13. April 2024

Leichte Kontraktionen im CTG: Was bedeutet das?

CTGs gehören vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft zu den Standarduntersuchungen. Häufig zeichnet das Gerät Wehen auf, manchmal sogar, obwohl die Schwangere selbst diese gar nicht spürt. Wie kommt das? Und ist das ein Zeichen für die nahende Geburt?

Leichte Kontraktionen: Was ist ein CTG eigentlich?

Ein CTG heißt eigentlich Kardiotograf und gibt Auskunft über die Herztöne des Kindes (Kardio) und die Wehen der werdenden Mutter (Toko). Umgangssprachlich ist das CTG auch als Wehenschreiber bekannt. Beim CTG werden zwei Aufnahmesonden mit Gurten am Bauch der Mutter befestigt. Eine Sonde misst die kindlichen Herztöne und wird in der Höhe des Nabels angebracht, die zweite Sonde soll am Rand der Gebärmutter sitzen und die Wehentätigkeit aufzeichnen. Beide Sonden sind mit jeweils einem Kabel mit dem CTG verbunden. Das Gerät schreibt alle gemessenen Daten auf eine Papierrolle. Diese werden im Anschluss von der Gynäkologin oder dem Gynäkologen ausgewertet.

Während des CTGs befindet sich die Schwangere in einer halbsitzenden Position oder liegt auf der Seite. In aller Regel dauert die Untersuchung 20 bis 30 Minuten. Wenn es zu Störungen durch starke Kindsbewegungen kommt, kann das CTG allerdings auch bis zu 60 Minuten geschrieben werden. Die Untersuchung ist für Mutter und Kind völlig unbedenklich. Regelmäßige CTG-Untersuchungen werden insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt. Wenn Komplikationen es erforderlich machen oder eine Risikoschwangerschaft vorliegt, kann ein CTG aber auch schon deutlich früher geschrieben werden.

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Dmitry Naumov/shutterstock.com

Welche Wehen sind im CTG zu sehen?

Das CTG zeichnet bereits kleinste Kontraktionen der Gebärmutter auf. Diese sind als Ausschläge auf dem Millimeterpapier zu erkennen. Auch Kindsbewegungen werden auf dem Papier dargestellt. Beide sind jedoch gut voneinander zu unterscheiden: Bewegungen des Kindes sind in der Regel als spitze Ausschläge abgebildet, während Kontraktionen der Gebärmutter oben abgerundet sind und einem Berg ähneln.

CTGs sind sehr sensibel und registrieren auch sehr leichte Wehen, die die Mutter selbst unter Umständen gar nicht merkt. Die Höhe der Ausschläge auf dem Papier sind dabei allerdings irrelevant und sagen nichts darüber aus, wie stark oder geburtsfördernd eine Wehe ist. Vielmehr gibt der Ausschlag die Druckverhältnisse in der Gebärmutter wider und ist zudem abhängig von der Fettschicht der Mutter und der Position, in der das CTG angebracht wurde. Es ist also möglich, dass durch das CTG hohe Ausschläge verzeichnet, die von der Mutter gar nicht gespürt werden.

Welche Wehen gibt es?

Im Laufe einer Schwangerschaft kann es zu verschiedenen Arten von Wehen kommen. Ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche sind sogenannte Braxton-Hicks-Kontraktionen (auch Alvarez-Kontraktionen genannt) möglich. Mit diesen Wehen bereitet sich die Gebärmutter auf die Geburt vor. Die Muskeln ziehen sich zusammen, haben aber keine Auswirkungen auf den Muttermund und sind daher nicht geburtsfördernd. Diese Übungswehen werden von vielen Schwangeren wahrgenommen. Der Unterleib kann hart werden und zu leichten Schmerzen im Bauch und im Becken führen. Diese sind jedoch noch so leicht, dass sich die Schwangere ohne Probleme ausruhen oder bewegen kann.

Die Braxton-Hicks-Kontraktionen gehen fließend in die Senk- oder Vorwehen über. Diese können Schwangere ab etwa der 36. Schwangerschaftswoche (in einigen Fällen auch früher) beobachten. Auch die Senkwehen sind nicht muttermundwirksam. Die Kontraktionen der Gebärmutter schieben den Kopf des Kindes hier tiefer ins Becken. Manchmal können Schwangere im Anschluss beobachten, dass ihr Bauch ein wenig tiefer liegt. Senkwehen treten in unregelmäßigen Abständen auf und sind, wenn überhaupt, nur wenig schmerzhaft. Häufig machen sie sich als Ziehen im unteren Rücken oder im Unterleib bemerkbar.

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Während der Geburt entscheidet man zwischen verschiedenen Wehen. Die Eröffnungswehen sorgen für eine Öffnung des Muttermundes auf etwa 10 cm. Sie treten regelmäßig auf und nehmen in ihrer Intensität meist zu. Austreibungs- oder Presswehen schieben den Kopf des Kindes heraus. Auch Nachgeburtswehen können noch sehr stark sein. Sie sorgen dafür, dass sich der Mutterkuchen von der Gebärmutterwand löst und ausgestoßen wird. Als Nachwehen bezeichnet man die starken Kontraktionen nach der Geburt, die dafür sorgen, dass sich die Gebärmutter wieder auf ihre ursprüngliche Größe zusammenzieht.

Wie deutet man leichte Kontraktionen im CTG?

Da CTGs sehr sensibel sind, zeichnen sie nicht nur Geburtswehen, sondern auch sehr leichte Kontraktionen auf. Schwangere sollten sich davon aber nicht beunruhigen lassen. Leichte Wehen sind in der Schwangerschaft normal und bedeuten nicht, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht. Die Gebärmutter „trainiert“ vielmehr für den Geburtsvorgang.

Geburtswehen sind auf dem CTG als eindeutige und regelmäßige Ausschläge zu erkennen. Die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte richten sich bei der Beurteilung der CTG-Aufzeichnung daher nicht nach der Höhe der Ausschläge, sondern nach deren Häufigkeit und Länge. So lassen sich Eröffnungswehen in aller Regel eindeutig von Übungs- und Senkwehen unterscheiden.

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