29. Februar 2024

Krankheitsgefühl während Eisprung: Was steckt dahinter?

Der Eisprung ist ein wiederkehrendes Ereignis, bei dem sich der Körper mit hormonellen Schwankungen auseinandersetzen muss. Häufig lösen die hormonellen Veränderungen verschiedene Symptome – wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen – aus. Während einige Frauen keine starken Beschwerden äußern, beklagen andere ein starkes Krankheitsgefühl. Doch was ist der biologische Hintergrund und wie ist am besten mit den Begleiterscheinungen umzugehen?

Woher kommt das Krankheitsgefühl während eines Eisprungs?

Die Zeit rund um den Eisprung (etwa zwei Wochen vor der Periode) kann aufgrund der zahlreichen Symptome sehr beschwerlich sein. Aufgrund der Stimmungsschwankungen gehen einige von einem psychischen Zusammenhang aus. Doch das ist nur ein Mythos. In Wirklichkeit ist das Unwohlsein auf den Hormonhaushalt zurückzuführen. Der Östrogenspiegel steigt, um die Fruchtbarkeitsrate zu erhöhen. Obwohl das Östrogen also eine wichtige Aufgabe erfüllt, löst es auch negative Begleiterscheinungen aus.

Unmittelbar nach dem Eisprung fällt der Östrogenspiegel rapide ab. Dafür wird nun mehr Progesteron produziert. Dieser Vorgang soll im Falle einer Schwangerschaft dazu führen, dass die befruchtete Eizelle nicht von den körpereigenen Abwehrkräften angegriffen wird. Doch ganz zum Leidwesen der Frau wird im Zuge dessen das gesamte Immunsystem herabgesetzt. Dadurch besteht in dieser Zeit ein höheres, allgemeines Erkrankungsrisiko.

Körperliche Symptome beim Eisprung

Während einige Frauen während des Eisprungs symptomfrei sind, haben andere das Gefühl, richtig krank zu sein. Das liegt daran, dass das Immunsystem individuell auf die körperlichen Prozesse reagiert. Bei einigen Betroffenen löst der Eisprung körperliche Beschwerden aus. Dazu zählt zum Beispiel der Mittelschmerz. Der Mittelschmerz beschreibt Krämpfe, einseitige Schmerzen im Bereich der Eierstöcke oder ein Ziehen im Unterbauch. Diese unangenehmen Empfindungen können beim Ablösen und Wandern der Eizelle entstehen.

unterleibschmerzen
Leszek Glasner/shutterstock.com

Die Übelkeit ist ein weiteres Eisprung-Phänomen. Das liegt daran, dass das Östrogen die für die Übelkeit zuständigen Hirnareale stimuliert. Die Übelkeit kann von Bauchschmerzen, Völlegefühl, Erbrechen und Durchfall begleitet sein. Auch die Brüste reagieren auf den Eisprung mit Empfindlichkeit. Sowohl die Brüste als auch die Brustwarzen können zwischen Eisprung und Periode spannen und schmerzhaft sein. Diese körperliche Veränderung ist auf Wassereinlagerungen zurückzuführen.

Ein weiteres Merkmal des Eisprungs ist der flüssig-klare Zervixschleim. Indem sich der Ausfluss verändert, bereitet sich der Körper auf eine mögliche Befruchtung vor. Jede Frau kann anders auf den Eisprung reagieren. Das bedeutet, dass noch weitere Anzeichen (wie Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Schwindel) auftreten können. Meistens klingen diese Beschwerden jedoch bereits wenige Tage nach der Ovulation (also dem Eisprung) von selber wieder ab.

Was kann man gegen das Krankheitsgefühl tun?

Obwohl der Eisprung ein Krankheitsgefühl auslösen kann, ist ein medizinisches Eingreifen in der Regel nicht erforderlich. Um leichte Beschwerden zu lindern, greifen viele Frauen auf Hausmittelchen zurück. So können stilles Wasser und warmer Tee einen positiven Einfluss auf die Übelkeit nehmen. Auch ein warmes Kirschkernkissen, eine Wärmedecke oder eine Wärmflasche sind Mittel, die in der Schmerzbehandlung herangezogen werden können. Eine heiße Wanne wirkt am ganzen Körper und ist während des Eisprungs ebenfalls sehr angenehm.

frau mit wärmflasche
Dragana Gordic/shutterstock.com

Auch eine Anpassung der Lebensgewohnheiten rund um den Eisprung kann hilfreich sein. Regelmäßige Auszeiten helfen dabei, dass die Frauen schneller wieder zu Kräften kommen. Am besten ist es, in dieser Zyklusphase nicht an das persönliche Leistungslimit zu gehen, sondern – wo immer möglich – Alltagsbelastungen und Stress zu reduzieren. Maßvolle Ausdauersportarten können dazu beitragen, dass die Frauen ihre Stimmungsschwankung besser kontrollieren können. Bewegung mindert außerdem das Heißhungergefühl.

Die Ernährung ist eine weitere Stellschraube, die während des Eisprungs unterstützen kann. Vitamine (B, D und E), die Mineralien Kalzium und Magnesium sowie Omega-3-Fettsäuren sind besonders förderlich. Zudem kann es helfen, die Menge an Schokolade, Salz, Kaffee und Alkohol zu reduzieren.

Wenn Hausmittel nicht mehr helfen

Bei starken Beschwerden (wie Schmerzen) ist es jedoch möglich, dass die klassischen Hausmittel an ihre Grenzen kommen. In diesem Fall gibt es einige rezeptfreie Medikamente, die für Abhilfe sorgen können. Diclofenac, Paracetamol und Ibuprofen werden besonders häufig angewandt. Pflanzliche Produkte (wie Kamille, Mönchspfeffer und Johanniskraut) können aber ebenfalls zum Einsatz kommen.

Ergänzend dazu gibt es weitere Arzneien, die im Bedarfsfall von einem Arzt verordnet werden können. So gibt es beispielsweise Diuretika oder hormonelle Verhütungsmittel, die die Wassereinlagerungen mindern oder auf die Stimmungslage Einfluss nehmen. Zudem ist es möglich, Antidepressiva einzusetzen oder die psychotherapeutische Begleitung zu intensivieren, wenn die Psyche bereits anderweitig vorbelastet ist. Bei staken Symptomen ist die Rücksprache mit einem Arzt in jedem Fall empfehlenswert. Dieser kann auf fachlicher Ebene entscheiden, welche Therapieformen geeignet sind.

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