Die höhere CO2-Konzentration in der Atmosphäre sorgt dafür, dass einige Lebensmittel immer mehr Nährstoffe einbüßen | Syda Productions/shutterstock.com

Die industrielle Fertigung sorgt dafür, dass Lebensmittel immer weniger gesunde Nährstoffe enthalten. Anstatt einer schonenden Zubereitung werden natürliche und künstliche Geschmacksverstärker sowie zahlreiche Konservierungsstoffe eingesetzt. Lange haltbare Nahrungsmittel sind weniger reich an der Gesundheit zuträglichen Nährstoffen. Aber auch der global zu beobachtende Klimawandel schlägt sich auf die Qualität unserer Nahrungsmittel nieder. Doch wie können sich Verbraucher schützen und worauf sollte allgemein mehr Wert gelegt werden bei einer ausgewogenen Ernährung?

Wie der Klimawandel unsere Nahrungsmittel verändert

Je mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre vorhanden ist, desto geringer fällt der Mineralstoffgehalt in vielen Getreidesorten aus, das haben Forscher nun nachgemessen. In verschiedenen Teilen der Welt wurden mehrere Arten von Nährmitteln über einen gewissen Zeitraum hinweg untersucht:

  • Erbsen
  • Hirse
  • Mais
  • Reis
  • Soja
  • Weizen

Dabei handelt es sich um Grundnährstoffe, aus denen die meisten Lebensmittel hergestellt werden. Insbesondere Zink und Eisen verschwinden aufgrund des Klimawandels aus unseren Nahrungsmitteln, aber auch der Eiweißanteil sinkt messbar. Gerade wenn weniger Fleisch gegessen wird, ist pflanzliches Protein für eine gesunde Ernährung jedoch essenziell wichtig.

Prognose gegen Nährstoffknappheit

Warum genau die Nährwerte der untersuchten Pflanzenarten abnehmen, können die Wissenschaftler derzeit noch nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Klar ist aber auch heute schon: Werden nicht zügig andere Nährpflanzen kultiviert, die besser mit den sich ändernden Klimaverhältnissen zurechtkommen, wirken sich die sinkenden Nährwerte in Lebensmitteln in absehbarer Zeit auf die Gesundheit von Milliarden Menschen weltweit aus.

Insbesondere ein globaler Eisenmangel wird befürchtet: Allein in Deutschland leiden bereits heute rund 10 % der Einwohner an einem akuten Mangel an lebensnotwendigem Eisen im Blut. Wird der Eisenvorrat nicht rechtzeitig wieder aufgefüllt, kommt es zu einer Anämie, also einer Blutarmut. Diese kann in vielen Fällen bei den Patienten zu einer anhaltenden Arbeitsunfähigkeit führen, unbehandelt sogar häufig tödlich verlaufen.

Bitterstoffe im Gemüse werden weggezüchtet

Der Mensch isst lieber, was ihm schmeckt – da sind sich alle einig. Bittere Gemüsesorten sind zwar überaus bekömmlich und wichtig für den Organismus, schmecken aber vor allem Kindern nicht so gut wie Nudeln oder Schokoladenpudding. Spinat ist nicht nur ein guter Eisenlieferant, sondern auch reich an wohltuenden Bitterstoffen. Artischocken sind aufgrund des hohen Gehalts an natürlichen Bitterstoffen ebenso empfehlenswert wie Ingwer oder Auberginen.

Wer nicht im Nährwert von Lebensmitteln nach den enthaltenen Bitterstoffen suchen möchte, kann auch einfach Bittertropfen kaufen. Durch die natürlichen Bitterstoffe kann die Verdauung unterstützt werden, was zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen kann. Für eine bessere Fettverbrennung ist es außerdem hilfreich, nicht zu viele Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Es gibt sogar Diätformen, die vollkommen ohne Kohlenhydrate in der Nahrung auskommen. Doch auch hier ist der gesundheitliche Nutzen zumindest kontrovers. Eine ausgewogene Ernährung hat sich bislang als beste Möglichkeit erwiesen, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun.

