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Empfängnisverhütung mit der so genannten Pille gehört in Deutschland zu den am häufigsten genutzten Möglichkeiten, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Allerdings ist Pille nicht gleich Pille. Welche Unterschiede es beispielsweise zwischen der Antibabypille und Minipille gibt, das ist vielen Frauen nicht bewusst. Deshalb schauen wir uns heute beide Verhütungsformen etwas genauer an, erklären ihre Wirkung und Verwendungsmöglichkeiten.

Minipille und Antibabypille: Der inhaltliche Unterschied

Sowohl die Minipille als auch die Antibabypille wie die Valette Pille, Maxi oder Swingo werden zur Empfängnisverhütung bei Frauen eingesetzt. Optisch unterscheiden sie sich nicht signifikant voneinander, allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied bei den Inhaltsstoffen. Die klassische Antibabypille, welche auch als Kombi-Pille bezeichnet wird, enthält in der Regel die beiden weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen. Eine Minipille hingegen verzichtet auf Östrogen und enthält nur das weibliche Hormon Gestagen. Teilweise wird zusätzlich das Hormon Desogestrel als Inhaltsstoff verwendet. Desogestrel kann den Eisprung verhindern.

Neben diesen hormonellen Inhaltsstoffen finden sich sowohl in der Minipille (Jubrele, Desogestrel Aristo oder Microgynonals) auch in der Kombi-Pille verschiedene weitere Inhaltsstoffe. Die Minipille wird von vielen Frauen durch den Wegfall von Östrogen als Inhaltsstoff als nebenwirkungsärmer und dadurch besser verträglich beschrieben. Trotzdem sollte in jedem Fall vor der Entscheidung für eine Pille zur Empfängnisverhütung ein beratendes Gespräch mit dem behandelnden Gynäkologen stattfinden.

Unterschiede bei der Einnahme von Antibabypille und Minipille

Neben der unterschiedlichen Zusammensetzung beider Pillenformen müssen Frauen auch bei der Einnahme auf einen wichtigen Unterschied achten. Die Kombi-Pille wird üblicherweise als Einphasenpillen verkauft. Bei diesen Präparaten wird täglich für eine Dauer von 21 Tagen eine Pille mit immer gleicher Hormondosierung eingenommen. Anschließend folgt eine einnahmefreie Zeit über eine Länge von sieben Tagen, bevor mit der nächsten Packung der Antibabypille begonnen wird. Die Minipille muss stattdessen durchgehend und ebenfalls täglich eingenommen werden.

Bei der Einnahme ist darauf zu achten, dass die Pille immer möglichst zur gleichen Zeit, maximal jedoch mit drei Stunden Zeitabweichung eingenommen werden sollte, um einen zuverlässigen Verhütungsschutz zu gewährleisten. Nach dem Aufbrauchen einer Packung wird bei der Minipille am Folgetag direkt mit der Einnahme der nächsten Packung begonnen.

Sicherheit von Antibabypille und Minipille

Kein Unterschied zeigt sich hingegen beim Blick auf die Sicherheit der verschiedenen Pillen. Sowohl bei der Kombi-Pille als auch bei der Minipille mit Desogestrel liegt die so genannte Versagerrate bei 0,3 bis einem Prozent, sofern die Pille perfekt angewandt wurde. Bei der erstmaligen Verwendung einer Minipille oder Kombi-Pille sollten Frauen berücksichtigen, dass ein sofortiger und vollständiger Empfängnisschutz nur dann gegeben ist, wenn die erste Pille am ersten Tag der Menstruation eingenommen wurde.

In allen anderen Fällen müssen für eine Dauer von sieben Tagen zusätzlich andere Verhütungsmethoden angewandt werden. Zwischen zwei Monatsblutungen sollte die Anwendung der Minipille oder Kombi-Pille nur dann begonnen werden, wenn die Frau ausschließen kann, gegenwärtig schwanger zu sein.