22. April 2024

Umweltfreundlichkeit in den eigenen vier Wänden: Kleines 1×1 der Passivhäuser

Das Konzept des umweltfreundlichen Bauens hat in den letzten Jahren europaweit enorm an Bedeutung gewonnen. Umweltfreundliche Gebäude schonen die begrenzten Ressourcen und lassen sich zudem zu fairen Preisen verkaufen. Eine Gebäudeart, welche ein Optimum aus Umweltverträglichkeit, Energieverbrauch und Komfort bietet, ist das Passivhaus.

Obwohl das Passivhaus die Bedürfnisse unserer Zeit besonders gut abdeckt, herrschen dazu noch immer viele Missverständnisse und Fehlannahmen vor. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen daher, was ein Passivhaus ist, was seine Vor- und Nachteile sind und welche vergleichbaren bzw. alternativen Ansätze für ökologische Gebäude bestehen.

Was genau ist ein Passivhaus?

Passivhäuser sind umweltfreundliche Gebäude mit einem niedrigen Energiebedarf. Das Konzept des Passivhauses geht zwar nicht so weit wie bei anderer Gebäudearten, welche gar keine Energie verbrauchen, es ist jedoch ein Schritt in die richtige Richtung. Gemäß offizieller Definition gilt ein Gebäude als Passivhaus, wenn es jährlich pro Quadratmeter nicht mehr als 15 Kilowattstunden (kWh) an Energie benötigt.

Verglichen mit herkömmlichen Gebäuden sind Passivhäuser damit um einiges energieeffizienter und umweltschonender.  Diese Arten von Immobilien sind, gerade während der momentanen Energiekrise, sehr gefragt. In der Anschaffung sind Passivhäuser preislich jedoch günstiger als viele andere Arten von umweltfreundlichen Gebäuden mit niedrigem Energiebedarf.

Wie funktionieren moderne Passivhäuser?

Wie ist ein komfortables Leben mit so einem geringen Energieverbrauch möglich? Im Gegensatz zu anderen Konzepten stützt sich das Passivhaus nicht primär auf Verzicht, sondern auf ein effizienteres Design. Passivhäuser sind zum Beispiel besser isoliert als gewöhnliche Gebäude. Die dicke Wärmedämmung sorgt dafür, dass im Winter nur ein Minimum an Wärme entweicht, wodurch weniger geheizt werden muss.

Im Sommer blieben die Innenräume kühl, wodurch in den meisten Passivhäusern keine Klimaanlage benötigt wird. Eine moderne technische Ausstattung mit Sonnenkollektoren für Warmwasser und energieeffizienter Haustechnik senkt den Energieverbrauch zusätzlich. Ganz auf externe Energieversorgung können Passivhäuser jedoch nicht verzichten.

Was sind die Vorteile eines Passivhauses?

Die Vorteile eines Passivhauses für die Bewohner, wie auch für die Umwelt sind groß. Der momentan wohl bedeutendste Faktor ist der niedrige Energieverbrauch, der sich in der Geldbörse bemerkbar macht. Zwar sind auch Passivhäuser auf externe Energiezufuhr angewiesen, von den aktuellen Preissteigerungen sind die Bewohner von Passivhäusern allerdings weniger stark betroffen als die Bewohner von gewöhnlichen Häusern. Zudem kann beim Einbau der Heizungsanlage gespart werden, welche weniger leistungsfähig und damit weniger teurer ist.

Ein weiterer Vorteil ist der geringere ökologische Fußabdruck, welcher ebenfalls vom niedrigen Energieverbrauch herrührt. Die gute Wärmeisolierung sorgt dafür, dass weniger geheizt, bzw. gekühlt werden muss.

Was sind die Nachteile eines Passivhauses?

Bei all den Vorteilen dürfen wir nicht vergessen, dass das Passivhaus auch einige Nachteile mit sich bringt. Einer dieser Nachteile ist die trockene Raumluft im Winter. Diese wird von manchen Bewohnerinnen und Bewohner als unangenehm wahrgenommen und kann bei sensiblen Personen zu trockener Haut, gereizten Schleimhäuten und strohigen Haaren führen. Ebenfalls ein Problem, welches mit der Raumluft zusammenhängt, ist die kostspielige und anfällige Lüftungstechnik.

Generell ist die Technik von Passivhäusern aufwendiger als bei herkömmlichen Gebäuden. Für Sie als Bewohnerin oder Bewohner kann das höhere Wartungs- und Reparaturkosten zur Folge haben.

Welche anderen energieeffizienten Häuser gibt es?

Das Passivhaus ist nur eines von vielen verschiedenen Arten, ein umweltfreundliches, ressourcenschonendes und energieeffizientes Haus zu bauen. Neben dem Passivhaus gibt es zum Beispiel noch das Niedrigenergiehaus, das Nullenergiehaus und das Plusenergiehaus. Was sich hinter diesen Begriffen versteckt, stellen wir Ihnen untenstehend vor.

Niedrigenergiehaus

Als Niedrigenergiehaus gilt jedes Gebäude, welches energieintensiver bewohnt werden kann, als dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Niedrigenergiehäuser sind damit weniger energiesparend als weiterführende Konzepte, jedoch umweltschonender als eine gewöhnliche Immobilie.

Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus geht eine Stufe weiter als das Passivhaus. Es produziert selbst so viel Energie, wie es verbraucht. Dennoch ist es an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, da es im Winter teilweise externe Energieversorgung benötigt. Mit dem in den Sommermonaten produzierten Energieüberschuss wird der zusätzliche Verbrauch jedoch wieder kompensiert.

Plusenergiehaus

Am weitesten geht das Plusenergiehaus. Dieser Gebäudetyp ist nicht nur energieneutral, er produziert sogar mehr Strom, als er benötigt. Die überschüssige Energie speist das Plusenergiehaus in den öffentlichen Stromkreislauf ein, wofür die Bewohner in Deutschland finanziell entschädigt werden müssen. Während langen, dunklen und kalten Wintern kann es aber sein, dass auch das Plusenergiehaus auf eine externe Energieversorgung angewiesen ist.

Fazit

Das Passivhaus kommt mit diversen Vorteilen für seine Bewohnerinnen und Bewohner, wie auch für die Umwelt. Da Passivhäuser pro Quadratmeter jährlich weniger als 15 kWh benötigen, ist die Energierechnung günstiger und der Fußabdruck der Bewohner kleiner, als es bei herkömmlichen Häusern der Fall ist. Einige Konzepte wie das Nullenergiehaus oder das Plusenergiehaus ziehen das Konzept des Passivhauses noch weiter.

Aktuelle Beiträge

Ähnliche Beiträge