Lebensmittel für eine ausgewogene Ernährung

Mediziner raten jedoch dringend von einer strengen Trennkost wie bei der ketogenen Diät ab. Vielmehr sollten täglich frische Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen. Die DGE empfiehlt dabei auch, in Maßen Fleisch und Fisch auf den Teller zu bringen. Wer abnehmen möchte, sollte wenig Obst essen und lieber auf frische Gemüsesorten zurückgreifen, die sich auch ungegart verzehren lassen. Obst ist nämlich nicht nur reich an gesunden Vitaminen, in den meisten Obstsorten steckt vor allem eine große Menge an natürlichem Fruchtzucker, weshalb uns Äpfel und Bananen nun einmal so gut schmecken.

Letztere sind übrigens im allzu reifen Zustand für kleine Kinder eher weniger geeignet, denn in reifen Bananen ist neben viel Zucker auch ein vergleichsweise hoher Anteil an Alkohol enthalten. Auch wenn nach einem langen Tag im Büro kaum noch Zeit zum Kochen bleibt, sind frische Lebensmittel fertigen Produkten in jedem Fall vorzuziehen.

Kann man das auch roh essen?

Vitamine gehen beim Erhitzen schnell kaputt, der Nährwert der Lebensmittel sinkt. Viele Gemüsesorten lassen sich auch ungekocht essen, wie beispielsweise Spargel. Das Powergemüse für die Gesundheit ist dann noch bekömmlicher und viel reicher an seinen natürlichen Inhaltsstoffen. Roher Spargel passt zum leichten Salat und kann in Mengen bedenkenlos ohne Kochen gegessen werden. Das Sättigungsgefühl stellt sich beim Verzehr roher Gemüsesorten viel schneller ein, was sich günstig auf die Gewichtsreduktion auswirkt. Wer dauerhaft schlank bleiben möchte nach einer Diät, sollte den Speiseplan aber radikal umstellen.

Wie gesund ist Rohkost?

Wer durchgehend Rohkost isst, strapaziert seinen Darm über die Maßen. Auch Vollkornprodukte sind nur schwer verdaulich. Ungegarte Lebensmittel sollten auf alle Fälle sehr gut gereinigt werden, da eventuell vorhandene Keime nicht durch die hohen Temperaturen beim Kochen abgetötet werden können. Bei rohem Obst und Gemüse kann es auch helfen, diese für wenige Momente in Essigwasser zu legen und dann gut unter fließendem Wasser abzuspülen. Bei Vorerkrankungen des Verdauungstrakts kann es empfehlenswert sein, alle Speisen kurz und schonend zu garen, damit die Nährstoffe enthalten bleiben. Die Nahrung ist dann leichter bekömmlich, Schmerzen bei der Verdauung werden reduziert.

Der Nährstoffgehalt in Lebensmitteln sinkt beständig – Verbraucher sollten heute genau hinschauen. Bildquelle: @ Chantal Garnier / Unsplash.com

Fazit: Ausgewogene Ernährung für eine stabile Gesundheit

Am gesündesten sind Nahrungsmittel aus streng ökologischem Anbau. Es spricht überhaupt nichts dagegen, vor dem Haus ein paar Kartoffeln anzuhäufeln, Karotten oder Küchenkräuter einfach selbst zu züchten. Sinkt der Proteingehalt in Getreide und Hülsenfrüchten weiter, kann dies auf alle Menschen negative Auswirkungen haben.

Wer seine Kinder diätisch ohne Fleisch, Fisch oder andere tierische Nährstoffe ernähren möchte, sollte dies in jedem Fall mit dem behandelnden Kinderarzt besprechen. Am gesündesten ist Experten zufolge eine ausgewogene Ernährung, die sowohl viele pflanzliche als auch einen Teil tierische Nährstoffe enthält. Tierische Fette und Eiweiße können vom menschlichen Stoffwechsel besser umgewandelt werden. Die künstlichen Zusatzstoffe in Fertigprodukten wirken entzündungsfördernd, der enthaltene Zucker wird unter fantasievollen Bezeichnungen gekonnt von der Industrie verschleiert.