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Es brennt mir auf den Nägeln“. Dieser Spruch ist allgemein bekannt und wird in der Regel mit der hohen Dringlichkeit einer Angelegenheit in Verbindung gebracht. Ursprünglich ging es jedoch um Licht, genauer um kleine Talg-Kerzen, die sich Mönche auf die Fingernägel klebten, um auch nachts noch lesen zu können.

Waren diese Kerzen heruntergebrannt, konnte es brennend heiß werden. Die Mönche, die die kleinen Kerzen vor hunderten von Jahren nutzten, wären über die Auswahl moderner Leselampen von Lichtexperten wie Licht-Erlebnisse.de wohl mehr als erstaunt und sicher noch mehr erfreut gewesen.

Leselampen, auch im digitalen Zeitalter unverzichtbar

Die Zeit des papierlosen Büros oder der Bücherlosen Bibliothek ist noch lange nicht gekommen. Im Jahr 2020 wurde mit echten Büchern dreimal so viel Umsatz gemacht wie mit E-Books. Es ist einfach etwas anderes. Dazu gehört natürlich auch das richtige Licht beziehungsweise die richtige Leselampe, wobei die Begrifflichkeiten in Bezug auf die Leselampe durch ihre Nutzungsvielfalt etwas verschwimmen.

Die klassische Leselampe, zumindest in der althergebrachten Vorstellung, ist eine Tischlampe auf einem Tischchen neben einem Sessel, vorzugsweise einem Ohrensessel. In diesem sitzen ein älterer Mann oder eine ältere Frau und im Hintergrund prasselt ein Kaminfeuer. Mitunter wird aus der Tischlampe auch eine Stehlampe, das variiert. Dieses Bild kommt jedoch der heutigen Realität nicht sehr nahe. Der moderne Mensch mag es entweder noch bequemer als im Ohrensessel oder einfach sachlicher. Letzteres ist jedoch eine zweckgebundene Angelegenheit. So werden aus der Leselampe folgende Varietäten:

  • Die Sofalampe
  • Die Schreibtischlampe
  • Die Nachttischlampe

Eigentlich müsste zu diesen drei Arten der Leselampe noch eine vierte hinzugezählt werden, wenn es sie denn gäbe. Allerdings ist der zu dieser Lampe passende Ort, an dem erstaunlich viel gelesen wird, meist sehr gut ausgeleuchtet, weshalb dort eine Leselampe weitgehend überflüssig ist. Die Rede ist natürlich von der Toilette.

Was macht eine gute Leselampe aus?

Leselampen sind so konzipiert, dass ihr Lichtkegel oder Lichtkreis nur einen relativ kleinen Radius umfasst, in dem die volle Lichtstärke zur Geltung kommt. Dieser Lichtkreis ist nach unten gerichtet. Dadurch werden nur das Buch oder die Zeitung vom Licht voll erfasst, während der Lampenschirm entweder überhaupt kein Licht oder nur gedämpftes Licht abstrahlt. Das verhindert, dass die oder der Lesende geblendet wird.

Die eigentliche Lichtquelle, das Leuchtmittel, muss stark genug sein, um alles Lesbare auch gut lesen zu können, gleichzeitig darf sie nicht zu stark sein, denn sonst tritt durch die Rückstrahlung des üblicherweise weißen Papiers eine Blendung auf. Ein weiterer Faktor spielte bei der Leselampe bis vor einigen Jahren ebenso eine Rolle, die Temperatur der Glühlampe, die sich ja in unmittelbarer Nähe der Lesenden oder des Lesenden befand. Glühbirnen gaben rund 90 % ihrer Energie als Wärme ab und nur 10 % in Form von Licht. Da konnte es beim Lesen durchaus heiß werden, siehe Mönche mit Kerzen auf den Fingern. Darum wurden für Leselampen früher gerne die kleineren E14-Glühbirnen statt der großen E27-Birnen genutzt.

Von der Tiffany-Lampe bis zur LED-Leuchte, Leselampen setzen Akzente

Das Zeitalter des art deco um die 19/20-Jahrhundertwende herum, gebar fraglos die schönsten Leselampen, die es bis heute gibt. Die Tiffany-Lampe mit ihrem Mosaikglasschirm oder auch die Banker’s Lamp, deren ursprünglicher Name Emeralite war, zusammengesetzt aus dem englischen Wort für Smaragd (Emerald) und dem englischen Light für Licht. Das erklärt den grün schimmernden Lampenschirm. Moderne Leselampen sind da weit weniger verspielt und träumerisch, dafür technisch perfekt. Sparsame LED-Leuchtmittel, mehrstufige Touchscreen-Bedienungen oder auch ein um 360 Grad verdrehbarer Schwanenhals lassen Licht in der gewünschten Stärke genau dort erstrahlen, wo es hin leuchten soll.

Einige der Leselampen der LED-Generation sind zudem mit einem Akku ausgestattet, der an einem USB-Port aufladbar ist und den Leser zumindest zeitweise vom Netz unabhängig werden lässt. Das macht sie flexibel genug, um ihren Dienst wechselweise am Schreibtisch, auf dem Sofa, im Bett oder wo auch immer zu verrichten.