheit bringen. Bei diesen Ursachen setzt die Moorkur an. Die Anwendungen haben gezeigt, dass sie in der Lage sind den empfindlichen Hormonhaushalt der Frau zu balancieren. Doch das Moor kann noch mehr! Die umfassende Wirkung stabilisiert den gesamten Organismus.

Durch die wohlige und weiche Wärme der Erde finden Frauen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Beides sind Faktoren, die die empirische Wissenschaft nicht gelten lassen würde. Dennoch stellen sie eine perfekte Vorbereitung für eine bevorstehende Schwangerschaft dar!

Kinderlosigkeit: Moorkuren – Eine uralte Tradition neu entdeckt

Bäder in heißem Torf kennen die Menschen bereits seit vielen Jahrhunderten. Überliefert ist die Anwendung von den Bergbauern Bayerns, Böhmens und Österreichs. Kein Wunder also, dass Moorbaden in diesen Regionen bis heute Tradition ist. Die wohltuenden Bäder werden auch von anderen Kurorten in fast ganz Deutschland angeboten. Jede Region hat ihr Moor und Heilerden mit besonderer Wirkung. Lange bevor es Hormontherapien oder In-vitro-Fertilisationen gab, waren Moorkuren die klassischen Fruchtbarkeitsbehandlungen für Frauen. Blieben die Damen zu lange ohne Nachwuchs, verschrieben selbst die Leibärzte der österreichischen Kaiser-Familie sofort eine Moorkur.

Der wissenschaftliche Erklärungsansatz

Die heilsame Wirkung der Torfbäder ist lange bekannt. In heutigen Zeiten darf jedoch kaum etwas als wirksam, heilsam oder helfend betitelt werden, was nicht hieb- und stichfest von der Wissenschaft untersucht wurde. So hat sich unter anderem die Ludwig-Maximilians-Universität in München den Wirkungen des Moors zugewandt. Untersucht wurde neben den Effekten auf die Fruchtbarkeit der ganz allgemeine Nutzen der Bäder. Die Ergebnisse zeigten, dass Moorkuren Stress deutlich reduzieren können. Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin konnten deutlich gesengt werden. Der Kreislauf der Probanden kam wieder in Schwung, die Durchblutung nahm zu und die Immunabwehr stabilisierte sich.

Eine weitere Studie der Ruhr-Universität Bochum zeigte die direkte Auswirkung des Moors auf den Hormonhaushalt der Frau. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass Torfheilbäder den Spiegel des Hormons Prolaktin deutlich reduzieren können. Dieses Hormon sorgt eigentlich für die Milchausschüttung nach der Geburt eines Kindes. Ist der Anteil im Blut bei einer Frau ohne Kind zu hoch, kann dies eine Empfängnis verhindern. Gleichzeitig stieg der Östrogen Spiegel der Frauen durch Moorbaden wieder deutlich an. Welche Stoffe genau dieses Wunder bewirken können, wurde nicht völlig geklärt. Die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass natürlich im Torf enthaltene Huminsäuren für den Effekt verantwortlich sind.

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Abschließend konnte festgestellt werden, dass 50 Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch einen positiven Effekt durch die Mooranwendungen verzeichnen konnten. Die Erfolgsquote bei herkömmlichen Hormontherapien dagegen liegt bei nur 30 Prozent.

Was passiert während einer Moorkur?

Etliche deutsche Kur- und Badeanstalten bieten Moorkuren an. Manche Kurstädte haben sich in besonderer Weise auf Frauen mit Kinderwunsch spezialisiert. Die bayerischen Kurstädte Bad Aibling und Bad Kohlgrub bietet Baby Moorkuren an. In Sachsen hat sich Bad Schmiederberg spezialisiert und in Nordrhein-Westfalen wartet das Staatsbad Bad Pyrmont mit der heilsamen Erde auf. Die Programme sehen weit mehr als nur das Bad im heilsamen Moor vor. Über rund 21 Tage werden Frauen und Paare intensiv betreut. Begleitend zu den Bädern im Moor finden Beratungen durch Gynäkologen und Fachpersonal statt. Frauen können erweiterte Wellenessanwendungen in Anspruch nehmen oder einfach nur die Seele baumeln lassen.

