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Es gibt Menschen, die bezeichnen das Vlies des Merinoschafs als magisch. Die natürlichen Fasern sind einzigartig weich und fühlen sich wie Streicheleinheiten an. Wer dem Zauber erliegt, kommt in den Genuss eines wunderbaren Naturmaterials, das nicht nur weich ist, sondern eine außergewöhnlich gute Funktionalität hat.

Unterwäsche aus Merinowolle stellt moderne Sportbekleidung in den Schatten. Strümpfe und Unterwäsche aus natürlichen Fasern sind atmungsaktiv, temperaturregulierend und antibakteriell.

Unterschiede zwischen Merinowolle und Schurwolle?

Die Faser unterscheidet sich von der Wolle anderer Schafe. Die einzelnen Haare sind stark gekräuselt und haben eine wellenförmige Struktur. Durch diese Struktur kann Merinowolle viel Luft in den Zwischenräumen speichern und wärmt außergewöhnlich gut. Das einzelne Haar ist sehr weich und biegsam. Bei der Verarbeitung entsteht eine Oberfläche, die sich kuschelig weich auf der Haut anfühlt und auch auf empfindlicher Haut nicht kratzt. Merinowolle kann bis zu einem Drittel des Eigengewichts an Wasser aufnehmen.

Feuchtigkeit, die von der Haut abgegeben wird, wird also über die Wolle von der Haut nach außen transportiert. Beim Sport, Wandern oder Skifahren hält Merinowolle warm und verhindert ein schweißnasses Gefühl auf der Haut. Anders als nach der skandinavischen Regel, dass Merinowolle nur in Monaten mit einem „r“ getragen werden soll, wirkt der Temperaturausgleich ganzjährig. Unterwäsche aus Merinowolle kann also zu jeder Jahreszeit getragen werden.

Merinowolle ist antibakteriell

Wolle ist ein 100 % natürliches Produkt. Ein wichtiger Bestandteil in der Merinowolle ist das Keratin. Keratin ist ein tierisches Faserprotein, das die Wolle am Körper des Schafes keimfrei hält. Diese Eigenschaft bleibt nach der Schur erhalten und wird zu einer Eigenschaft der Kleidung aus Merinowolle. Unterwäsche aus Merinowolle tötet Bakterien ab, und zwar auch die Bakterien, die für den Körpergeruch verantwortlich sind. Während bei synthetischer Sportunterwäsche die Aktivität durch die Nase messbar ist, ist dies bei Merinounterwäsche nicht der Fall. Bei einer mehrtägigen Wandertour werden alle den Besitzern der weichen Unterwäsche dankbar sein.

Merinowolle ist sehr formstabil

Aufgrund der antibakteriellen Eigenschaften muss Unterwäsche aus Merinowolle nicht oft gewaschen werden. Meist reicht ein gründliches Auslüften über Nacht völlig aus. Ist eine Wäsche notwendig, etwa weil Flecken vorhanden sind, kann Merinounterwäsche in der Waschmaschine gewaschen werden. Je nach Hersteller und Produkt ist eine Wäsche bis 30 °C möglich. Nach dem Waschgang behält die Wäsche ihre ursprüngliche Form.

Nachteile von Merinowolle

Bei so vielen guten Eigenschaften darf es auch kleine Makel geben. Ein Nachteil ist der zunächst hoch wirkende Anschaffungspreis. Merinowolle ist ein Naturprodukt. Eine artgerechte Tierhaltung und viel Handarbeit zwischen Schur und dem der fertigen Kleidung relativieren den Preis sofort. Merinowolle ist ein Naturprodukt, nachhaltig und frei von Mikroplastik und das hat einen Wert. Zusätzlich benötigt Merinowolle einige Zeit zu trocken und verliert damit einen Punkt im Vergleich zu synthetischer Funktionskleidung.