models für katalogaufnahmen
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Wenn es um Models und den Modelberuf geht, denken viele Menschen gleich an berühmte High-Fashion-Supermodels wie Kate Moss, Heidi Klum, Gisele Bundchen oder Naomi Campbell, die immer wieder auf Titelseiten von Vogue, Cosmopolitan oder Elle erscheinen.

Diese Models treten sogar in ihren eigenen TV-Shows auf und sind das Gesicht von den erfolgreichsten Kosmetikfirmen. Viele Leute übersehen jedoch eine ebenfalls sehr lukrative und zudem bodenständige Seite des Modelns: Die kommerzielle Modellindustrie, die sich zum Beispiel auf Katalogaufnahmen fokussiert.

Models für Katalogaufnahmen: Welche Voraussetzungen gibt es?

Kommerzielle Models müssen keine speziellen Schulungen durchlaufen, es wird jedoch dringend empfohlen, dass sie über grundlegende Schauspielfähigkeiten und nach Möglichkeit sogar -ausbildungen verfügen. Ein paar Schauspielkurse oder Workshops zu besuchen, die sich auf das Vorsprechen und das Arbeiten am Set konzentrieren, sind immer ein guter Anfang und erleichtern den Einstieg in das Modelleben. Eine großartige Ressource zum Erlernen des kommerziellen Modelns sind also Schauspielkurse. Doch auch diese müssen nicht unbedingt professionell und teuer sein. Es reicht, sich gewisse schauspielerische Fähigkeiten anzueignen, was beispielsweise auch als Mitglied einer Theatergruppe möglich ist.

Grund dafür ist, dass Katalog-Models und Models in anderen kommerziellen Bereichen wie beispielsweise TV-Werbung verschiedene Emotionen zeigen müssen. Es sollte also zuvor vor dem Spiegel geübt werden, auf Knopfdruck zu lachen, fröhlich, traurig, wütend oder verängstigt zu schauen. Gerade im Bereich der TV-Werbung und anderen Bewegtbildern sind zudem die schauspielerischen Fähigkeiten unerlässlich. In einem Werbespot wird nicht weniger Schauspiel verlangt, als in einem Film oder einer Serie. Doch auch bei Katalogaufnahmen ist dieses Können nicht zu unterschätzen. Auch wenn es sich um Fotoaufnahmen handelt, muss das Model sich hier in die Situation hineinversetzen können, um glaubwürdig zu wirken.

Körperliche Merkmale und Erscheinungsbild

Weitere Voraussetzungen sind auch beim kommerziellen Modeln körperliche Merkmale. Anders als allgemein angenommen geht es hierbei jedoch nicht um bestimmte Körpermaße. Diese werden insbesondere bei Laufstegmodels verlangt und sind dort auch unerlässlich. Im kommerziellen Bereich kommt es jedoch darauf an, für was Sie als Model werben möchten. Geht es in einem Spot beispielsweise darum, in einer Familiensituation ein bestimmtes Lebensmittel zu bewerben, so sind die Maße der Darsteller nicht relevant. Für einige Bereiche werden sogar Merkmale vorausgesetzt, welche dem Gegenteil der sonst so geläufigen Modeindustrie entsprechen.

Beispielsweise gibt es immer mehr Modedesigner und Modehäuser, die Plus Size Mode verkaufen. Für diese Mode sind natürlich dann auch kurvige Frauen als Models gefragt, da sich die Mode nur so bewerben und verkaufen lässt. Auch das Alter spielt im kommerziellen Bereich keine Rolle. Während Topmodels auf den Laufstegen dieser Welt und in vielen Mode-Magazinen recht jung aussehen, gibt es viele Bereiche, wo ältere Frauen und Männer gefragt sind. Es wäre wenig erfolgreich, eine Werbekampagne für die Zielgruppe 50 + mit einem zwanzig-jährigen Model zu machen. Somit gibt es also nahezu für alle Altersklassen und Körperformen eine Möglichkeit, nebenbei als Fotomodel zu arbeiten.