Kinderwunsch: Endlich im Moorbad angekommen!

Ein Torfheilbad oder Moorbad findet in einer Badewanne statt. Dazu werden etwa 40 kg getrockneter Torf mit Wasser zubereitet. Es entsteht ein dicker warmer und wohliger Brei. Ein Erdbad wird auf 42 bis 45 °C erhitzt. Das erscheint zunächst viel. Das Besondere der Erdbäder ist, dass die Temperatur von der Frau viel niedriger empfunden wird. Torf gibt die Wärme dann ganz langsam ab. Alle inneren Organe, Gefäße, Muskeln und Bänder werden sanft erhitzt. Gleichzeitig dringen die heilsamen Substanzen tief in den Organismus ein und entfalten dort ihre regulierende Wirkung. Das Moor erzeugt einen angenehmen Druck.

In der schlammig dichten Packung, die den ganzen Körper wohlig einhüllt, kann Frau endlich mal wieder so richtig loslassen! Ein Bad dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Selbstverständlich wird jedes Mal in frischem Moor gebadet. Die Zubereitungen unterliegen wie alle anderen medizinischen Anwendungen strengen hygienischen Kontrollen. Moor ist von Haus aus sehr rein und frei von schadhaften Bakterien oder Pilzen.

Bezahlt die Krankenkasse die Kur bei Kinderlosigkeit?

Unter gewissen Umständen – ja! Dazu muss allerdings der Bedarf nachgewiesen werden. Liegt bereits seit längeren Jahren eine ungewollte Kinderlosigkeit vor, wird sie eher bewilligt. Kann eine Frau andauernde Störungen des Hormonhaushaltes oder das Ausbleiben des Eisprungs nachweisen, wird die Kur ebenfalls als adäquate Heilmethode anerkannt. Naturheilkundliche Anwendungen wie die Moorkur werden von Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt. Wer sich dafür interessiert, muss einfach einen Antrag stellen oder bei der zuständigen Krankenkasse nachfragen. Bei der Antragsstellung helfen in den Badestädten ansässige Kurärzte.

Einige Krankenkassen haben sich auf naturheilkundliche Leistungen spezialisiert. Solche Kassen übernehmen die Kosten für eine Moorkur in der Regel schneller als solche die auf schulmedizinische Behandlungen fokussiert sind. Übernommen wird zwar der größte Teil der Kosten, trotzdem müssen Frauen zuzahlen. Für die Übernachtung werden Pauschalen fällig und manche Zusatzleistungen wie Wellness oder ganzheitliche Beratungen müssen selbst übernommen werden. Die übrig gebliebenen Kosten lassen sich in der Regel von der Steuer absetzen.

Der Traum vom eigenen Baby: Alternativen zur Moorkur

Sollte die Moorkur nicht gestattet werden oder aus sonstigen Gründen nicht durchführbar sein, können die Bäder auch durch Heilpraktiker vor Ort oder selbst durchgeführt werden. Um in den Genuss eines Moorbades zu kommen, muss man nicht unbedingt in eine teure Kureinrichtung. Wer seiner Fruchtbarkeit schon zu Beginn des Kindeswunsches etwas Gutes tun möchte, kann fertige Mischungen kaufen und zu Hause zubereiten. Diese Bäder sind viel dünner. Dicker Moorbrei würde kaum durch das Abflussrohr fließen können. Dennoch beinhalten sie Spuren der genannten heilenden Säuren und bereiten dem Körper eine schöne innere Wärme. Thermal- und Freizeitbäder bieten die Anwendungen ebenfalls an.