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Nachhaltigkeit wird auch im Bereich der Mundhygiene und Zahnpflege ein immer wichtigeres Thema. Neben Zahnbürsten aus Holz oder Bambus gibt es eine noch ursprünglichere Alternative zum natürlichen Zähneputzen. Die Rede ist vom Miswak-Zweig. Ganz ohne Plastik, Zahnpasta und Wasser können die Zähne mit einem Miswak-Zweig gereinigt werden. Doch welche Vorteile hat ein Miswak-Zweig und wie wird er verwendet?

Welche Vorteile hat die Zahnreinigung mit dem Miswak-Zweig?

Der Miswak Baum ist in Afrika, Vorderasien und dem Nahen Osten verbreitet und fühlt sich vor allem in der Wüste wohl. Angekaute Zweige wurden bereits bei den Babyloniern in der Mitte des 4. Jahrhunderts vor Christus zur Zahnpflege benutzt. Die Zweige des Baumes werden traditionell als Zahnbürste verwendet und vereinen die Eigenschaften von Bürste und von Zahnpasta in einem. Miswak-Zweige bringen einige Vorteile mit sich. So sind die Zweige absolut natürlich und können kompostiert werden.

Doch auch in medizinischer Hinsicht können die Miswak-Zweige punkten. Studien zufolge haben sie eine antimikrobielle, antioxidative, entzündungshemmende und eine krampflösende Wirkung. Auch Zahnpasta benötigt man nicht, wenn man die eigenen Zähne mit einem Miskwak-Zweig säubert. Denn die Zweige enthalten natürliche Fluoride und Calciumsulfat, Silicium und Gipskristalle. Die Fluoride und das Calciumsulfat sind gesund für Knochen und Zähne und die in den Zweigen enthaltenen Gipskristalle helfen dabei, Verunreinigungen von den Zahnoberflächen zu beseitigen.

Des Weiteren finden sich in den Miswak-Zweigen noch Saponine und Tannine, die Karies bekämpfen und entzündungshemmend wirken. Ebenfalls Vitamin-C und Flavonide sind in der Miswak-Pflanze enthalten. Die Zahnreinigung mittels des Miswak-Zweigs ist natürlich, nachhaltig und gesund, doch leider haben die Zweige lange Transportwege hinter sich. Dies kann als ein Nachteil angesehen werden.

Wie funktioniert das Zähneputzen mit dem Miswak-Zweig?

Wer darüber nachdenkt eine Miswak kaufen zu wollen, der sollte natürlich erst einmal darüber Bescheid wissen, wie das Zähneputzen mit dem Zweig eigentlich funktioniert. Wichtig zu wissen ist, dass die Zahnreinigung mit einem Miswak-Zweig weder Wasser noch Zahnpasta braucht. Denn zahnschützende und zahnputzende Stoffe sind bereits natürlicherweise in ihr enthalten. Zunächst muss der rund 15 Zentimeter lange Zweig „eingekaut“ werden, damit man mit ihm die Zähne reinigen kann.

Der vordere Teil des Zweigs kann zu diesem Zweck abgeschnitten oder abgenagt werden. Jetzt noch so lange an der Zweigspitze herumkauen, bis diese faserig wird. Insgesamt sollte der Bereich, der an eine Borste erinnert, aber nicht länger als drei Millimeter sein. Holzstücke, die durch das Herumkauen auf dem Zweig in den Mund gelangen, müssen natürlich wieder ausgespuckt werden Jetzt kann die Borste für die Zahnreinigung verwendet werden, indem man sie über die Zähne führt und das Zahnfleisch massiert.

Auch die Kauflächen können mit den Miswak-Zweigen gereinigt werden. Wer möchte, kann den Zweig außerdem als eine Art Zungenschaber verwenden. Nachdem der Zweig zum Zähneputzen verwendet wurde, sollte er erst einmal trocknen, bis er wieder benutzt werden kann.

Wie lange kann ein Miswak-Zweig für die Zahnreinigung verwendet werden?

Ebenso wie eine gewöhnliche Zahnbürste, kann selbstverständlich auch ein Miswak-Zweig nicht unbegrenzt benutzt werden, sondern sollte regelmäßig ausgetauscht werden. Je nachdem, wie häufig der Zweig zurückgeschnitten wird, hält er rund vier Wochen. Aber selbstverständlich sollte der individuelle Zustand des Zweiges ausschlaggebend sein. Wer die Langlebigkeit des Miswak-Zweigs verlängern möchte, der kann ihn im Kühlschrank lagern. Durch das Kauen eines Minzblattes oder den Einsatz von ein wenig Bio-Pfefferminzöl, stellt sich auch das typische Frische-Gefühl nach dem Zähneputzen ein.