model beim shooting
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Eine Voraussetzung sollte jedoch immer erfüllt sein: Ein gepflegtes Äußeres. Wichtig ist also, dass Sie sich um Ihr äußeres Erscheinungsbild bemühen, und zwar unabhängig von den gegebenen Voraussetzungen. Auch ein Curvy Model, das zum Beispiel Werbeaufnahmen für Übergrößen macht, sollte schöne Fingernägel, gepflegte Haare und ein gutes Hautbild haben. Diese Voraussetzung scheinen eigentlich selbstverständlich zu sein, jedoch werden insbesondere Kleinigkeiten hier öfters übersehen. Wenn Sie sich bei einer Modelagentur vorstellen möchten, achten Sie auf Ihr äußeres Erscheinungsbild.

Wie unterscheiden sich Supermodels von kommerziellen Models für Katalogaufnahmen?

Kommerzielle Models sind im Grunde genommen Models, die wie gewöhnliche Menschen aussehen und für alltägliche Produkte wie Lebensmittel oder Haushaltsgegenstände, Arzneimittel, Urlaubsreisen, Sportausrüstung und vieles mehr werben. Im Gegensatz zu Models, die bestimmte Maße wie Größe, Gewicht und Kleidergröße haben müssen, können kommerzielle Models jedes Alter, jede Statur, Größe und Gewicht haben.

Warum das Modeln für Katalogaufnahmen ein attraktiver Nebenjob ist

Gerade als Nebenjob ist die Arbeit als Fotomodel sehr attraktiv. Die Arbeitszeiten sind hier flexibel und es wird in der Regel nicht täglich geshootet. Als Model haben Sie hin und wieder einen Fototermin, aber keine festen Arbeitszeiten. Dennoch sollten Sie flexibel sein, da der Termin oft vorgegeben wird und somit wahrgenommen werden muss. Zudem kann auch die Auftragslage stark variieren. So kann es passieren, dass sie in einer Woche vielleicht gleich an drei Tagen Fotoshootings haben und im Anschluss zwei Wochen lang gar keinen Termin. Demnach schwankt natürlich auch das Einkommen.

Bei diesem Job werden Sie in der Regel nach Tagessätzen bzw. mit einem Honorar je Fotoshooting bezahlt. Je mehr Jobs Sie haben, umso mehr können Sie demnach auch verdienen. Wer flexibel ist und gerne vor der Kamera steht, kann sich nebenbei als Model für Katalogaufnahmen versuchen.

Wie kann der Einstieg in den Nebenjob als Model gelingen?

Um als kommerzielles Model zu arbeiten, benötigen Sie in der Regel eine gute Modelagentur. Daher sollten Sie zunächst einige Fotoaufnahmen an etablierte Modelagenturen senden, die Ihr Aussehen und Ihr Erscheinungsbild bewerten und danach entscheiden, ob Sie für diesen Beruf geeignet sein könnten. Dafür benötigen Sie in jedem Fall gute Fotos, jedoch müssen Sie kein Geld für teure Shootings ausgeben. Sie können auch selbst einige Fotos machen oder Bekannte um Hilfe bitten. Im Gegensatz zu Models, die auf den Laufsteg wollen und insbesondere anhanf ihrer Maße beurteilt werden, müssen kommerzielle Models mehr Aufwand in ihre Ausstrahlung und ihre Wandelbarkeit auf den Fotos investieren.

Um in der Branche Fuß zu fassen, müssen Sie den Agenten zeigen, was Sie können und Ihr wahres Potenzial ausloten, indem Sie nicht nur die Optik, sondern auch Ihre Persönlichkeit auf den Fotos zum Ausdruck bringen. Haben Sie keine Angst davor, kreativ zu sein und versuchen Sie auch verschiedene Seiten Ihrer Persönlichkeit zu präsentieren. Dennoch sollte ein möglichst stimmiges Bild entstehen.

So finden Sie eine Agentur oder einen Agenten

Wer als Model eine Agentur oder einen Agenten hat, kann sich auf Aufträge und Castings freune. Am einfachsten geht dies, indem Sie Ihre Fotos an verschiedene Agenturen und Scouts senden. Investieren Sie zuvor jedoch etwas Zeit und Mühe in Ihre Fotos. Wie bei jedem anderen Job gilt es auch beim Modeln, auf eine gute Bewerbung zu achten. Neben einem Bewerbungsschreiben und Ihren persönlichen Daten sind Ihre Fotos ein wichtiger Bestandteil in Ihrer Bewerbung, den Sie keinesfalls vernachlässigen sollten. Zu einem Vorstellungsgespräch, bei dem Sie vor Ort Ihr Können unter Beweise stellen können, müssen die Agenturen zunächst von Ihren Fotos überzeugt sein. Anderweitig werden Sie gar nicht erst eingeladen.

fotograf und model
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Wie lassen sich Model-Agenturen überzeugen?

Informieren Sie sich vor Ihrer Bewerbung ganz genau über die Bedingungen der Agentur und versuchen Sie diese Auflagen best möglichst zu erfüllen. Bieten Sie insbesondere bei Ihrer Fotomappe verschiedene Seiten von sich an. Präsentieren Sie sowohl Porträt- als auch Ganzkörper-Aufnahmen – am besten in verschiedenen Settings und mit verschiedenen Emotionen. Jede Agentur und jeder Agent hat viele verschiedene Kunden und möchte ein Fotomodel somit auch an verschiedene Kunden vermitteln können. Um in der Model-Branche Fuß zu fassen, müssen Sie deshalb in jedem Fall auch Ihre Wandelbarkeit unter Beweis stellen.

Model für Katalogaufnahmen: Wie viel kann man verdienen?

Das Einkommen, das ein kommerzielles Model verdient, kann je nach Art des erteilten Auftrags und dem spezifischen Markt, in dem sich die Agentur, der Kunde oder das Model befindet sowie dem Erfahrungsstand des Models stark variieren. Ein zusätzlicher Aspekt, der beim Gehalt ebenfalls eine Rolle spielt, ist die Art, Weise und auch Dauer der Nutung des Materials. Es zählt also, wie lange und wofür der Kunde die Bilder oder Filme verwenden möchte. Wird die Anzeige zum Beispiel nur lokal oder national geschaltet? Vielleicht auch sogar international? Globale Anzeigen erzielen in der Regel mehr Nettoeinkommen als eine regionale Anzeige. Wie lange möchte der Kunde die Fotos verwenden?

Bilder, die auf unbestimmte Zeit angezeigt werden, erzielen ein höheres Einkommen als Fotos oder Videos, die dagegen lediglich einige Wochen lang angezeigt werden. Auch bei klassischen Katalogaufnahmen spielen diese Faktoren eine wichtige Rolle. Wenn ein Modehaus beispielsweise einen saisonalen Katalog rausgibt, so stellt sich die Frage, ob die Aufnahmen nur für diese eine Ausgabe verwendet werden oder nicht. Handelt es sich dabei also um aktuelle Modetrends, sodass das Model ein Kleidungsstück trägt, das es im nächsten Jahr nicht mehr geben wird, dann ist die Verwendung der Bilder zeitlich begrenzt.

Handelt es sich dagegen jedoch beispielsweise um Basics, also Kleidungsstücke, die es wiederkehrend gibt, sodass das Model auch in weiteren Katalogen auftauchen wird, so gibt es eine länger andauernde Verwendung der Bilder. Das Honorar fällt in diesem Fall dann höher aus.

Fazit

Es ist eine im Grunde genommen einfache Rechnung: Je mehr Nutzen der Kunde von den Bildern hat, desto mehr Honorar bekommt das Model auch für den Job bezahlt. Zudem spielt nicht nur zeitliche Verfügbarkeit der Fotos, sondern auch die Auflage eine zentrale Rolle. Handelt es sich um ein regionales Angebotsheft, das nur in einer sehr geringen Auflage gedruckt wird, so ist der Verdienst in der Regel geringer. Handelt es sich jedoch um ein bekanntes Modeunternehmen, das Kataloge in einer sehr großen Anzahl herstellt, so verdient das Model auch mehr. Zudem haben größere Modehäuser ohnehin ein höheres Budget, um die Fotomodels zu bezahlen.